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No Country for old Men

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Preacher:

--- Zitat von: Crimson King am 22.03.2008 | 23:24 ---Was mich an dem Film stört, ist, dass er über ca. 105 Minuten eine nette skurile Geschichte erzählt, um dann in den letzten 15 Minuten vollständig in Symbolismus zu versinken.
--- Ende Zitat ---
Pardon, aber den Symbolismus hast Du im kompletten Film. Und eine "nette, skurrile Geschichte" gab es in dem Film auch nicht.

Georgios hat mit seiner Einschätzung recht - das ist eine trost- und hoffnungslose Geschichte. Klar gibt der Sheriff dem ganzen eine menschliche Komponente, aber letztlich kann er sich nur seine Ohnmacht eingestehen und resignieren. Das ist auch menschlich.

Mich stört das eben nicht so wie Georgios. Ich fand die Geschichte trotzdem gut und der Pessimismus des Films verlässt mich wieder, wenn ich den Kinosaal verlasse - da funktionieren meine Verdrängungsmechanismen ganz gut. Aber "nett" war in dem Film wirklich gar nichts.

Nachtrag:
Verstärkt wurde die trostlose Atmosphäre auch durch das völlige Fehlen von Musik während des Films. Das ist mit erst ab der Hälfte richtig aufgefallen...

Crimson King:
Das Stilmittel haben die Brüder schon bei The Man who wasn't there angewandt. Und DER Film strahlt WIRKLICH Hoffnungslosigkeit aus.

Für mich war No Country for old Men bis 20 Minuten vor Schluss eher Fargo-mäßig. Die teilweise doch witzigen Dialoge und Charaktere wie Woody Harrelsons Kopfgeldjäger lockern den Film lange Zeit doch sehr auf. So richtig trostlos sind nur die letzten 20 Minuten, die meines Erachtens nicht nur stilistisch, sondern auch vom Fokus (Hauptperson war 100 Minuten lang der Vietnam-Veteran mit dem Geldkoffer, am Ende auf einmal der Sheriff) einen ziemlichen Bruch darstellen.

Preacher:

--- Zitat von: Crimson King am 27.03.2008 | 11:04 ---Die teilweise doch witzigen Dialoge und Charaktere wie Woody Harrelsons Kopfgeldjäger lockern den Film lange Zeit doch sehr auf.
--- Ende Zitat ---
Witzig, wie die Wahrnehmung voneinander abweichen kann - für mich war gerade Harrelsons Charakter ein ziemlicher Stilbruch.


--- Zitat von: Crimson King am 27.03.2008 | 11:04 ---So richtig trostlos sind nur die letzten 20 Minuten, die meines Erachtens nicht nur stilistisch, sondern auch vom Fokus (Hauptperson war 100 Minuten lang der Vietnam-Veteran mit dem Geldkoffer, am Ende auf einmal der Sheriff) einen ziemlichen Bruch darstellen.
--- Ende Zitat ---
Den stilistischen Bruch sehe ich da echt nicht. Die Verschiebung des Fokus dagegen natürlich schon - und fand sie geil.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Gerade, daß Llewelyn so unvermittelt stirbt und das nur so nebenher "abgetan" wird, als wäre er völlig unwichtig und als hätte man nicht den kompletten Film über mit ihm mitgefiebert finde ich zum Beispiel klasse. Ist erstens etwas, womit die Erwartungshaltung des Zuschauers komplett durchbrochen wird (was viele gar nicht mögen), und unterstreicht zum anderen die Sinnlosigkeit. Llewelyn stirbt ja nicht mal durch Cigurhs Hand, sondern durch puren Zufall. Naja, Zufall ist das falsche Wort - er stirbt durch eine Fraktion, die man als Zuschauer gar nicht mehr auf der Rechnung hatte.

Ich fand diesen krassen Perspektivwechsel eigentlich sehr passend.

Aglaia:
War gestern jetzt auch noch im Kino und fand den Film richtig gut. Düstere Hoffnungslosigkeit, lakonische Dialoge, abgedrehte Charaktere... und das Ende habe ich nicht als Stilbruch, sondern als sehr passend empfunden.
Keine Ahnung, ob ich dem Film jetzt vier Oscars gegeben hätte (Javier Bardem hat seinen sicherlich verdient!), aber er war auf jeden Fall deutlich beser als die letzten paar Filme, wegen denen ich im Kino war - und das ging wohl auch dem restlichen Publikum so, obwohl der Saal ziemlich voll war, war es die meiste Zeit absolut ruhig (irgendwer knistert sonst doch immer mit der Popcorntüte oder muss dem Nachbarn was zuflüstern... da nehme ich mich nicht aus ;) ).

Samael:

--- Zitat von: Hendrik am 25.03.2008 | 10:00 ---
Nachtrag:
Verstärkt wurde die trostlose Atmosphäre auch durch das völlige Fehlen von Musik während des Films. Das ist mit erst ab der Hälfte richtig aufgefallen...

--- Ende Zitat ---

Schlechtes Kino erkennt man ja auch generell oft daran, dass einem ständig die Emotionen von viel zu lauter Musik vorgeschrieben werden. Jeder Film kriegt von mir erst mal ein dickes Plus, wenn Musik spärlich eingesetzt wird. Diese Dauerberieselung ist einfach eine furchtbare Unart.

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