Medien & Phantastik > Lesen

Was lest ihr gerade?

<< < (1311/1776) > >>

rollsomedice:
Tod den Untoten: Sandman Slim 2
https://www.feder-und-schwert.com/verlagsprogramm/tod-den-untoten-sandman-slim-2/

Gesendet von einem dieser modernen Telefone

Grey:
Heute frisch in die Ecke gepfeffert: D. Nolan Clark, "Der Verratene Planet".

Nachdem das Buch vielversprechend angefangen hatte, wurde es zur Enttäuschung auf der ganzen Linie. Ausgangssituation: Eine kleine Kolonie am Rand des von Menschen besiedelten Weltraums wird von geheimnisvollen Angreifern attackiert. Nachdem der Fall für die Flotte der Erde einfach nicht wichtig genug ist, kümmern sich ein Flottenveteran und seine alten Kumpel auf eigene Faust darum, um mit einem halben Dutzend Jagdfliegern eine ganze Armada aufzuhalten. Unterm Strich eine Art "Die glorreichen Sieben" im Weltall.

So weit, so gut. Der Einstieg gestaltet sich denn auch flüssig und interessant: Es beginnt gleich mit einer unkonventionellen Action-Szene und einem kurzen, knackigen Krimi-Plot auf einer Raumstation. Gruppenzusammenführung: Gelungen.

Aber danach geht es rasant bergab. Der Fokus der Handlung verschiebt sich krachend von "Action + Abenteuer" auf "Gemenschel", sobald die Ex des gutherzigen Geschwaderführers auftaucht, zwei Teenager umeinanderzuschleichen beginnen und das ausgekochte Schlitzohr des Geschwaders mit der Chefingenieurin der zu beschützenden Kolonie in der Kiste landet. Nun habe ich nichts gegen etwas gepflegte Romantik in einer Abenteuerstory, wirklich nicht; aber dann soll sie auch verdammt noch mal zur Story gehören, das treibende Motiv des Protagonisten sein und/oder sich in der Action irgendwie spiegeln.

Und das tut sie hier nicht. Der Abenteuerplot rund um die geheimnisvollen Invasoren würde 1:1 genauso gut funktionieren, wenn man den ganzen Pärchenquatsch einfach weggelassen hätte. Oder umgekehrt: Die Romantik-Plots hätte man genauso gut bei Cocktails in der Bar der Raumstation durchspielen können, ohne sie durch die gelegentliche Verteidigung eines Planeten zu unterbrechen.

Wie sehr mich das alles beim Lesen verschlissen hatte, erkannte ich, als in der Mitte des Buches endlich die lang ersehnte erste längere Raumschlacht stattfand. Sie war gut choreographiert, mit coolen Moves und einer wahrhaft dramatischen Ausgangslage (drei gegen Hunderte); und trotzdem ließ sie mich völlig kalt. An diesem Punkt wurde mir bewusst, dass mir die Charaktere des Buches einfach vollkommen egal waren. Was ich ihnen am Anfang an Interesse entgegengebracht hatte, war restlos verbraucht. Meinetwegen konnten sie in der Raumschlacht glorreich siegen oder Hops gehen, es machte für mich als Leser keinen Unterschied; egal wie beeindruckend sie sich dabei schlugen.

An diesem Punkt brach ich das Lesen ab.

Mein Fazit: 2 von 5 Sternen. Weniger wäre unfair, aber zu mehr kann ich mich nicht durchringen.

Talwyn:
Schade, die Prämisse hört sich interessant an - aber deine Kritik klingt nachvollziehbar und vermutlich würde es mir den Spaß am Lesen auch verderben.

Menthir:
Habe unter der Woche einen zweiten Versuch gestartet Terror von Dan Simmons zu lesen.

Beim ersten Versuch hatte ich an sich wenig am Buch auszusetzen, sondern lediglich bemerkt, dass ich ein Stück weit meine Disziplin verloren habe oder sie nie erlernt habe, mich systematisch mit längeren Büchern auseinanderzusetzen. Und Terror ist ein langes Buch.
Etwa um die 1000 Seiten, aber nicht mit diesem Seitenklaulayout, welches viele Fantasywerke haben, sondern wirklich mit gefüllten Seiten.

Im zweiten Versuch habe ich mich jetzt innerhalb einer Woche mit System (feste Anzahl an Seiten pro Tag) auf Seite 600 vorgelesen und finde dieses Buch recht gelungen. Ich lese es auf Empfehlung eines Freundes, der es als Hörspiel gehört hat. Mit Hörspielen kann ich selbst aber recht wenig anfangen, also habe ich zur Buchversion gegriffen.

Ich muss allerdings sagen, dass das Menschliche in dem Buch überzeugt, während die mystisch-geheimnisvollen Parts weniger überzeugen. Sie wirken auf mich wenig belebend, auch wenn sie spannend und etwas aufpeppend sein sollen.
Im Werk Drood habe ich genau diese Parts, die am Rande der wirklichen Wahrnehmung liegen und den schwindenen Zugriff der Protagonisten auf die Realität symbolisieren, genossen. In Terror nutzt er doch zu sehr die Holzhammermethode in diesen Szenen, sodass ich immer froh bin, wenn diese vorbei sind.
Insgesamt trotzdem eine lohnenswerte Investition von Zeit und Mühe, sich mit diesem langen Werk auseinanderzusetzen. :)

Infernal Teddy:
Gerade fertig gelesen:

Cory Doctorow - Walkaway

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln