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WoW ab 18?
Ludovico:
Ich hab neulich ein sehr interessantes Interview mit einem gewissen Dr. Pfeiffer und seinen Leuten in der ComputerBild Spiele gelesen. Neben heftigen Angriffen gegen Spielehersteller, die aber meiner Meinung nach gut und schlüssig begründet und somit für mich nachvollziehbar waren, gab es auch die Forderung WoW erst ab 18 freizugeben, denn die Suchtgefahr sei sehr groß und das soziale Leben leide sehr, was insbesondere bei Jugendlichen fatal sei.
Ok, ich hab in meiner Umgebung mittlerweile 2-3 Fälle von Online-Sucht erlebt (und die anderen Leute spielen den Kram nicht oder kaum) und auch mal selber etwas in der Art durchgemacht und denke deshalb, daß die Forderung WoW aber gerne auch andere MMORPGs erst ab 18 freizugeben, berechtigt ist und durchgesetzt werden sollte.
Was meint ihr?
Felixino:
Bin ich dafür, sage ich auch schon seit längerem. Wobei wie ich an meinem Mitbewohner (20 Jahre) sehe ist auch das Plug'n'Play Gehirn ab 18 so ne Sache.
Kinshasa Beatboy:
Das ist sicherlich eine Idee, die die Problematik kurzfristig eindämmen könnte. Generell bin ich aber kein Freund von Verboten und halte Aufklärung aller Beteiligten für die bessere Strategie. Wenn also Eltern besser informiert und ihnen konkrete Handlungsoptionen unterbreitet werden, wirkt das vermutlich mittel- und langfristig positiver als ein generelles Jugendverbot für Wow und Konsorten.
Das ist aber natürlich alles eher eine Frage der Weltanschauung als eine, deren Antwort und Nachweis eindeutig zu erbringen wäre.
JS:
Mein Neffe ist 14 und auch WoW verfallen. Aus "nur 2 Stunden pro Tag" wurden schnell erschlichene 5-8 Stunden bis tief in die Nacht hinein. Die schulischen Leistungen litten aufgrund von Müdigkeit und Konzentrationsschwäche so stark, daß sein Notenschnitt in einem halben Jahr um eine ganze Note sank. Mittlerweile wurde ihm der Computer weggenommen, weil er sein Verhalten nicht kontrollieren konnte/wollte. Ich weiß allein aus meinem kleineren Heimatdorf gesichert von drei Teenager-Fällen, die durch WoW eine gestörte Wahrnehmung bekommen haben und mittlerweile in Suchttherapie sind.
Aber auch in meinem älteren Bekanntenkreis gibt es einen Vater zweier kleiner Kinder, der täglich konsequent von 21 Uhr bis nachts um 3-4 Uhr beim Wowlen ist und bei einer Arbeitszeit bis etwa 18 Uhr nicht mehr viel für seine Familie tut. Die Ehe steht meines Wissens kurz vor dem Ende. Und mein engster Spielekumpel, den ich seit 15 Jahren kenne, hat sich mittlerweile total von uns allen zurückgezogen, denn vier feste "Raidtermine" pro Woche fordern eben Einschnitte bei unwichtigen Kontakten in der wirklichen Welt.
Wohlgemerkt: Das sind keine "brutalen, fiktiven Fallbeispiele", sondern echte Erlebnisse und Erfahrungen, die ich persönlich machte. Allerdings kenne ich auch ein gutes Dutzend WoW-ler, die ganz normal sind und WoW als Hobby wie jedes andere betreiben. Nur wage ich nicht, meine persönlichen Erfahrungen mal hochzurechnen...
PS: Zumindest bei den Teenager-Problemfällen ist aber auch viel Elternversagen im Spiel. Auch das mußte ich leider selbst miterleben.
Stahlfaust:
WoW ab 18 halte ich für sinnvoll.
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