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Savage Worlds - Small Talk
Humpty Dumpty:
Ah, da hat sich ja ein spannender Austausch entwickelt. Danke für die vielen Präzisierungen. Ich hatte weitgehend ahnungslos ins Blaue phantasiert und eigentlich gedacht, das auch hinreichend deutlich gemacht zu haben. Habe durch die Diskussion hier einiges erfahren und gerne dazugelernt. Am Rande: Je mehr ich darüber lese, desto weniger nachvollziehbar erscheint mir die Entscheidung, ausgerechnet Hellfrost zu übersetzen - offensichtlich eine klassische Fehleinschätzung.
Ansonsten sind Übersetzungen im Rollenspielbereich ein wirklich heikler Punkt. Die Kundschaft ist wahnsinnig kritisch (wir alle sind nun mal Fanbois!), weit überdurchschnittlich gebildet (sowohl in der englischen Sprache als auch generell) und - vornehmlich bedingt durch die Alterstruktur und den damit verbundenen Anteil der Leute in Ausbildung - sehr preisbewusst. Zudem ist der Absatzmarkt ebenso wie die Auflage winzig. Es ist den Verlagen daher (falls sie nicht unglaubliches Glück mit den Übersetzern haben) technisch eigentlich nur möglich, minderwertige Qualität bei den Übersetzungen abzuliefern oder Schweinepreise zu verlangen. Insofern kann man eigentlich entweder nur für gute Übersetzungen Mondpreise zu zahlen bereit sein (Schwerttänzer) oder direkt die englischen Originale kaufen (Zornhau) oder niedrige Übersetzungsqualität bei den Produkten im Austausch für erträgliche Preise schlucken. Alternativen sehe ich nicht.
@ Kardohan: So sehr ich Deine sonstigen Posts und Aktivitäten schätze, Kardohan, der letzte war aus diversen Gründen nach meiner Ansicht in weiten Teilen Mumpitz. Siehe carthinius zu den Gründen, der hat das gut zusammengefasst. Eine zusätzliche Frage habe ich dazu aber doch noch.
--- Zitat von: Kardohan am 24.12.2010 | 01:01 ---Prozentuelle Beteiligung ist mal sowas von illusorisch.
--- Ende Zitat ---
Das mag in diesem Fall so sein (das kann ich wie gesagt nicht beurteilen), bei diversen Rollenspiellizenzen in deutscher Sprache ist das aber definitiv anders. Es überrascht mich, dass bei Hellfrost (so verstehe ich zumindest Deinen Post) KEINE prozentuale Beteiligung im Lizenzvertrag vorgesehen ist und offenbar ein anderes Lizenzmodell existiert. Komisch. Magst/darfst Du mehr verlautbaren? Finde ich sehr spannend.
--- Zitat von: Zornhau am 24.12.2010 | 05:29 ---Die Beiträge heute Nacht haben mir eine (Selbst-)Erkenntnis zuteil werden lassen. Siehe hier.
--- Ende Zitat ---
Hey Zornhau, das ist wirklich ein ausgesprochen schöner Text. Habe ich gerade mit großer Freude gelesen. Kann weite Teile sehr gut nachvollziehen. Vielen Dank.
Kardohan:
--- Zitat von: TAFKAKB am 24.12.2010 | 05:55 ---@ Kardohan: So sehr ich Deine sonstigen Posts und Aktivitäten schätze, Kardohan, der letzte war aus diversen Gründen nach meiner Ansicht in weiten Teilen Mumpitz. Siehe carthinius zu den Gründen, der hat das gut zusammengefasst. Eine zusätzliche Frage habe ich dazu aber doch noch.Das mag in diesem Fall so sein (das kann ich wie gesagt nicht beurteilen), bei diversen Rollenspiellizenzen in deutscher Sprache ist das aber definitiv anders. Es überrascht mich, dass bei Hellfrost (so verstehe ich zumindest Deinen Post) KEINE prozentuale Beteiligung im Lizenzvertrag vorgesehen ist und offenbar ein anderes Lizenzmodell existiert. Komisch. Magst/darfst Du mehr verlautbaren? Finde ich sehr spannend.
--- Ende Zitat ---
Wenn ich mir meine letzten Posts nochmals durchlese, ist es wirklich Quark. Merke: Niemals übermüdet in Foren schreiben, sondern einfach ins Bett gehen!
Die wesentlichen Argumente, die ich eigentlich bringen wollte, kamen dann aber zum Glück von meinen Nachpostern.
Es gibt natürlich eine prozentuale Beteiligung an den Lizenzen, aber eben zwischen den Verlagen. Die Übersetzer werden zumeist nur mit einem niedrigen Hungerlohn bzw. in natura abgespeist. Soweit kann ich dazu was sagen...
Ich habe nichts gegen eine generelle Übersetzung, aber wie du ja schon selber zugibst, ist im Bereich Savage Worlds Hellfrost der 800 Pfund Gorilla, dem man sich nur professionell zuwenden kann. Es ist einfach ZU anspruchsvoll für eine semi-professionelle Truppe.
WENN ihr was übersetzen wollt, dann widmet Euch doch kurzen Freebies mit den Optionalregeln. Sie sind kurz, sind auch ohne Bestiary und Gazetteer (auf Deutsch) zu gebrauchen und man hat keinen Rattenschwanz an lizenzrechtlichen Problemen. Da schreibt man einfach eine Email an PG und parallel an Wiggy mit einer Geschmacksprobe. Da für lau, sollte da in jedem Fall ein OK kommen (Von Wiggy weiss ich es!).
So wären etwa die Artikel über Gemancy, Tournaments und Legendary Relics etc sinnvoll, da Wiggy sie absichtlich nicht in die Rassilon Expansion übernommen hat. Man könnte aber auch das diesjährige Weihnachtsabenteuer übersetzen und gerade den Kalender, den Wiggy und ich gemacht haben (Obwohl der wegen der Feiertage erst mit den RG Sinn ergibt).
Es gibt also genügend Übersetzungen, wo man sich "als Fan" ohne große Probleme austoben könnte und die auch einen Taug haben.
Denkt darüber mal nach!
Myrge Juletide!
Timberwere:
@Zornhau: Deinen Text über die (verlorengegangene) Magie des Rollenspiels habe ich mit großem Interesse gelesen. Danke dafür.
--- Zitat von: Zornhau am 24.12.2010 | 03:26 ---Mir geht es ja auch nicht so sehr um die "Übersetzungsklopse" (gibt eh einen eigenen Thread dafür), sondern um den sprachlichen Ausdruck im Deutschen!
Das fängt bei GANZEN SÄTZEN an. Also einer Ansammlung von Buchstaben, die man irgendwie als Satz identifizieren kann. Leider liegt diese Art der schriftlichen Äußerung nicht jedem, der sich als Übersetzer berufen fühlt.
--- Ende Zitat ---
Die Berufsbezeichnung ist ja leider auch nicht überhaupt nicht geschützt. Es darf sich jeder "Übersetzer" schimpfen, der mal 2 Wochen Sprachkurs im Ausland gemacht hat und meint, er könne das jetzt. Und ich rede nicht von Fan-Projekten, sondern von Leuten, die das hauptberuflich meinen tun zu wollen. Deswegen legen wir "echten" (scnr) Übersetzer auch so viel Wert auf das "Diplom-" vor der Berufsbezeichnung.
--- Zitat ---Dann das Problem, das über einen neutralen, aber immerhin als Deutsch erkennbaren, Satz hinausgeht: Die Stimmungsvermittlung.
Schreibt man einen deutschen Satz (egal ob als Übersetzung oder als neue Entwicklung) für ein Film-Noir-Detektiv-Rollenspiel, dann erwarte ich einen ANDEREN Tonfall im Deutschen, als wenn es sich um ein Sword&Sorcery-Rollenspiel oder ein Hard-Sci-Fi-cum-Technobabble-Rollenspiel handelte.
--- Ende Zitat ---
Es ist traurig, aber wahr, dass ich sowas schon fast gar nicht mehr erwarte. Also, doch, eigentlich würde ich es natürlich erwarten, aber es ist so sehr die Ausnahme geworden, dass sich eher eine große Resignation ausbreitet, wenn dem mal wieder (natürlich, was hatte ich auch anderes gehofft) nicht so ist, und unglaubliche Freude, wenn man doch mal über eine richtig gute Übersetzung stolpert. Die Stimmung richtig einzufangen, ist leider, leider inzwischen "added bonus".
@Kardohan: Volle Zustimmung zu deinen Ausführungen in Sachen Übersetzen der Freebies. Ich stehe auf dem festen Standpunkt: Freimaterial kann man guten Gewissens auch als Freizeitprojekt übersetzen, aber in dem Moment, wo es um Produkte geht, die Geld kosten (und dem Vertreiber im Endeffekt ja auch Geld bringen und nicht nur die Produktionskosten decken sollen, immerhin braucht jede kommerzielle und auf Gewinn ausgerichtete Firma ein Geschäftsmodell, das eben auch Gewinn bringt, sonst hat sie eigentlich keine Überlebensberechtigung), in dem Moment muss auch die Übersetzung Teil der Wertschöpfungskette und angemessen bezahlt sein. Von mir aus zu von Übersetzerseite aus gesehen kulanten Preisen, aber eben nicht zu so niedrigen (bzw. zu Bedingungen), die den Markt zerstören bzw. dem Kollegen die Lebensgrundlage nehmen.
Von daher sollte, wer auch immer an Fanübersetzungen denkt, sich auf alle Fälle erst einmal auf die kostenfreien Beiträge konzentrieren.
(Und nur, um es nochmal ganz klar zu sagen: Ich selbst habe mich gestern nachmittag nur spontan zur Übersetzung des Making Ofs entschlossen, weil ich es für eine gute Sache halte und weil es für einen guten Zweck ist ... und weil ich wie gesagt schlechte Übersetzungen nicht leiden kann, und wenn ich es selbst mache, dann weiß ich wenigstens, dass es halbwegs was wird.
Von allem anderen war und ist nicht die Rede.
Wenn jemand re/ irgendwelcher anderer Freebies auf mich zukäme, oder gar wegen irgendwelcher bezahlter Aufträge, dann würde ich das sicherlich nicht von vorneherein pauschal ablehnen, aber ich würde auch auf keinen Fall pauschal einfach so zustimmen. Ich würde mir das SEHR gut überlegen, und es käme immer ganz und gar auf den Einzelfall an. Mit anderen Verlagen ließ sich ja auch eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung finden.)
Kardohan:
Da sind wir mal einer Meinung! Für meine müden Augen wirkte es gestern abend nur, als ob die Sache im Überschwang etwas aus dem Ruder lief - mit deiner Person in der Mitte. War jetzt kein Vorwurf und nach einer Mütze voll Schlaf weniger wild bzw. absoluter Quark.
Entschuldige übrigens, daß ich dich gestern permanent "geERdet" habe. Schaue in den seltensten Fällen auf den Avatar der Leute und ob sie Männlein oder Weiblein sind.
Das Making of... hat auf jeden Fall Vorrang, denn damit könnte man auch der anglophoben Fraktion hier (nicht abwertend gemeint!) etwas an die Hand geben, was SW ausmacht und was eben nicht. Scheint ja einige Mißverständnisse zu geben, so wohl positiv, wie negativ...
;)
carthoz:
--- Zitat von: Zornhau am 24.12.2010 | 03:26 ---Die Deutschen sind es GEWOHNT von Fernsehen über Kino bis Computerspiel ALLES, aber auch wirklich ALLES synchronisiert bzw. übersetzt dargeboten zu bekommen.
(...)
Wer Rollenspiele spielen wollte, der MUSSTE Englisch lernen!
(...)
Ich finde daher das Gejammer, was von den DSA-Monokultur-Verzärtelten Jungspunden immer dann angeschlagen wird, wenn ihnen mal ein neues Spiel vorgestellt wird, welches auf Englisch daher kommt, geradezu PEINLICH! - "Oh, das ist ja Englisch! Gibt's das nicht auf Deutsch? Dann habe ich keine Lust das zu spielen."
Peinlich.
--- Ende Zitat ---
Ich verweise dabei mal auf den französischen Markt: Da hindert die Sprachbarriere offenbar weder an gescheiten Übersetzungen (die auch noch ziemlich zügig erscheinen, wenn ich mir so die D&D4-Sachen ansehe) noch an einer großen Masse an eigensprachlichen Entwicklungen, die offenbar auch gekauft und gespielt werden.
Bedauerlich, dass das beides bei uns so nicht klappt.
Aber du hast recht: Meine englische Lesekompetenz verdanke ich nicht meinem Englischunterricht, sondern der Interessenlage an Produkten, die vor allem englisch zu beziehen sind/waren oder eben auf Englisch einen größeren Reiz bieten (Serien/Filme im Originalton, Autoren in ihren eigenen Worten etc.). Etwas, was man bei den Teenies ja auch durchaus noch findet, allerdings in einer Ecke, die uns Rollenspielern wenig bringt: Die Animefraktion lernt teilweise ja tatsächlich Japanisch, um die Sachen im Original lesen oder sehen zu können.
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