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D&D - Forgotten Realms - Das richtige Maß an Diskriminierung

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Ludovico:
Derzeit sieht es bei mir so aus, daß in unserer D&D-Runde der reguläre SL nicht so richtig viel Motivation hat, und ich und er uns deshalb mit dem Leiten abwechseln.
Ich hab mehr Erfahrung im Leiten und er kennt die Welt und die Regeln besser. Somit ergänzen wir uns ganz gut.
Die Runde selber besteht aus einer rechtschaffen neutralen Ork-Waldläuferin, einem Zwergen-Paladin, einem Zwergen-Kleriker (beide RG), einer menschlichen Fernkämpferin (ich glaube, sie ist NG), einem chaotisch neutralen Halbling-Illusionisten und meinem chaotisch guten Goblin-Schurken.
Ja, es ist eine komische Gruppe. Aber es funktioniert irgendwie.

Nach dem letzten Abenteuer, was ich geleitet habe, bei dem die Gruppe fast in einer Taverne in einen Kampf verwickelt wurde, weil der Ork sich als solcher zu erkennen gab (den Goblin hatte ich nicht dabei, weil ich es nicht mag, Charaktere mitzuführen), was bei den Tavernengästen und dem Wirt nicht gerade eine freundliche Reaktion hervorrief, stellte ich mir die Frage, ob ein dermaßen hohes Maß an Diskriminierung wirklich angebracht ist.

In einer anderen Siedlung wollte man dem Ork nichts verkaufen und wenn, dann zu erhöhten Preisen.

Der andere SL scheint das Thema eher zu ignorieren (gut, ist auch seine Freundin, die den Ork spielt), während ich mir selber nicht sicher bin, ob ich es nicht etwas überziehe.

Was meint ihr? Wie weit sollte ich gehen?

Selganor [n/a]:
Solltest du das Thema nicht lieber mit dem anderen SL und der Gruppe abklaeren?

Kann ja sein dass die Gruppe so gar keine Lust darauf hat irgendwelchen "Rassismus" auszuspielen und denkt sich das Ganze einfach mal so am Rande dazu.

Ausserdem sollte der allgemeine Level mit dem anderen SL abgeklaert sein, sonst hat man einen "mal so - mal so"-Effekt in der Runde.

Urias:
Ich bin auch der Meinung dass Orks nicht zwangsweise so mies behandelt werden...

Ludovico:

--- Zitat von: Selganor am 26.12.2006 | 15:49 ---Solltest du das Thema nicht lieber mit dem anderen SL und der Gruppe abklaeren?
--- Ende Zitat ---

Schon versucht, aber eher zustimmendes Nicken zu meiner Meinung erhalten, als einen richtigen Konsens und der andere SL macht es jetzt so wie vorher.
Auch erklärt, daß ich erwarte, daß mein Goblin entsprechend mies behandelt werden sollte von anderen Rassen.


--- Zitat ---Kann ja sein dass die Gruppe so gar keine Lust darauf hat irgendwelchen "Rassismus" auszuspielen und denkt sich das Ganze einfach mal so am Rande dazu.
--- Ende Zitat ---

Sie scheinen Spaß zu haben... Zumindest hab ich bislang nur positive Stimmen gehört. Aber darauf zu hören, ist mir etwas vage.

@Dominik
Warum nicht?

Purzel:
Lote das Thema mit ein paar Beispielen aus und frage sie, ob sie das immer noch okay finden. Zum Beispiel mit einer kleinen Liste:

reines Flair-Element: Klischee wird ausgewälzt und ist Thema für Witze und Schoten, aber wirklich Geschehnisse im Spiel werden nicht davon beeinflusst oder ausgelöst

leicht: Der Charakter mit der diskriminierten Rasse wird doof in der Kneipe angemacht, es kommt zur Schlägerei. Er muss sich auch sonst schon einiges an dummen Sprüchen anhören, kann damit aber leben. Das eigentliche Abenteuer wird davon kaum beeinflusst.

mittel: Gezieltes Mobbing aus allen Richtungen gegen den Charakter. Man erlaubt ihn keinen Zutritt zum Gasthaus, er muss im Freien schlafen. Behörden schludern, wenn er was will, oder aber nehmen plötzlich Details sehr genau, wenn es zu seinem Schaden ist. Einzelne Individuen hegen besonders starke Rache- und Hassgefühle gegenüber der Rasse. Einkaufen wird schwierig, teuer oder schlicht unmöglich. Leute rennen vor ihm weg. Kinder fürchten sich vor ihm, weil die Eltern ihnen Horrorgeschichten erzählt haben.

schwer: Keiner spricht direkt mit dem Charakter, er wird wie Vieh behandelt. Wildfremde fügen ihm Schaden zu, niemand schert sich drum. Ist irgendwas merkwürdiges passiert, wird ihm sofort die Schuld zugeschoben.

unspielbar: Mord- und Totschlag. Abenteurer erschlagen ihn ohne Vorwarnung auf offener Strasse und plündern seine Leiche. Ein Mob treibt ihn aus der Stadt.

Stelle ihnen diese Situationen kurz vor, frage sie, ob sie sowas noch spielen wollen und können. Frage die betroffenen Spieler, wie sie auf so eine Behandlung reagieren würden. Dann frage die Mitspieler mit den normalen Rassen, wie sie reagieren würden, wenn der SC ihres Mitspielers so behandelt wird.

Wenn es geht, lasse es die Spieler kurz ausspielen, dann hat das ganze weniger von einer drögen Umfrage, sondern fügt sich mehr ins übliche Rollenspiel ein. Und du kannst durch Beobachtung besser einschätzen, wie gut oder schlecht die Spieler tatsächlich mit dem Thema in seinen Ausprägungen leben können.

Eine weitere Alternative wäre die Einbindung der Thematik in die Regeln. So gibt es im "Unearthed Arcana" ein paar optionale Regeln, die solche sozialen Geschehnisse ein bisschen mechanisieren können. Siehe hier zum Beispiel bei den Vorschlägen für Reputation oder Ehre. Dann entscheidet ein Würfelwurf darüber, ob der Charakter normal behandelt wird, oder ob nun gemobbt wird.

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