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HBO's Game of Thrones (Song of Ice and Fire von George R Martin)

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Aedin Madasohn:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken) der Kampf zu Blankwaffenzeiten begünstigt teuren (etwa metallenen) Rüstungsschutz und körperliche Fitness stärker als rasenden Fanatismus, was ein deutlicher Unterschied zu heutigen Sprengstoffgürtel/Heckenschützenzeiten ist.

Grundsätzlich besteht das Risiko im modernen Häuserkampf aus seinen geringen Distanzen, was wesentliche Elemente der Feuer(unterstützungs)kampfführung sowie der mobilen Gefechtsführung (mangels Raum zum Manövrieren) aushebelt.

für die Blankwaffenzeitalter zurückskaliert bleibt das Feuerrisiko einer holzlastigen Mitteleuropa-Mittelalter Stadt. In den Gassen einer brennenden Holzstadt ersticken selbst gut gerüstete Ritter in Meister Eders bester Volldose im schnöden Rauch.

es bleibt aber immer die Frage, in wie weit die Stadtbewohner überhaupt kämpften oder aber nur als Opfer sich ihrem Schicksal ergaben. Mut zum Kämpfen ist echt rar gesäht, was gerne übersehen wird. Formalisierte Organisationen, die durch Gruppenzwang (Korpsgeist, Drill, Strafen) hier normal feige Menschen "mitreißen" sehen wir in der römischen Legion oder aber in den stehenenden Heeren ab früher Neuzeit. Dazwischen ist viel "rette sich wer kann!" - Weggelaufe durch Heinrich Normaluntertane

Josephus schreibt zum Thema Rauch in engen Anlagen eine aufschlussreiche Passage aus der Eroberung Massadas, wo die siegreichen Römer erst das Niederbrennen der inneren (hölzernen) Notmauer abwarteten, bis sie im Morgengrauen dann stürmten.

Das hin und her des mehrtägigen Kampfes im herodischen Tempel zu Jerusalem ist da ebenfalls anschaulich. Trotzdem nahmen die Römer die Stadt systematisch ein. Auch müssen ihre Verluste im Rahmen geblieben sein, schließlich tobte ein römischer Bürgerkrieg parallel und trotzdem kollabierte die Grenzsicherung gegen alle beutelüsternden Barbaren und Parther nicht.
Währe Titus mit einem Pyrrhus-Sieg aus Judäa gekommen, dann hätte das wohl die gut organisierten Parther kaum ungenutzt gelassen.
Übrigens Pyrrhus: er soll der stark polemischen Legende nach durch einen fallenden Blumentopf in den Gassen einer gestürmten Stadt sein Leben ausgehaucht haben
nur setzt das eine Architektur voraus, wo von oben auch geworfen werden kann.
    nur für Lichtschwerttänzer interessant

Xemides:

--- Zitat von: viral am 17.05.2019 | 12:09 ---Die waren ruchlos evtl. auch verrückt. Die haben aber nicht aus einer Laune raus ne Stadt mit Verbündeten, Zivilisten und sich bereits ergebene Soldaten in einem Flammenmeer im großen Stil gegrillt.

--- Ende Zitat ---

Tywin hat mit dem Regen von Castamere eine Stadt ersäuft.

YY:

--- Zitat von: BobMorane am 17.05.2019 | 12:48 ---Das must Du mir bitte Erklären. :)

--- Ende Zitat ---

Es gibt immer wieder mal Kämpfe oder einzelne Momente, wo die Rüstungen geradezu lächerlich nutzlos sind.
Beim Herrn der Ringe z.B. ganz massiv erkennbar in der Schlacht um/in Osgiliath - alle in Volldose und sterben wie die Fliegen an Treffern, die völlig chancenlos abprallen müssten.

Und bei GoT gibt es auch immer wieder mal "dramatische" Momente, wo jemand mit dem Schwert durch Rüstung haut, als wäre sie nicht da.
Daher "lightsaber moment": die Schwerter verhalten sich für einen kurzen Moment wie Lichtschwerter, aber eben nicht immer.


Das geht neben dramaturgischen Entscheidungen oft darauf zurück, dass die Choreographen zwar fechten oder anderweitig mit Blankwaffen kämpfen können, aber nicht genug darüber wissen, was Rüstungen können und was nicht und wie das die jeweiligen Kämpfe prägen müsste.

takti der blonde?:

--- Zitat von: YY am 17.05.2019 | 13:21 ---Das geht neben dramaturgischen Entscheidungen oft darauf zurück, dass die Choreographen zwar fechten oder anderweitig mit Blankwaffen kämpfen können, aber nicht genug darüber wissen, was Rüstungen können und was nicht und wie das die jeweiligen Kämpfe prägen müsste.

--- Ende Zitat ---

Ich würde sogar behaupten, das ist bewusst so gewählt. Von dem, was entsprechende an "medieval fighting techniques" rekonstruieren konnten, sind diese denkbar wenig "cinematisch" und lassen sich nur schwierig befriedigend inszenieren...

Grüße

Hasran

Sashael:
Sind reale Kampftechniken nicht zu 99,9% eben nicht cinematisch? Wenn ich mir reale Kämpfe (Überwachungsvideos, Kampfsportturniere etc.) oder Sportfechten so angucke, dann ist das zwar oft beeindruckend, aber für einen Film fehlt dann doch so einiges an ... Choreographie, Stichwort Pacing. ;D

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