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[Erzählt mir von] Everway

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Kinshasa Beatboy:
Bin gerade mal wieder auf Everway hingewiesen worden. Hintergrund ist, dass ich mich aktuell durch Reign wühle und recht angetan bin. Daraufhin habe ich mir mal die Veröffentlichungen von Greg Stolze angesehen und festgestellt, dass der gute Mann zwar eine Menge Schrott zu verantworten hat, aber in Summe ein verdammt kreatives Arbeitsbienchen ist und über die Jahre eine vor allem quantitativ sehr imposante Liste an Material herausgebracht hat. Sein Lieblingssystem allerdings scheint Everway zu sein. Davon habe ich immer mal wieder gehört, aber gesehen oder gar gelesen habe ich dazu nie etwas.

Deshalb hier die Frage: Wer kennt sich damit aus und würde mit einigen Infos aushelfen?

Joerg.D:
Everway ist ein klassisches Fantasy Setting mit Karten als als Würfelersatz. Diese Karten werden je nach Lage gedeutet um zu sehen, was passiert. Normal rum gut, verkehr rum schlecht. Da das Ganze mit den normalen Karten schnell recht einseitig wurde, musste man sich eine Erweiterung des Karten Decks, die  Vision Cards kaufen (Achtung Boosterpacks!). Die sollten Heute über E-Bay aber günstig zu komplettieren sein.

Zur Charaktererschaffung zieht man sich 5 Karten und darf diese interpretieren. Zusätzlich gibt es eine positive Eigenschaft, eine negative Eigenschaft und etwas neutrales, was auf der Kippe steht. Man bekommt auch die üblichen Attribute und man kann sich eine Kewl Power basteln die durch Fragen genauer definiert wird. Als Rasse kann man sich so ziemlich alles bauen, was man sich denkt, also sollte man auf eine vielseitige Gruppe gefasst sein.

Dadurch das nicht gewürfelt wird und die Karten dem SL viel Interpretationsspielraum lassen, ist man in der Lage, sehr intensiv zu spielen, weil man nicht ständig auf die Meta Ebene abrutscht.Wirklich aktive Techniken um das zu forcieren, wie Theatrix oder Amber hat Everway aber nicht.

Mir persönlich ist das zu zweidimensional, weil die Karten nur auf zwei Weisen gelesen werden können. Dem SL werden durch die Karten zwar Hilfen zur Hand gegeben, wie man ein Abenteuer gestaltet, aber für wirkliche Kampagnen sehe ich da wenig Hilfe.

Mein Fazit: Karten sind OK, weil sie intensives Spiel fördern, aber das Spiel hat mir zu wenig Struktur um den wirklich großen Wurf zu erschaffen.

oliof:
Nana, durch die Interpretation der Vision Cards anhand der beigefügten Fragen ist das aber mehr als zweidimensional. Ist ja kein Engel.

Everway war der erste Versuch von Wizards of the Coast, mit einem etwas esoterischeren System neue Zielgruppen zu erreichen. Das Spherewalker's Handbook (von Stolze) war insofern ein Meilenstein, als dass es deutlich mit althergebrachten Geschlechterrollen gespielt hat. Da gibts zum Beispiel ein Schwert, mit dem man die Nacht vom Tag trennen kann; erst zwei Seiten nach der Erwähnung des "sword bearers" wird klar, dass das kein arnoldesker Barbar, sondern eine Frau war.

Welche Werke Stolzes sind denn Deiner Meinung nach Schrott?

Joerg.D:

--- Zitat von: oliof am 12.05.2008 | 23:58 ---Nana, durch die Interpretation der Vision Cards anhand der beigefügten Fragen ist das aber mehr als zweidimensional. Ist ja kein Engel.

--- Ende Zitat ---

Die im Spiel zu lesen bremst aber und reist einen aus der Immersion. Deshalb spielen die Leute die ich Kenne es  mit Negativ-Positiv.

oliof:
Die Fragen sind ja primär für die Charaktererschaffung. Das hab ich im meinem Beitrag nicht geschrieben, meinte ich aber. Sorry.

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