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DnD - Bei der Balance bleibt die Logik auf der Strecke
Ludovico:
Auf Wunsch von Selganor eröffne ich mal diesen Thread.
Übrigens möchte ich, daß die Diskussion auf Basis der Regeln geführt wird, wie sie im Buch stehen und nicht nach hausgeregelten Feats, Skills, Klassen, Monstern, etc.
Auch daß der SL noch mal über die Regeln rüberschaun sollte und Feinjustierungen vornimmt, bedeutet im Endeffekt "Hausregel". Wir diskutieren aber über die offiziellen Regeln, wie sie in den offiziellen Büchern stehen.
XP-Kosten:
Kosten in XP wurden sicher mal eingeführt, um den Wert von Gegenständen und Prestigeklassen richtig hervorzuheben und auch um sie zu beschränken. Der Einsatz von XP wird vor allem bei der Erschaffung von magischen Gegenständen (üblicherweise einem 25tel der Kosten in Goldmünzen) angewendet.
Sicher ist es sinnvoll, um zu verhindern, daß ein Charakter problemlos die Gruppe mit Wunschringen, +5 Rüstungen, +6 Schwertern, usw. ausstattet, wobei er ja nur Zeit und Geld benötigt.
Allerdings muß man sich da fragen, wo da die Logik bleibt. Die Herstellung von magischen Gegenständen erfordert vom Erfinder nach den Regeln, daß er auf Wissen und Können verzichtet. Er gibt einen Teil seiner Macht auf und kann dadurch sogar noch runtergestuft werden.
Aber wieso werden dann in Faerun u.a. magische Gegenstände normal behandelt. Wer magische Gegenstände herstellt, um seinen Lebensunterhalt zu bestreitet, wird automatisch schwach und sogar noch schlechter in dem, was er kann, weil er ja sogar in der Stufe absinken kann.
Ist das nicht hirnrissig, daß er nicht besser wird?
Also demnach dürfen die sogenannten Trade Wizards im Magic of Faerun auf einem selbstzerstörerischen Trip sein. Sind die Jungs dumm, daß sie Jahre des Studiums und arkane Macht haufenweise zum Fenster rausschmeißen?
Aber XP-Abschläge müssen auch die Gildenmagier von Tiefwasser erleiden, weil sie Zeit für die Gilde aufbringen müssen. Tja, dann sammeln sie in der Gilde also keine Erfahrungen und Missionen für die Gilde sind auch nicht gerade aufregend, abenteuerlich,...
Dann kommen wir mal zu meinem Liebling, dem Artificer Gnome:
Faerun ist ein Fantasy-Setting und wer will da schon Maschinengewehre und Granatwerfer?
Aber ist es dann logisch, daß so ein Bastlergnom, tausende von Goldstücken für Tonnen von Holz und Eisen und Leder rausschmeißen, damit er ein Tauchgerät entwickeln kann.
Na, einen netten Verschnitt hat der Junge. Ob er sämtliche Komponenten selber erstellen kann oder nicht, ist für die Regeln nicht von Belang.
Das sind jetzt erstmal drei schöne Sachen, wo man sehen kann, daß DnD sich sehr um Balance bemüht, aber die Logik dabei leider auch mal auf der Strecke bleibt.
Arkam:
Hallo Ludovico,
laut den Grundregeln, Spielerhandbuch 3.5, darf man durch das basteln von Gegenständen keine Stufe verlieren. Wenn man allerdings vor einem Aufstieg steht kann man auf den Aufstieg verzichten und statt dessen ein Artefakt herstellen.
Gruß Jochen
Monkey McPants:
--- Zitat von: Arkam am 12.02.2007 | 22:22 ---laut den Grundregeln, Spielerhandbuch 3.5, darf man durch das basteln von Gegenständen keine Stufe verlieren. Wenn man allerdings vor einem Aufstieg steht kann man auf den Aufstieg verzichten und statt dessen ein Artefakt herstellen.
--- Ende Zitat ---
Sprich: Je mehr man Gegenstände verzaubert anstatt wie ein richtiger Character Monster zu killen und Zeug zu klauen, desto länger braucht man um aufzusteigen. Find ich eigentlich eines der einleuchtenderen Dinge in D&D... :)
M
Ludovico:
@Arkam
Danke!
Das bedeutet also, daß man gar nichts dazulernt, wenn man Gegenstände herstellt. Man lernt also auch nicht, wie man Gegenstände auf andere Arten verzaubert, wie man sie schneller verzaubert... Man stagniert zumindest. Das finde ich gerade recht sinnfrei.
Raphael:
Hey Ludovico,
Ich kann deiner Argumentation folgen. Ein paar chaotische Gedanken dazu.
Spielbalance ist mir wichtig, wichtiger als virtuelle (kann man schon sagen "Hartwurst"?) Spielökonomie.
Ich kann mir einige Situationen vorstellen, in denen ich 1000 XP für 10'000 Goldmünzen hergeben würde.
Meine Spieler erschaffen fleissig Potions, Scrolls etc. trotz der XP kosten. Eigentlich sind die XP-Kosten ihre geringste Sorge --- oft haben sie in-Game schlicht keine Zeit, da das Abenteuer weiter gehen soll oder das Böse auf dem Vormarsch ist.
Dass Holz, Leder etc. Geld solche Unmengen kosten ist wirklich befremdlich. Ich würde es wohl in-Game so rechtfertigen, dass halt für das druckfeste Glas der Taucherglocke ganz besonderer Sand benötigt wird, die Gummi-Verschlüsse nur von einem seltenen Baum aus den Dschungeln von Chult (sp?) kommen können etc. Ausserdem würde ich in eindeutigeren Fällen mit mir reden lassen (Hausregel machen).
Liebe Grüsse,
Raphael
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