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Filme und Serien - Smalltalk

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ghoul:

--- Zitat von: Ludovico am 12.12.2023 | 11:19 ---Master and Commander ist großartig, aber mir war nicht bewusst, dass Ridley Scott damit zu tun hatte.

--- Ende Zitat ---

Tatsächlich, mein Fehler! Der ist von Peter Weir. Das erklärt einiges!  ;D

ghoul:
Aber zu Ridley Scott: Bei Gladiator waren lustigerweise die Dinge, die ich für unglaubwürdig und lächerlich hielt, korrekt.
"Was? Ein Kaiser würde doch NIE als Gladiator in die Arena steigen!" Doch, dieser.

ghoul:
@Shihan: Sorry, wenn ich da etwas zu pingelig war.

KWÜTEG GRÄÜWÖLF:

--- Zitat von: Shihan am 12.12.2023 | 11:16 ---Stringente und vernünftige Persönlichkeitsdarstellungen sind mir wichtiger als historische Akkurazität.

--- Ende Zitat ---

Auch da versagt Scotts Napoleon halt. Und mal ehrlich: wieso soll das eigentlich ein Widerspruch sein? Der Untergang war historisch akkurat, und man kann da auch nicht behaupten, die Darstellung durch Bruno Ganz wäre nicht stringent und vernünftig gewesen.

Und was das Dauerargument "Immerhin sind es Unterhaltungsfilme, keine Dokus..." angeht - ja, es wäre schön, wenn es tatsächlich einfach so wäre.

Aaaaber:

Geht mal davon aus, dass 70% der Leute, die diese Filme sehen, das eben NICHT rein als Unterhaltung sehen. Sondern sich hinterher sagen "So war das!"

Bestes Beispiel: man sehe sich mal die Nachwirkungen von "300" an. Identitäre und Machowannabes rund um den Globus identifizieren sich mit dem Spartabild in diesem Film, und zwar im absolut festen Glauben, dass Sparta genau so war.

Und auch andere "historische" Filme werden nicht als reine Unterhaltung konsumiert, sondern größtenteils als eben genau das verarbeitet, was es angeblich nicht sein soll: als Dokus. So war es. Römer waren dekadent. Mittelalter finster und martialisch. Das britische Empire war edel. etc. etc.

Ein Höhepunkt dieser Verblödung war für mich, als der damalige FDP-Oberhonk Westerwelle bei sozialpolitischen Diskussionen als Feindbild "Spätrömische Dekadenz" in diversen Sozialprogrammen erkennen wollte. Da hat sich die Dauerberieselung durch Technicolor-Fantasy-Schmonzetten direkt in ein politisches Weltbild niedergeschlagen.

Und genau so ist es mit jedem "Historienfilm", der brutal die bekannten Fakten verbiegt, ohne dass da unbedingt ne ideologische Absicht dahinter steckt. Aber es kommt bei vielen Leuten eben nicht als "Ach, das ist lustiges Unterhaltungskino" an, sondern als Abbild der realen Welt, wie sie einst war. Und die Leute ziehen dann daraus krude Schlussfolgerungen.

Daher sorry, Verteidiger des reinen Unterhaltungskinos: Auch in Zukunft werden Historiker bei Vergewaltigungen überlieferter Geschichte auf der Leinwand das mäkelig anmerken. Den Spaß lassen wir uns doch nicht nehmen!  ;D

Issi:
Königreich der Himmel ist ein großartiger Film (vor allem in der ungeschnittenen Version)

Das wäre schon ein Grund Napoleon ne Chance zu geben. (Allerdings werde ich ihn dieses Jahr nicht im Kino sehen können)

Starbesetzung hat der Film ja.
Ich ziehe mir im Zweifelsfall immer noch was von der Dramatik raus.
(Auch wenn es ein Kammerstück sein sollte )

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