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[Kino] KRABAT!!!
Preacher:
--- Zitat von: Neith am 13.10.2008 | 20:54 ---Genau wie im Buch, nicht?
All diese Dinge erfährt man auch dort nicht, wieso also im Film?
Sie hat zwar eine Schlüssel- aber keine Hauptrolle...
--- Ende Zitat ---
Ich hab das Buch nicht gelesen und es wurde mir in dem Thread schonmal gesagt, daß das im Buch auch der Fall ist.
Das ist mir aber auch egal, denn dieser Aspekt stört mich nicht, weil er eine schlechte Umsetzung darstellt, sondern weil das in meinen Augen ein Manko an einer Geschichte ist. Wenn man schon einen Charakter mit so einer wichtigen Funktion hat, warum beleuchtet man ihn nicht noch ein wenig näher?
Es ist im Buch also auch so. Fein, dann würd es mich beim Buch also auch stören. Allgemein stört es mich, wenn ein Charakter rein auf seine Funktion beschränkt wird und keinerlei Motivation aus sich heraus mitbringt. Ich hab es eben lieber, wenn auch die Nebenrollen ausgearbeitet sind und über ihre bloße Funktion hinaus von Interesse sind.
Genau das gleiche machen auch andere Geschichten und Filme (zuletzt The Dark Knight mit der Rolle der Rachel). Und da stört es mich auch.
Ich fand den Film insgesamt trotzdem gut, find die Geschichte toll und werd mir auch das Buch zulegen. Aber trotzdem kann mir dieser eine Aspekt nicht zusagen.
Eulenspiegel:
--- Zitat von: Hendrik am 12.10.2008 | 21:48 ---Warum verliebt sie sich in Krabat?
--- Ende Zitat ---
Es ist ein durchschnittlich schön aussehender Jüngling, der ihr auf wundersame Art und Weise erschienen ist.
Sein Erscheinen hatte etwas Göttliches an sich. (Nicht Krabat selber, sondern nur die Art und Weise seines Erscheinens und Auftretens bei ihrer ersten Begegnung.)
Später hat sich noch herausgestellt, dass er ein supertoller Kämpfer (in den Augen der einfachen Dorfbevölkerung) ist, und sie todesmutig gegen ankommende Raubritter schützt. (Dass es in Wirklichkeit nicht Todesmut sondern Überheblichkeit war, konnte sie ja nicht wissen.)
Am meisten faszinierte sie wohl, dass sein Auftreten die ersten beiden Male immer recht geheimnisvoll war.
--- Zitat von: Neith am 13.10.2008 | 20:54 ---All diese Dinge erfährt man auch dort nicht, wieso also im Film?
--- Ende Zitat ---
Damit der Film die Chance hätte, an einer Stelle besser als das Buch zu sein?
Die Blassheit dieser Figur kritisiere ich allerdings auch am Buch.
Dr. Shoggoth:
--- Zitat von: Lord Verminaard am 13.10.2008 | 17:52 --- Und den Krabat-Schauspieler fand ich auch nicht so gut, vor allem mit diesem hässlichen Schnurrbart im dritten Jahr.
--- Ende Zitat ---
Der Schnurrbart ging mir auch richtig auf den Sack genau wie der extrem tuntige Neue.
Insbesondere die Kamera in der Kampfszene war schrecklich mies.
Aber das schlimmste war das Lied zum Abspann. Junge, Junge das geht gar nicht. Teknobeat und Stadiongröleffekte... pfui. War das irgendein Sponsor der verlangt hat dass das Lied mit eingebaut wird oder was?
Dennoch bleibt der Film auf jeden Fall sehr sehenswert. Vor allem fand ich toll das die Gesellen so hässlich geschminkt waren. Das hätte es in einem Hollywoodfilm wohl so nicht gegeben.
reinecke:
Naja, das Mädchen ist halt als weibliches Wesen bloß Mittel zum Zweck, so wie in vielen Filmen und Geschichten, hier wird's deutlich.
Sonst gibt's ja nur Kerle.
Stimmt schon. Ist schade, dass selbst die Quoten-Frau so mies dahergeschludert ist.
Ein Glück, das krabat bisher kein Massenbuch war. ;)
Feuersänger:
So, wir kommen gerade aus dem Chino zurück. Also, wie fange ich an? Vielleicht mit einer Warnung:
Wer den Film noch nicht gesehen hat: LASST ES! Holt euch lieber das Buch, so ihr es noch nicht habt.
Ich bin echt mit hohen Erwartungen in den Film gegangen (siehe meine vorherigen Beiträge in diesem Fred) und wurde bitter enttäuscht. Der Streifen verfehlt so gnadenlos das gesamte Krabat-Flair, dass ich mich über das Eintrittsgeld UND die verschwendete Zeit ärgere, und dass ich jetzt erstmal irgendwie versuchen muss, diese Bilder wieder aus meinem Kopf zu kriegen.
WIE KANN MAN NUR!
Das erste Enttäuschungsmoment kommt schon nach ca. fünf Minuten, beim Erstkontakt Krabats mit den Mühlknappen (schon diese Szene hatte ich mir vor meinem geistigen Auge sehr deutlich ausgemalt). Im Buch wird das so schön beschrieben, wie er glaubt, von weißen Gespenstern umgeben zu sein - und im Film? Nicht die Spur davon, keine Sekunde wird da irgendeine Illusion aufgebaut. "Hi Alter, ich bin Tonda, und das sind Kumpels."
Nach etwa 20 Minuten hätte ich nicht übel Lust gehabt, zu gehen, aber nein, dachte ich mir, wenn du eine Meinung dazu abgeben willst, musst du dir den ganzen Schinken antun. Es wurde nicht besser.
Der Roman gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern -- ich würde mal sagen, in die Top Ten mindestens -- und auch als ich ihn das letzte Mal gelesen habe, vor ca. einem halben Jahr oder so, hat er mich richtig mitgenommen und auch nach der letzten Seite noch _tagelang_ beschäftigt. DAS ist echte Kunst.
Der Film hingegen _versucht_ ja noch nichtmal, das Buch umzusetzen. Wenn sie es ernsthaft versucht hätten und gescheitert wären, würde ich ja sagen: na, besser als nichts. Aber so wurden wirklich _alle_ relevanten Szenen entweder komplett rausgekickt oder bis zur Unkenntlichkeit entstellt.
Ich spoilere jetzt mal, obwohl man den Film eigentlich gar nicht spoilern kann, aber ich will niemandem die Überraschung verderben, der das Buch erst noch lesen muss:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Dabei fiel unter anderem ein ganzes Jahr Storyline der Schere zum Opfer, ebenso die besondere Bindung zwischen Meister und Krabat, oder wie der Meister von Pumphutt in die Schranken gewiesen wird, wie der Meister Verdacht schöpft und Krabat Fallen stellt, und so weiter und so fort.
Das Buch ist so herrlich subtil. Nur ein winziges, banales Beispiel: wo kommt das Korn her? wo geht es hin? Es wird darüber nur gemutmaßt. Im Film wird dir um die Ohren gehauen: so wie das Korn gemahlen ist, verwandelt es sich wieder in Korn zurück. So klar wie Kloßbrühe. Und was in den Säcken vom Gevatter ist, wird einem nach ca. 15 Filmminuten reingewürgt.
Kurz gesagt: kein einziges Mal darf der Zuschauer selber zwei und zwei zusammenzählen, jedes Kleinigkeit wird ihm mit einer Offensichtlichkeit um die Ohren geklatscht, dass man meint, man wäre in der Sesamstraße. "Schau nicht zu sehr auf den Verstand, Krabat *zwinker zwinker knuff knuff*" Argh, es ist echt zum dreinschlagen.
Ich weiß ja, dass Buchverfilmungen quasi immer schwächer sind als die Vorlage, aber hier wurde eine so grandiose Vorlage so gnadenlos gemetzelt, dass ich echt nicht weiss, ob ich schreien oder heulen soll. Zum Vergleich, an den Herr der Ringe Filmen hab ich zwar auch einiges auszusetzen, aber sie gehören trotzdem zu meinen Lieblingsfilmen, und das Buch ist ebenfalls in meinen Top Ten. Meine Ansprüche sind also nicht unerfüllbar.
Also wie gesagt: scheisst auf den Film, tut ihn euch nicht an, verderbt euch nicht diese herrliche Geschichte. Holt euch das Buch und zieht euch die Lieder von ASP rein. Ich für meinen Teil werde das Buch bei nächster Gelegenheit nochmal lesen, um diesen abscheulichen Haufen Unrat aus meinem Hirn zu spülen.
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