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High/Low Magic?
Edwin:
Habe jetzt schon an mehreren Stellen gesehen, dass sich über die Frage „Ist System/Setting X&Y oder ABC nun High oder Low Magic“ die Köpfe eingeschlagen wird, mmn vollkommen sinnlos.
Das Problem erscheint mir nämlich, dass High/Low Magic keine Achse, sondern ein Dimensionsraum ist. Die verschiedenen Achsen könnten sein:
1. Einfluss der Magie auf die Welt: Lassen sich nur kleine Lichtkugeln erschaffen oder kann man die Zeit zurückdrehen? Da denkt man oft zuerst dran, wenn man die Frage diskutiert. Wichtig ist dass hier die Leistung und nicht nur die Kraft gemeint ist. Bleibt die Flamme die ich erschaffen habe nur einen Augenblick erhalten oder brennt sie bis in alle Ewigkeit?
2. Verbreitung der Magie: Kann sie jeder erlernen oder braucht man ein besonderes Talent? Ist sie eine Geheimwissenschaft oder allgemein zugänglich? Über diese Schraube wird auch oft reguliert, wie viel Einfluss Magie auf die Lebensabläufe hat und wie stark sich andere durch Magie beeinflussen lassen. Es ist nur konsequent, anzunehmen dass viele Arbeiten des alltäglichen Lebens in einer Welt mit vielen Magiern mit Zauberei erledigt werden.
3. Zaubergeschwindigkeit: Schnippen mit dem Finger oder tagelange Rituale? Das Machtlevel ändert sich, weil man desto unflexibler wird, je länger man sich für die Zauberei Zeit nehmen muss.
4. Aufwand an Ressourcen: Hier reicht die Spanne von quasi keine (DnD4 at-wills) bis zu extrem teuren/seltenen Materialkosten oder gar Menschenopfern. Auch Spell Slots können als Ressourcen und somit Einschränkungen gesehen werden. Vielfach wird auch die eigene Gesundheit, Seele, der Verstand, die eigene Lebenszeit (für Studien!) sowie die eigene Moral aufs Spiel gesetzt.
5. Offensichtlichkeit des Übernatürlichen: Ist Magie von spektakulären Lichteffekten und sphärischem Rauschen begleitet? Oder könnte alles auch nur ein Zufall sein?
Versuch einer Anwendung der Achsen: In einem Sword and Sorcery Setting könnte die Macht der angewendeten Magie durchaus beträchtlich sein (1. high): Seuchen, Erdbeben und Feuersbrüste bedrohen Zeltlager und Städte gleichermaßen. Flüche wirken sich noch über Generationen aus. Zauberei ist äußerst selten (2.low), die meisten Menschen fürchten sie und hoffen auf Schutz vor dunklen Magiern, indem sie den Göttern Opfer darbringen. Magie erfordert langwierige Rituale(3.low), bei denen Menschenopfer unerlässlich sind (4.low). Außerdem haben sämtliche der Zauberpriester ihre Seelen an finstere Dämonen verkauft.
Zuletzt könnte die Magie, so sie gelingt, von furchtbaren Effekten begleitet sein: Fische sterben in den Flüssen, Wahnsinn breitet sich aus, Gewitter donnern über den Ritualplatz (5. high).
Haltet ihr das für ein brauchbareres Konzept, um die Magie exakter beschreiben zu können?
Feuersänger:
Im Prinzip brauchbar, aber ich halte von diesen fünf Punkten den zweiten für den wichtigsten.
Wenn es sehr wenige Zauberer gibt, können diese auch keinen so großen Einfluss auf den Alltag haben. Klar, kann sein, dass der Große Zordak die Weltherrschaft an sich gerissen hat, aber der Großteil der Bevölkerung erlebt deswegen genauso viel oder wenig Magie wie ohne ihn. Wenn es dagegen mehr Magier gibt als Ackerknechte, muss man sich nicht wundern, wenn soviel wie möglich mit Magie erledigt wird.
Klar taugt deine Methode, um ein Setting genauer zu beschreiben. Ich würde z.B. Tolkiens Mittelerde ohne zu zögern als Low Magic bezeichnen, weil die vorhandene Magie eben grundsätzlich sehr subtil ist und indirekt wirkt (1. low), und auch nur wenige Wesen sie manipulieren können (2. low), auch wenn diese wenigen Personen das durchaus ruckzuck einsetzen können, wenn es pressiert (3. high). Auch ist nirgends von Ressourcen im beschränkenden Sinne die Rede (4. high). Schließlich ist 5. nicht ganz eindeutig, weil die meiste Magie wie gesagt sehr subtil ist, aber hier und da von den allermächtigsten Wesen auch schonmal Blitze geschleudert werden.
Nach deiner Kategorisierung also bei gleicher Gewichtung mehrheitlich "high magic", aber unterm Strich eben doch deutlich und eindeutig Low Magic -- weil eben so gut wie niemand in der ganzen Welt überhaupt Magie wirken kann.
Tudor the Traveller:
--- Zitat von: Feuersänger am 17.08.2009 | 16:38 ---
Wenn es sehr wenige Zauberer gibt, können diese auch keinen so großen Einfluss auf den Alltag haben.
--- Ende Zitat ---
Da wäre ich vorsichtig. Wo es vielen Welten mangelt, ist ein schlüssiges Gegengewicht zur Magie - eine Erklärung warum Magier nicht weltbeherrschend sind. Denn selbst, wenn es nur wenige Magier gibt, wenn die Magie mächtig genug ist, kann denen niemand etwas anhaben.
Silent:
--- Zitat von: Tudor the Deadish am 17.08.2009 | 16:53 ---Da wäre ich vorsichtig. Wo es vielen Welten mangelt, ist ein schlüssiges Gegengewicht zur Magie - eine Erklärung warum Magier nicht weltbeherrschend sind. Denn selbst, wenn es nur wenige Magier gibt, wenn die Magie mächtig genug ist, kann denen niemand etwas anhaben.
--- Ende Zitat ---
Das ist doch genau die Vampiredefinition. Klar sind sie beinahe allmächtig, aber gegen alle anderen Gleichzeitig wird es haarig.
Daher ist das Mengenverhältnis ebenso wichtig wie die reine Macht die dahinter steckt.
SeelenJägerTee:
Ja aber:
Wenn nur diejenigen mit einer Prädisposition (Gen, Blutlinie, Schicksal, ...) werden können, was sagen wir 1 mal in 100 000 Fällen auftritt.
Von denen mit dieser Prädisposition wird sagen wir nur einer von 100 wirklich zu einem großen Magier, die anderen werden niemals ausgebildet oder entdecken ihre Kräfte nicht oder oder oder.
Dann haben wir 1 Magier je 10 000 000 Personen. In einer typischen Fantasy Welt dürfte das für ein Gegebenes Landgebiet das Jahrtausendkind sein.
Dieser eine von 10 000 000 kann aber mit einem einzigen Gedanken eine ganze Armee einfach so auslöschen, sich in einer Blase der Unverwundbarkeit schützen während er schläft, ...
Dieser eine könnte die Welt erobern und er wäre nicht mit Armeen und mit keiner noch so großen Übermacht zu überwältigen.
Nur der eine, der das Antimagie-(gen, blut, schicksal, ...) trägt, der könnte ihn töten.
Aber wenn der eine nicht existiert würde wohl die absolut überwiegende Mehrheit de Menschen trotzdem nichts von diesem Übermagier erfahren (mal abgesehen davon, dass er weit weg in seinem Turm lebt und der Zehnte jetzt an ihn geht.)
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