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WoW ab 18?
Pesttanz:
Man sollte sich eher die Frage stellen, warum Menschen einen vollständigen Realitätswechsel vollziehen möchten. Dieses Problem ist mit einem "Ab 18" nicht getan. Zumal die meisten WOW Süchtigen eh schon über 18 sind. Ein Jugendlicher der mehrere Stunden am Tag zocken kann kann mir persönlich nur leid tun und seine Eltern sollten sich schämen! Von daher ist das vollkommen unnötig und mehr Alibi.
Scorpio:
Herrn Pfeiffer zu trauen ist gefährlich. Er umgibt sich mit einer Aura der Kompetenz und hervorragender Rhetorik, die er jedoch nicht mit Fakten untermauern kann. Die "Forschungsergebnisse" seines Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen zum Thema Videospiele sind in der seriösen Wirkungsforschungsdebatte nicht umstritten, sondern werden aufgrund massiver Formfehler ignoriert.
Selbst wenn man WoW als Sucht ansehen könnte (von der medizinischen Sicht aus gesehen, erfüllt es die Kriterien nicht), so kann es zu einem Suchtverhalten erst dann kommen, wenn die Umwelt der betroffenen Person versagt. Die Frage sollte also nicht sein, wieweit man das Spiel eingeschränkt verkaufen oder freigeben sollte, sondern bei jedem Einzelfall nachzuhaken, wieso sich die Person lieber in Fantasiewelten flüchtet, als sich der Realität zu stellen.
Nachtrag: Sowas meine ich, wenn ich von dem Versagen der sozialen Sicherungsnetze spreche. Eine völlig undurchsetzungsfähige Mutter, die es noch nicht einmal fertig bringt, ihr Kind zu erziehen. Aber dann dem Spiel die Schuld geben.
Kinshasa Beatboy:
--- Zitat von: Scorpio am 2.03.2009 | 17:22 ---Selbst wenn man WoW als Sucht ansehen könnte (von der medizinischen Sicht aus gesehen, erfüllt es die Kriterien nicht), so kann es zu einem Suchtverhalten erst dann kommen, wenn die Umwelt der betroffenen Person versagt. Die Frage sollte also nicht sein, wieweit man das Spiel eingeschränkt verkaufen oder freigeben sollte, sondern bei jedem Einzelfall nachzuhaken, wieso sich die Person lieber in Fantasiewelten flüchtet, als sich der Realität zu stellen.
--- Ende Zitat ---
Das ist in dieser Form meiner Meinung nach nicht korrekt. Auch wenn Wow (noch) nicht direkt Eingang in die internationalen Klassifikationen in Form des ICD bzw. DSM IV gefunden hat, so ist Internetsucht mittlerweile dennoch eindeutig definiert und diagnostizierbar. Die American Psychological Association hat sich diesbezüglich bereits sehr frühzeitig positioniert. Ansonsten kann vollkommen fraglos auch ohne ein Versagen der Umwelt (was immer das sein soll) selbstverständlich Suchtverhalten entstehen. Entsprechend sind aus meiner Sicht auch die Schlußfolgerungen falsch.
Samael:
Uh, level-headed-reply, Scorpio. Dachte der Pfeiffer wär sowas wie deine Nemesis... ;)
Topic: Ich hatte auch einige mittelschwere Fälle von WoW-Suchtverhalten in meinem Bekanntenkreis. Ich selbst habe Gottseidank noch in der Anfangsphase aufgehört - auf freundlichen Rat meiner Freundin (war jetzt nicht dramatisch - sie hat mich einfach gebeten aufzuhören, weil man nicht wie bei anderen Spielen jederzeit Pause machen konnte und sie es doof fand, wenn ich 3+ Stunden am Stück nicht ansprechbar war.) . Einige Bekannte haben 2-3 Semester verloren oder ihre Beziehung so faktisch beendet. Und das waren keine 14jährige, sondern intelligente Leute Anfang 20, die es besser hätten wissen müssen.
Irgendwas muss da schon dran sein, an der "Sucht". Ich möchte nicht wissen, was das Spiel mit mir als 14jährigen gemacht hätte.... (andererseits, wenn meine Elern nicht gewesen wären heißt das - mit 14 durfte ich den PC nicht mal in meinem Zimmer haben...).
Ein:
Besser wie in Korea Boot Camps für internetsüchtige Jugendliche einführen.
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