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[Erzählt mir von] Herr der Ringe im Coda System
der.hobbit:
Hi,
hat jemand von euch Erfahrungen mit dem Herrn der Ringe nach dem Coda System (Pegasus / Decipher). Der erste Band animierte dazu, den ersten HdR Film nachzuspielen. Exakt so, wie er im Kino kam. Klar, dass das kein RPG ist sondern gemeinsames Nacherzählen, und entsprechend bekam das System Schelte.
Ich habe das Hauptregelwerk, das ein "echtes" RPG ist, vor einiger Zeit gelesen und fand es nicht uninteressant. Insbesondere die Art, wie die Magie eingebunden wurde, erschien mir sehr passend zur Welt.
Aber gespielt habe ich es nicht, daher: Wer hat das schon? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Taugt es was?
Danke!
ragnar:
Könnte besser sein. Hat eigentlich einen ganz guten Grundstock, aber...
Es ist auf der einen Seite recht "simulierend" und bildet "mittelirdische realitäten" ab (Elfen sind überlegen usw. also von Spielgleichgewicht wenig zu spüren) auf der anderen Seite wälzt es viel von der Verantwortung ein HdR-ähnliches-Spielgefühl zu erzeugen auf den SL ab (d.h. grob vereinfacht "Ignorieren & Erweitern sie die Regeln damit etwas ähnliches dabei rumkommt") und wenn die Spieler nicht höchst "verantwortlich" mit dem System umgehen, bekommt man sehr schnell Charaktere die in der Welt doch arg deplaziert wirken.
Thot:
Ich habe dazu vor einigen Jahren mal eine Rezi geschrieben:
http://www.drsrm.de/drsrm/LordoftheRings
Kurz und knapp ist es ein System mit schönen Ansätzen, dem aber leider zu wenig Zeit gegeben wurde, es zu entwickeln (was man auch an den sehr, sehr umfangreichen Errata sieht). Die Übersetzer haben wunderbar gearbeitet. Leider fehlte auch in Deutschland etwas die kommerzielle Ausdauer.
der.hobbit:
Die Rezi liest sich ganz gut, danke dafür! Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das System in der Summe ganz nett, aber auch nicht mehr. Hinzu kommen noch zig Fehler in der englischen Version, die leider auch teilweise in der deutschen auftreten (die ich habe).
Vanis:
Ich hab es jahrelang gespielt und es hat mir gut gefallen. Wie in jedem System können übertriebene Charaktere rauskommen, das stimmt. Die Hinweise, wie zu den Besonderheiten Mittererdes fand ich eine richtige Offenbarung, nachdem ich 10 Jahre Mers/Rolemaster gespielt hatte. Die Regeln müssen ansich gar nicht gebogen werden, um ein "mittelerdiges" Spielgefühl zu erzeugen. Vor allem die Magie gefällt mir da sehr. Bis einer der Helden mal umkippt, vergeht schon so seine Zeit. Vor allem, wenn man als SL anfangs nur Kanonenfutter als Gegner auffährt.
Mir gefällts, ist ne runde Sachen. Leider hat`s Decipher einfach nur verbockt und sich zu stark an den Filmen orientiert. Die Zielgruppe (filmbegeisterte Jugendliche) kann man mit einem 300-Seiten-Rollenspiel nicht ködern und alte Mers-Veteranen lassen sich mit Filmbildern eher nicht ködern. Ich hab mich davon nicht abschrecken lassen und wurde positiv überrascht. Der Support hätte natürlich besser sein können, mehr Abenteuer als Einstiegshilfe, weniger Filmbücher wie "Die Gefährten".
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