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[Heredium] Eine Vorstellung

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Arkam:
Hallo zusammen,

im Kauf- und Leserausch habe ich mir gerade das Heredium Grundregelwerk gekauft. Dam mein Urlaub nicht ewig währt und noch anderer Lesestoff wartet werde ich hier die einzelnen Kapitel so nach und nach vorstellen.

Äußerlichkeiten
Für knapp 40 € erhält man ein 400+ Seiten Hardcover. Der Einband ist schwarz und zeigt das Heredium Logo. Ein Mond aus dem eine Flamme schlägt. Sehr schön finde ich das der Band direkt zwei Lesebändchen hat.
Im Innenumschlag findet sich eine farbige Karte der Erde von Heredium. Diese hat sich nämlich drastisch geändert.
Das Papier ist glänzend und sehr schön griffig. Das Layout ist dreispaltig wobei die Spalte am Buchrand grau unterlegt ist und Abbildungen und Ergänzungen zum Seiten Inhalt zeigt.
Die Abbildungen sind in Grautönen gehalten und gefallen mir sehr gut.

Inhaltliches
Es gibt ein Inhaltsverzeichnis und einen Index die einen vollständigen Eindruck machen.
Als es nach dem allgemeinen Einstieg in den Hintergrund nicht mit den Regeln sondern mit den Kulturen losging wollte ich schon meckern. Da die Kulturen aber auch die spielbaren Charakterklassen beeinflußen und diese wiederum Auswirkungen auf die Regeln haben macht die Einteilung hier schon Sinn. Zudem kann man ja sowohl die Regeln als auch die Kulturen mit einem der beiden Lesebändchen makieren. Hier haben die Macher des Regelwerks Mal wirklich an die Spieler gedacht.

Kapitel 1: Mondfall
Es fängt mit einer Explosion an die den Mond zerreisst. Die an der erde vorbeifliegenden Bruchstücke werfen die Erde aus der Bahn und führen so zu drastischen Veränderungen.
Danach erfährt man schon kurz welche Kulturen man spielen kann.
Debelleratoren: Sie scheinen mit übermenschlichen Fähigkeiten und ordentlichen Waffen die Übermenschen von Heredium da zu stellen. Die Debelleratoren regieren in Nord Amerika.
Raging Bull: Der Abschaum der Menschheit sammelt sich in Australien. Hier wird getrunken, geschachert und das eigene Recht mit der Waffe verteidigt.
Nordallianz: Die Nordallianz stellt eine hochindustrialisierte Theokratie da.
Temora: In dieser asiatischen hochtechnisierten Biosspähre werden die asiatischen Traditionen gepflegt.
Anschließend kommen dann noch ein paar weise Worte zu einem Dark Future / Endzeit Setting und natürlich generell zum Rollenspiel.
Die Timeline reicht von 2030 bis 2200, dem Jahr indem das Spiel beginnt.

Kapitel 5: Die Regeln
Als erstes lernt man den grundlegenden Würfelmechanismus kennen. Und zwar würfelt man mit W6 in Höhe des passenden Attributs und addiert eventuell passende Fertigkeiten hinzu.
Zu erreichen gilt es eine vom Spielleiter fest gelegte Schwierigkeit die von 8 - 36 reicht. Je nachdem um wieviel die Schwierigkeit über- oder unterschritten wurde fällt das Ergebniss verschieden aus. Das System arbeitet dabei in Dreier Schritten. Pro drei Punkte über oder unter der Schwierigkeit hat man also einen entsprechend besseren Erfolg oder einen katastrophaleren Fehler hingelegt.
Als nächstes werden dann die sechs Attribute vor gestellt die mit Kraft, Konstitution, Agilität, Intelligenz, Psyche und Ausstrahlung eigentlich keine Überraschung bieten.
Von diesen Attributen werden dann noch einige sekundäre Attribute abgeleitet. Das sind die Lebens- und Ausdauerpunkte eines Charakters, seine Initiative und seine Grundverteidigung gegen körperliche und geistige Angriffe. Das ganze ist schnell gerechnet und macht einen durchdachten Eindruck.

Mit den Aspektpunkten kommt jetzt eine interessante Recource ins Spiel. Mit diesen Aspektpunkten kann man jetzt entweder eigene Fähigkeiten aktivieren oder aber einen eigenen Würfel auf 6 drehen oder einen gegnerischen auf 1 drehen. Wir erinnern uns je höher das Ergebniss destso besser.
Man erhält pro Tag mit längerer Ruhephase einen Aspektpunkt zurück.
Zusätzlich kann man durch gutes Rollenspiel Aspektpunkte bekommen. Dazu wählt man einen Aspekt für seinen Charakter aus den im Regelwerk vorhandenen aus. Wenn man diesen Aspekt besonders gut darstellt erhält man einen Aspektpunkt zurück. Die Idee der Aspektepunkte gefällt mir sehr gut. Beim gewinnen von Aspektpunkten über aspektgetreues Rollenspiel habe ich so meine Zweifel. Radikal ausgespielte Charaktere deren Spieler nicht bedenken das ihr Charakter ja in der Welt auch überleben muß haben mir schon für zu viel Ärger gesorgt. Ich denke in meiner Runde können die Spieler bei besonders gelungenen Spieler- oder Charakteraktionen vorschlagen das der Charakter des Spielers einen Aspektpunkt bekommt.

Danach werden die Fähigkeiten vorgestellt. Es gibt Basisfertigkeiten die man auch ungelernt anwenden kann und Spezialfertigkeiten die man nur gelernt anwenden kann.
Besonders schön finde ich das man am Ende noch eine Tabelle mit allen Fertigkeiten unterteilt nach Basis- und Spezialfertigkeit finden.

Das Kampfsystem bietet basismäßig keine Überraschungen. Initiative bestimmen, Fertigkeitswurf gegen die Verteidigung des Gegners, wenn gelungen Schaden auswürfeln und Rüstung subtrahieren und dann den Schaden erst von der Ausdauer und dann von den Lebenspunkten abziehen.
Im einzelnen gibt es aber eine Reihe von interessanten Details.
Bei der Initiative etwas kann man Aktionen aufwenden um das Würfelergebniss zu verändern. Auch das bei anderen Systemen so problematische Abwarten und dann alle Aktionen gegen einen Gegner ausführen der sich nicht mehr wehren kann ist bedacht. In diesem Fall hat man dann nämlich den Initiativewert zu dem man zuletzt gehandelt hat.
Die Anzahl der möglichen Aktionen beträgt maximal Drei, abhängig von der Agilität des Charakters. Pro zusatzaktion werden alle Aktionen um drei Punkte schwieriger.
Trefferzonen bei Schußwaffen und Manöver bei Nahkampfangriffen ergeben noch taktische Möglichkeiten.
Das Kampfsystem ist einfach, vollständig und in die vorhandenen Grundregeln eingebettet. Für mich also ein Kampfsystem bei dem ich mir schnelle und interessante Kämpfe vorstellen kann.

Nachdem man jetzt Hintergrund und Regeln kennt kommt die Charaktererschaffung.Die Charaktererschaffung als vorletzten Punkt der Regeln ist zwar untypisch macht aber Sinn. Denn erst jetzt weis ich was für eine Charakterklasse und nach welchen Regeln ich spielen werde. Das erleichtert es dann deutlich seinen Wunschcharakter zusmmen zu stellen.
Es handelt sich um ein Kaufsystem bei dem man Punktepools für Attribute und Fertigkeiten verteilt. Als letztes kann man dann noch Punkte für Vorteile aufgeben und für Nahteile eventuell noch zusätzliche Vorteile bekommen.
Dabei gibt es aber eine Punkteobergrenze. Zudem sind die Nachteile echte Nachteile und die Vorteile auch echte Vorteile. Bei den meisten wird auch angegeben wie sie spieltechnisch an zu wenden sind.
Mit einem Charakterblatt und der Doppelseite für die Charaktererschaffung kann man schon prima Charaktere aufstellen. Ich denke mit etwas Spielerfahrung fällt dann auch die Auswahl von passenden Vorteilen leicht.

Ich hoffe ich kann demnächst weiter schreiben. Zurzeit muß ich aber erst Mal Schluß machen.

Gruß Jochen

JS:
Gibt es noch weitere Erfahrungs- und vielleicht sogar Spielberichte von Heredium?

Blizzard:

--- Zitat von: JS am 20.08.2009 | 09:18 ---Gibt es noch weitere Erfahrungs- und vielleicht sogar Spielberichte von Heredium?
--- Ende Zitat ---
Ja, gibt es-und damit hole ich diesen uralt-Thread mal aus der Versenkung. Auch in der Hoffnung, ein bisschen Werbung für Heredium zu machen-um das es doch imho recht still geworden ist in den letzten Jahren. Es hat aber auch damals schon, wo es noch aktuell war leider nie die Aufmerksamkeit erfahren, die Degenesis damals entgegen schlug-was ich schon ein bisschen schade fand.

Zum Thema Spielberichte: Ich habe Heredium ein paar Mal auf diversen Cons geleitet. Jeweils One Shots für Einsteiger/Anfänger. Das hat iirc eigentlich allen durch die Bank weg gut gefallen. Leider habe ich nie im privaten RPG-Umfeld eine Heredium-Runde aufziehen können-was echt schade ist. Aber genug gejammert: Morgen leite ich nach einiger Abstinenz mal wieder eine Heredium-Runde auf einer Convention. Ich habe dafür ein Abenteuer zusammen gebastelt, das Teile vom Einstiegsabenteuer aus dem GRW und Teile von einem selbst erdachten Abenteuer beinhaltet.

Da meine letztes Heredium-Abenteuer nun doch schon ein paar Jahre her ist, ackere ich mich grade wie ein Hezekielit durch das GRW und hätte da eine regeltechische Frage zu den Waffen. Am besten am Beispiel eines Messers. Das hat TS +1/2. Der erste Wert steht für Treffsicherheit(Bonus auf Angriffswurf), der zweite Wert ist der Faktor, mit dem der Erfolgsgrad beim Angriff multipliziert wird zur Schadensbestimmung.  Das Messer hat einen SCH-Wert von +2.

Nehmen wir nun folgende Kampfsituation an: "A" greift "B" mit dem Messer an. "B" hat eine PV von 14. Der Spieler von A würfelt für den Angriff und kommt auf 17. Das wären 3 Erfolge. Wäre dann der Gesamtschaden (Rüstung und andere Dinge mal außen vor gelassen) wie folgt: 3 (EF vom Angriff)+2 (SCH-Wert Messer)x2(Multiplikator TS)= 10 Punkte Schaden? Habe ich das richtig verstanden? Ich finde das nämlich etwas verwirrend (und erinnere mich daran, dass ich das damals schon etwas verwirrend fand)...



T.F.:

--- Zitat von: Blizzard am 23.06.2018 | 15:58 ---Nehmen wir nun folgende Kampfsituation an: "A" greift "B" mit dem Messer an. "B" hat eine PV von 14. Der Spieler von A würfelt für den Angriff und kommt auf 17. Das wären 3 Erfolge. Wäre dann der Gesamtschaden (Rüstung und andere Dinge mal außen vor gelassen) wie folgt: 3 (EF vom Angriff)+2 (SCH-Wert Messer)x2(Multiplikator TS)= 10 Punkte Schaden? Habe ich das richtig verstanden? Ich finde das nämlich etwas verwirrend (und erinnere mich daran, dass ich das damals schon etwas verwirrend fand)...
--- Ende Zitat ---
Ja, das stimmt so. Der Waffengrundschaden (+2) erhöht den Erfolgsgrad (3). Der Gesamterfolgsgrad (3+2) wird mit dem Schadenmultiplikator der Waffe (x2) multipliziert.

Ich habe das System in unserer Runde sowohl als Spieler, als auch als Spielleiter erlebt. Im Grunde ist es ein schönes Spiel mit interessantem Hintergrund. Das Regelsystem ist jedoch mE etwas schlecht ausbalanciert. Hier habe ich mit etlichen Hausregeln gegengesteuert. Insbesondere bei den Waffen habe ich fast die gesamte Tabelle umgeschrieben, um sie halbwegs aufeinander abgestimmt zu bekommen.

Blizzard:
Zur Con-Runde von gestern verweise ich mal auf hier.

Weiß denn zufällig jemand, wie lange die Neugestaltung der HP von 13Mann noch dauert?

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