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[oWoD Mage-the Ascension] Magus - ein hochphilosophisches Spiel?

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Bitpicker:
Meines Erachtens geht es bei den Paradigmen nicht darum, festzulegen, was der Magier kann, sondern wie er es macht. Deshalb eignet es sich auch nicht so sehr zum Drauflosspielen, sondern man muss das Paradigma schon irgendwie begriffen haben, um dem Zauber eine passende Ausgestaltung zu geben. Der Virtuelle Adept begreift die Realität als programmierbar und muss eben in das Programm eingreifen, um die Verwandlung in einen Frosch durchzuführen. Es fragt sich nur, ob ein VA eine solche Maßnahme überhaupt durchführen würde, oder ob für ihn nicht andere Effekte plausibler wären.

Das Paradigma ist wie ein Interface für die Formbarkeit der Realität durch den Willen. Es definiert, wie man sie formt und mit welchen Hilfsmitteln und Prinzipien man es tut.

Übrigens ist es in Unknown Armies, das weiter oben erwähnt wurde, genauso. Nur wird hier etwas enger definiert, was der jeweiligen Art von Magier möglich ist. Ohne das jeweilige Paradigma aber begriffen zu haben, kann der Magier nicht im Sinne des Spiels gespielt werden.



Ein:
Danke, bitpicker. Sehr gute Ergänzung/Erläuterung, zu dem was ich meine.

Grey (away):

--- Zitat von: Jiba am 11.01.2010 | 10:42 ---Aber es ist ja nun nicht so, dass ein Virtueller Adept, der über die Sphäre Leben verfügt, die Froschverwandlung nicht theoretisch durchziehen könnte... er hat das Talent dazu. Aber er macht es nicht, weil er glaubt, dass er das nicht kann... weil es nicht in seine Weltanschauung passt. Und das führt eben zu der Frage oben...

--- Ende Zitat ---
Da kann ich aus meinem eigenen realen Erfahrungsschatz sagen: manchmal genügt es nicht, etwas zu sehen, um daran zu glauben.

Es gibt genug Leute, die nie im Leben einen Fuß in ein Flugzeug setzen würden, obwohl sie hunderte von Menschen kennen, die schon zigmal mit dem Ding sicher von A nach B geflogen sind. Daß so ein großes, schweres Ding (mit ihnen drin) in der Luft bleibt, "paßt nicht in ihr Paradigma".

Ein guter Freund von mir ist handwerklich außerordentlich begabt und sehr kreativ. Gelegentlich hat er auch schon mit Grafik herumgespielt, schmettert aber jeden Vorschlag, es mal ernsthaft mit Zeichnen oder Malen zu versuchen, rigoros ab. Zur Zeit kann er aus der freien Hand nur Strichmännchen. Daß er eines Tages mit etwas Üben richtig gut im Zeichnen werden könnte, "paßt nicht in sein Paradigma".

Ich selbst habe nie Fahrradfahren gelernt, weil ich als Kind einfach nicht daran geglaubt habe, daß ein Ding auf nur zwei Rädern aufrecht bleibt. Es war egal, wie oft ich das bei anderen gesehen habe. Ich konnte es einfach nicht glauben, also habe ich es nie ausprobiert. Daß ein Fahrrad funktioniert, "paßte nicht in mein Paradigma".

... und so weiter. Auch im realen Leben ringen wir doch ständig mit unserer subjektiven Wirklichkeit, die uns Hindernisse in den Weg legt, wo keine sein müßten. M:tAs transportiert das im Rollenspiel bis auf die Ebene der Naturgesetze.

... womit auch die eingangs gestellte zentrale Thread-Frage beantwortet sein dürfte, ob ich in Mage philosophisches Potential sehe. 8)

Carabas:

--- Zitat von: 1of3 am 11.01.2010 | 09:57 ---War aber nicht die Frage. Die Frage war, wie Traditionalisten, die nicht in ihrer Hütte bleiben, an einem geschlossenen Paradigma hängen können.

--- Ende Zitat ---

Ganz einfach: gar nicht. Genau das misst Arete. In der 1st und 2nd war es noch so, dass ein Mage für jeden Punkt Arete über 1 bei einer Sphäre auf seinen Fokus verzichten konnte. Damit wurde symbolisiert, dass er sein Paradigma langsam verlässt und merkt, was er eigentlich wirklich tut: die Realität mit seinem Willen zu beeinflussen.

D.h. wenn ich als Order of Hermes für meine Sphere "Forces" keinen Fokus mehr brauche, habe ich kapiert, dass ich die Forces kraft meines Willens ändern kann.

Arete 10 symbolisiert die Erleuchtung (oder etwas sehr ähnliches). Ich habe mein Paradigma vollkommen überwunden und kann per Handwedeln die Realität meinen Vorstellungen anpassen.

Somit hilft es eigentlich bei der persönlichen Ascension, mit Mitgliedern anderer Traditionen zusammen zu kommen.

(Wenn man jetzt noch sieht, das Dark Ages: Mage ein völlig anderes Magiesystem hat, könnte man behaupten, Ascension wird erst möglich, wenn Mitglieder verschiedener Traditionen zusammenkommen. Das führt dann direkt ins philosophische Geschwurbel.)

Jiba:
Muss das eigentlich traditionsabhängig sein... ich hatte mal eine Kultistin der Ekstase gespielt, die moderne Kunst gemacht und auch Kunst studiert hat... die hat alles in Farben und Bildern begriffen und wenn sie eine Aura lesen wollte z.B. den entsprechenden Menschen skizziert und dann mit Farbstiften assoziativ ausgemalt.
Gehört das zum Paradigma, oder ist das reiner Fokuseinsatz? Wie hängen die beiden Gruppen genau zusammen (ich kenne mich mit Mage nicht so aus... ich habe das GRW zwar gelesen, aber es hat sich niemals jemand wirklich mit mir drüber unterhalten).  :-\

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