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[RIFTS] Das ewig gehasste RIFTS?

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Jed Clayton:

Hallo,

letzte Woche stattete ich wieder einmal dem UltraComix in Nürnberg einen Besuch ab. Dieser Laden hat wie auch schon sein Vorläufer "Projekt Sieben" ein sehr prall gefülltes Regal mit den Büchern von Palladium Books, einschließlich das gute alte Palladium-Flaggschiff "RIFTS".

Da RIFTS heute in Podcasts und Foren zu den am meisten gedissten und belächelten der "größeren" Systeme gehört und ich in letzter Zeit eben hauptsächlich Negatives dazu gehört und auch sonst in den vergangenen 14 Jahren kein RIFTS mehr gespielt (aber ein bisschen gelesen) habe, musste ich mich schon mal fragen: Warum hat UltraComix nach wie vor so viel von RIFTS im Regal? Wer kauft alle diese Bände?

Mit anderen Worten: Wo stecken all die anderen RIFTS-Spieler? Gibt's da welche in Nürnberg, Erlangen, überhaupt in Franken/Nordbayern etc.?

Falls ihr RIFTS spielt, ist das Regelsystem letzten Endes wirklich so furchtbar?
Spielt ihr RIFTS evtl. mit einem anderen System, und wenn ja, mit welchem?

Arkam:
Hallo zusammen,

ich habe Rifts selbst gespielleitert und habe bei Robotech, das ja den gleichen Regelansatz benutzt, bei einer Kampagne mitgespielt.

Ich vermute das bei der Kritik an Rifts der sehr klassische Ansatz mit Klassen und dazu das ungewohnte Konzept mit SDC / MDC eine Rolle spielte. Denn gerade bei den SF Spielen hat sich ein flexiblerer Regelansatz als Standard durchgesetzt.
Da die Palladium Sachen aber stets einen relativ festen Hintergrund beschreiben finde ich es gar nicht schlecht. Hinzu kommt das man ja über die Auswahl der Skills noch eine gewisse Flexibilität hat.
Zudem gibt es in Deutschland und nach dem was ich gehört habe auch in den USA keine richtig große Fanbasis.

Wir haben bei Rifts und Robotech folgende Hausregeln verwendet.
Neue Skills konnten für 250 Erfahrungspunkte gekauft werden wenn der Charakter diese bei der Erschaffung wählen konnte.
Skills die der Charakter nicht hätte wählen können kosteten 500 Erfahrungspunkte.
Man konnte seine Skills flexibel lernen. Dazu zählte man zunächst Mal alle Skills. Skills die keine Boni brachten zählten 1, Skills die Boni brachten und einen Wert hatten brachten 0,5 und Skills die nur Boni brachten brachten 0 Punkte.
So erhielt man einen Wert. Wenn man jetzt einen Skill steigern wollte teilte man die zum erreichen der nächsten Stufe nötigen Erfahrungspunkte durch diesen Wert und erhielt so die Kosten für eine Skillsteigerung.
Neu gelernte Skills flossen nicht in diesen Wert ein.
Wenn man stufenabhängige Fertigkeiten hatte, etwa Zauber, konnte man auch Erfahrungspunkte ausgeben um gezielt seine Stufe zu steigern. Diese Punkte zählten dann sozusagen doppelnd. Ein Mal natürlich ganz normal beim Erhalt und ein Mal wenn man sie gezielt für diese Möglichkeit ausgab.
Eine Begerenzung für die zu lernende Fertigkeitsstufe ist nicht notwendig da die Kosten in den hohen Stufen ja ziemlich drastisch stiegen.

So hatten Die Charaktere die Möglichkeit auch ausgefallerene Erfahrungen in Spielwerte umzusetzen.

Gruß Jochen

Boba Fett:
Ich habe Rifts nie gespielt, kenne aber Robotech sehr gut und habe früher mal Palladium gespielt.
Rifts baut auf dem Palladium System auf, ist dementsprechend Klassen und Stufenbasierend.
Pauschalisierend kann man Palladium als das "bessere" AD&D betrachten, weil es entgegen AD&D konsequente Regelumsetzungen besitzt - im Vergleich zu D&D3E aber (das ja auch stufen- und klassenbasierend ist), kann das Palladiumsystem nur verlieren, weil es dann eben doch nicht so durchdacht designed ist. Es stammt halt aus den Achtzigern. Und das merkt man auch.

Rifts selber zeichnet sich durch eine unheimliche Vielfalt an Charakterklassen und Möglichkeiten aus, was es aber auch zu einem der unausgewogensten Systemen macht, weil die Designer eben nicht darauf bedacht waren, einen Level zu halten, sondern immer noch einen draufzusetzen. [Paladium und Robotech zeichnen sich übrigens auch in dieser "Qualität" aus...]

Das ganze stammt von Kevin Sembieda, der auch nicht gerade für eine gute Arbeitsorganisation bekannt ist und der sich strikt weigert über eine Modernisierung der Spielregeln auch nur nachzudenken. Dabei wäre es äußerst sinnig gewesen, die einzelnen Systeme auf d20 umzusetzen.
In den letzten Jahren ist sein Verlag auch schon an der Pleite vorbeigeschrammt, und nur eine Spendenaktion seitens der Fans konnte ihm helfen.

Es gibt aber vor allem im englischsprachigen Bereich eine große Anzahl an Rifts-Fans.

Vielleicht helfen Dir diese Informationen etwas weiter...

oliof:
RIFTS ist das letzte Grosse Gonzo Game. Das macht es fuer viele Leute interessant. Diese Leute bemuehen meistens Onkel Plausi[1], um mit den Regeln Spass zu haben.



[1] Plausibilitaetenabwaegung, KB - bei einer Welt wie der von RIFTS klingt das vielleicht gediegen, ist aber so.

Boba Fett:
was ist denn ein "großes Gonzo Game" wenn man die Frage stellen darf... :)

[Vermutung: "großer Gonzo" steht synonym dafür den "großen Macker" raushängen zu lassen, also auf "dicke Hose machen" und sich als "der größte zu präsentieren", um es mal in deutschen Modebegriffen zu formulieren...]

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