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[The Pool] Erfahrungsbericht

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Quonzi:
Hallo allerseits,

dies ist eine doppelte Premiere: Mein erster Post in diesem Forum, in dem ich seit etlichen Zeiten mitlese und meine erste The-Pool-Erfahrung.

Kurz zu dem Hintergrund, den wir haben. Mit diesen Spielern bin ich seit rund 2 Jahren am D&D spielen, ich spiele auch GURPS und gaaanz früher mal SR. Jedenfalls: Es wurde mal Zeit für ein Experiment in etwas anderem :)

Als Regeln haben wir die englischen Original wie auch die deutsche Übersetzung (die von Florian Edlbauer) benutzt. Unser Setting war das römische Reich, genauer gesagt die kleine römisch-keltische Siedlung, die heute Schwarzenacker (Saarland) heißt.

Alles in Allem bin ich zufrieden, und die Spieler auch. Mir hat es Spaß gemacht, den Spielern mehr Einfluß auf die Handlung zu erlauben als bei z.B. D&D und den Spielern hat es Spaß gemacht, mehr Einfluß zu haben -- auch wenn sie diesen IMO sehr zurückhaltend benutzt haben.

Wir haben hinterher noch länger über die Sache geredet, und es gibt ein paar Dinge, die uns unklar bzw. komisch vorkamen (da würde mich auch interessieren wie ihr das handhabt).

- Wann wird gewürfelt? Irgendwie ist mir das mit "bei einem Konflikt" sehr schwammig. Bzw: Was ist ein Konflikt? Ist es ein Konflikt, wenn ein Char versucht Brot zu klauen? Ist es ein Konflikt, wenn die in einem Wald etwas suchen?

- Meine Spieler hatten so nach etwa 3 Stunden Spielzeit keine Würfel mehr in ihrem Pool - und wenn ich als SL nur 1-3 Würfel geben kann, haben die für den Rest der Zeit schlechte Karten.

- Wie oft würfelt ihr in einem Kampf? Wenn ein Charakter gegen mehrere Gegner kämpft, wird dann jeder Gegner zu einem Sub-Konflikt? Oder gibt es nur einen Wurf für den ganzen Kampf? (So haben wir das heute gemacht, der würfelnde Spieler hatte keine 1, also habe ich den ganzen Kampf beschrieben -- das fand ich suboptimal, weil die Spieler dann gar keinen Einfluss auf die Aktionen der Charaktere hatten, auch wenn der Kampf ohne Zweifel sehr stylisch war ;) )

So, jetzt werde ich mal Caynreth's Pool lesen, vielleicht steht das ja alles da drin  :)

Lord Verminaard:
Willkommen im GroFaFo! :) Freut mich, dass du The Pool ausprobierst. Schreib doch gerne auch etwas mehr zu eurer Sitzung.

Btw: Wir haben einen eigenen Channel für Spielberichte, aber da es hier wohl mehr um Fragen die geht, kann der Thread ebenso gut hier bleiben. Zu deinen Fragen:

Wann gewürfelt wird, ist die schwierigste Frage überhaupt bei The Pool. Dazu eine schöne Regel aus Dogs in the Vineyard: Ja sagen oder Würfel rollen. Soll heißen: Entweder, der Spieler (bzw. der SL!) bekommt, was er will, oder es wird ein Konflikt draus gemacht. Der Spieler sagt, was sein Charakter erreichen möchte, und das ist dann der Konflikt. Es ist die Verantwortlichkeit des Spielers, nichts erreichen zu wollen, das total unglaubwürdig oder unpassend ist.

Daher: Konflikt ist immer dann, wenn der Charakter etwas erreichen möchte und dazu einen Widerstand überwinden muss. Brot klauen, etwas finden, beides sind Konflikte, wenn nicht alle einverstanden sind, dass der Charakter sein Ziel ohne Schwierigkeiten erreicht. Wobei in dem Wald-Beispiel der Monologue of Victory dann auch beinhalten würde, dass der Spieler entscheidet, was sie eigentlich finden.

Leerer Pool ist ein Problem, zu dem ich nicht wirklich was sagen kann. Cay?

Wie viele Konflikte pro Kampf: Frei Schnauze, je nachdem wie zentral der Kampf ist und wie wichtig die unterschiedlichen Abschnitte sind. Wichtig ist, dass Konflikte durch Ziele definiert werden, also jeder einzelne Konflikt braucht auch ein klar umgrenztes Ziel. In der Regel würde ich aber auch nur einmal pro Kampf würfeln. Verloren ist dann halt Pech. ;)

Quonzi:

--- Zitat von: Lord Verminaard am 31.03.2005 | 20:51 ---Willkommen im GroFaFo! :)
--- Ende Zitat ---

Vielen Dank! Gegrüßet sei das GroFaFo!

"Ja sagen oder würfel rollen" -- das gefällt mir :)
Ich glaube genau so werden wir das beim nächsten Mal machen. Vielleicht haben  wir die Würfelei auch noch zu sehr aus der Erfolg/Mißerfolg-Perspektive für eine Aktion gesehen, und weniger als Wettstreit um das Erzählrecht.
Diese Regel würde ja im Grunde auch Kampfsituationen umfassen und damit mein Kämpfeproblem lösen.

zum leeren Pool:
Ich nehme mal an, dass Cay == Caynreth -- in deren Pool (das sie mir freundlicherweise gemailt hat, nochmals danke), ist das mit der Würfelvergabe ja anders geregelt. Meine Spieler haben halt immer den MoV genutzt, und sich nur einmal einen Würfel genommen. Bei 2-3 fehlgeschlagenen Würfen ist der Pool dann rein rechnerisch bald leer (es sei denn man würfelt viel mehr und die Spieler verzichten öfters auf ihr MoV-Recht).

(Inhaltlich lief es auf "Geh und Bring" hinaus ... Ein Brief sollte zu einem Keltenfürsten gebracht werden, der einen Nachbarschaftsstreit mit anderen Kelten hat -- war hauptsächlich ein The-Pool-Test und deswegen sollten von möglichst vielen Situationen welche dabei sein: Kämpfe, soziale Interaktion, eine Kleinstadt, ein Dorffest, ...)

Schwules Lesbenpony:
Nur mal kurz zum leeren oder vollen Würfelpool:

Ich habe eher das Problem, dass der Würfelpool meiner Spieler immer voll bleibt. Das liegt hauptsächlich daran, dass ab ca. 7 eingesetzten Würfeln Misserfolge (also keine 1, mindestens eine 6) recht unwahrscheinlich werden.
Deshalb denke ich über Anti-Pool nach.

Wenn man nun aber sehr oft würfelt oder die Spieler nur wenige Würfel einsetzen, steigt natürlich die Verlustwahrscheinlichkeit. Man kann hier nachhelfen, indem man in regelmäßigen Abständen den Pool auffrischt. Man kann die Gelegenheit auch einfach dazu nutzen, sich mehr mit den Merkmalen der Charaktere zu beschäftigen. Denn über diese erhält der Spieler ja immer Würfel für einen Wurf. Er muss sich in seinen Aktionen dann halt mehr auf den Charakter und seine Merkmale konzentrieren.

Lord Verminaard:
Kannst du noch mal kurz Anti-Pool erklären? :)

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