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No Country for old Men
Dirk:
There will be blood hat nur eine, ok, zwei gute Sachen: Daniel Day Lewis und die Musik. Der Rest ist vorhersehbar, fatalistisch, auf Pomp gemacht, in keinem Fall tiefsinnig und die Grundthese des Films mit seinen zwei Ecken des US-Amerikanismus irgendwie schablonenhaft. Kein guter Film. Nur Daniel Day Lewis, der genial ist, das muss ich zugeben. Paul T. Anderson kann in seinen Filmen nur mit breiten Pinsel malen, das sieht oftmals schick aus lässt aber Tiefe und vor allem Kontrast vermissen. Ich finde ihn vollkommen überschätzt. Vielleicht wird er noch dazu lernen, ich habe da so ein Gefühl...
Ich will No Country gar nicht verteidigen aber wo bitte ist der Kern erbarmungslos und trostlos? Gerade der Sheriff gibt dem Film doch eine enorme menschliche Komponente, die den Rest überlagert. Und das mit viel Hoffnung. Hmmh. Ich denke wir werden uns wohl nicht einigen können.
MfG
Dirk
Joe Dizzy:
Warum sollten wir uns denn einigen müssen? Ich find's nur interessant andere Sichtweisen zu hören.
Zu There will be blood: das mit dem Pomp ist mit Sicherheit wahr, der Film hat schon etwas opernhaftes. Aber am Ende bleibt ein Bild von Menschen übrig, die zwar kaputt und verdreht sind; aber dennoch Mitgefühl verdienen und verlangen. Es ist dieser Punkt, der mich als Zuschauer so weit in die Geschichte zieht, dass es spannend wird. Für einen PTA-Film ist das schon eine Leistung. Sowohl Boogie Nights und Magnolia fand ich vor allem lang, aber nicht wirklich gut.
No Country for Old Men hingegen hat für mich nichts hoffnungsvolles. Gerade die Sherrif-Figur und seine Ohnmacht gegenüber dem Morden und der Gewalt finde ich sehr düster und hoffnungslos. Schließlich versagt er auf ganzer Linie. Er kann weder Llewelyn noch seine Frau vor Chigurh beschützen und bekommt ihn auch nicht zu fassen. Das Unmenschliche der Figur verstört nicht nur den Zuschauer, sondern wirft den Sherrif in tiefe Sinneszweifel. Am Ende bleibt nur die Rede des Sherrifs, in der er über seine Ängste spricht seiner Berufung und seiner familiären Tradition nicht gerecht worden zu sein, und sein leises Hoffen auf eine Absolution im Jenseits.
Crimson King:
Georgios, pack doch bitte deinen letzten Absatz in Spoiler-Klammern. :)
Was mich an dem Film stört, ist, dass er über ca. 105 Minuten eine nette skurile Geschichte erzählt, um dann in den letzten 15 Minuten vollständig in Symbolismus zu versinken. Drei der letzten vier Einstellungen haben mit dem eigentlichen Plot absolut garnichts zu tun. Da kommt in mir einfach das Gefühl hoch, dass die Autoren es nicht hinbekommen haben, ihre Message vernünftig in den Plot zu packen und auf diese Krücke zurückgreifen mussten.
Ludovico:
Netter Film!
Das Ende fand ich aber komisch und hab es auch nicht ganz verstanden.
Na ja, ich kann es eh nicht leiden, wenn man Ende eines Films Fragen offen bleiben.
Crimson King:
Ich find's toll, wenn Fragen offen bleiben. Ich finde es nur nicht toll, wenn man durch einen derartigen Stilbruch verwirrt zurückgelassen wird. Wenn die einzige offene Frage ist "Was sollte das denn jetzt?", hat der Künstler seine Intention vermutlich auch nicht umsetzen können.
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