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Noir:
Tobias O. Meißner - Das Paradies der Schwerter

Ich bin völlig fasziniert von diesem Buch. Ich bin noch nicht sehr weit, aber allein die Prämisse dieses Buches drückt Knöpfe bei mir, von denen ich nicht wusste, dass sie da sind. Worum geht es? Es geht um ein Turnier in einer Fantasy-Welt (bisher sehr sehr "low fantasy") ... in einer Stadt wird ein Turnier ausgerufen. Es geht um 1v1 Kämpfe auf Leben und tot. 16 Teilnehmer. Das Buch stellt jetzt Kapitel für Kapitel völlig verschiedene (!) Charaktere vor, die alle wohl Teilnehmer des Turniers werden. Der Witz: Autor Meißner hat eine Art Kampf-System benutzt, um die Ausgänge der Kämpfe zufällig zu gestalten. Er weiß also selbst nicht, welche Charaktere überleben und welche nicht. Dieser Umstand kreiert einen sehr interessanten Effekt. Jeder Charakter der eingeführt wird, wird eingeführt, als sei er der Protagonist der Geschichte. Jedem Charakter wird genau so viel Raum gelassen, dass sie einem ans Herz wachsen könnten. Man wird also während des Lesens FAN eines Charakters (oder mehrerer) und dann HOFFT man, dass dieser Charakter gewinnt ... man weiß es aber nicht. Es gibt auch keine Hinweise des Autors ... wie auch ... er weiß es - soviel ich weiß - selbst nicht. Man weiß gar nichts! Völlig abgefahrene Erfahrung! Das Buch ist mit seinen 362 Seiten auch nicht unmenschlich lang. Es wird also nicht zu enorm ausgewalzt. Zudem ist es auch noch echt gut geschrieben. Sicher qualitativ jetzt nicht das Werk eines Weltautors ... aber Grundsolide und spaßbringend. Ich bin hart begeistert.

Swafnir:

--- Zitat von: Huhn am 31.05.2021 | 14:25 ---Was hast du dir denn von dem Machwerk abseits ein paar guter Lacher erhofft?
--- Ende Zitat ---

Das ich wenigstens an ein oder zwei Stellen mal ins Stutzen komme, ob nicht doch was dran sein könnte. Aber dazu ist das Buch einfach zu plump.

Lustig fand ich besonders, dass er abstreitet das es die Wikinger/Normannen gab und sie nicht einen großen Beitrag dazu geleistet haben die Sarazenen aus dem Mittelmeerraum (Spanien, Italien) zu vertreiben. Wieso die aber dann da nicht mehr sind, hat er nicht beantwortet.
Lustig finde ich das daher, weil ich im März einen Essay darüber geschrieben habe mit der Schlussthese dass, ohne die Normannen damals, heute große Teile Europas muslimisch wären.

Vash the stampede:

--- Zitat von: Dark Stone Cowboy am 31.05.2021 | 14:29 ---Tobias O. Meißner - Das Paradies der Schwerter

...

--- Ende Zitat ---

Ging mir genauso. Ich fand es sehr gut und habe es in guter Erinnerung behalten.

Grey:
Eine Prosa-Zusammenfassung der Edda, laut Vorwort recht eng an den Originalüberlieferungen.

Sehr interessant zu lesen. Unter anderem macht der gute Odin eine ganz schön heftige Charakterentwicklung durch. Zwar besitzt er von Anfang an einen scharfen Verstand und enormes Wissen, trifft aber auch überstürzte Entscheidungen und reitet die Asen ganz schön in die Sch...wierigkeiten. Mindestens zweimal ist die besonnene Stimme der Vernunft ausgerechnet Thor ... und beide Male schlägt Odin seinen Rat in den Wind, was den Asen langfristig nicht gut bekommt. Odin hatte sogar schon seine erste Chance, ein Auge gegen Weisheit zu tauschen, und hat sie abgelehnt. Ich bin gespannt auf seine Wandlung, sobald er das Angebot doch noch annimmt.

Überraschend finde ich auch, dass Thor und Loki anfangs sogar gute Freunde sind und ihre Abenteuer gemeinsam bestehen. Und die Riesen kommen insgesamt erstaunlich gut weg. Wohingegen die Asen manchmal im Suff ziemlichen Mist bauen. Die Wanen wiederum wirken ... ambivalent.

Interessante Lektüre fernab aller Schwarz/Weiß-Klischees. Manchmal gewöhnungsbedürftig in ihrer Fremdartigkeit, aber definitiv unterhaltsam.

HEXer:
Hast du da mal den Titel und die ISBN?

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