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Filme und Serien - Smalltalk
Raven Nash:
--- Zitat von: ghoul am 12.12.2023 | 11:25 ---Aber zu Ridley Scott: Bei Gladiator waren lustigerweise die Dinge, die ich für unglaubwürdig und lächerlich hielt, korrekt.
"Was? Ein Kaiser würde doch NIE als Gladiator in die Arena steigen!" Doch, dieser.
--- Ende Zitat ---
Wobei die Quellen da nicht so ganz eindeutig zu bewerten sind, iirc. Aber dafür stimmt bei der Gladiatur in dem Film NICHTS, kein einziger Kämpfer, nichtmal die Waffen oder Rüstungen.
--- Zitat von: Issi am 12.12.2023 | 11:39 ---Königreich der Himmel ist ein großartiger Film (vor allem in der ungeschnittenen Version)
--- Ende Zitat ---
Bis darauf, dass die handelnden Personen historisch vertauscht sind, und es auch sonst halt Hollyalter ist. ;)
Kurna:
--- Zitat von: Issi am 12.12.2023 | 11:39 ---[...]
Das wäre schon ein Grund Napoleon ne Chance zu geben. (Allerdings werde ich ihn dieses Jahr nicht im Kino sehen können)
Starbesetzung hat der Film ja.
Ich ziehe mir im Zweifelsfall immer noch was von der Dramatik raus.
(Auch wenn es ein Kammerstück sein sollte )
--- Ende Zitat ---
Also ein Kammerstück ist der Film jetzt eher nicht. :)
Ansonsten kann ich ghouls Kritik schon nachvollziehen. Ich habe ihm selbst vor zwei Wochen ein etwas milderes Urteil gegeben (vielleicht weil ich kein Historiker bin oder weil ich mit niedrigeren Erwartungen in den Film gegangen bin :) ). Aber die Punkte, die er bringt, kann ich alle nur unterstreichen.
Shihan:
@ghoul: Kein Problem ;)
@KWÜTEG:
--- Zitat von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 12.12.2023 | 11:31 ---Auch da versagt Scotts Napoleon halt. Und mal ehrlich: wieso soll das eigentlich ein Widerspruch sein? Der Untergang war historisch akkurat, und man kann da auch nicht behaupten, die Darstellung durch Bruno Ganz wäre nicht stringent und vernünftig gewesen.
--- Ende Zitat ---
Es ist ja kein Widerspruch. Selbstverständlich kann das alles historisch akkurat sein. Aber sowohl Napoleon als auch die letzten Tage des 3. Reichs sind doch Neuzeit und dementsprechend gut dokumentiert, wie Du selbst sagst. Also ist es da einfacher möglich. Dennoch wäre das für mich eine geringere Priorität als eine vernünftige Charakterdarstellung. Wenn man beides haben kann, super. Wenn nicht, dann lieber letzteres ;)
--- Zitat von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 12.12.2023 | 11:31 ---Und was das Dauerargument "Immerhin sind es Unterhaltungsfilme, keine Dokus..." angeht - ja, es wäre schön, wenn es tatsächlich einfach so wäre.
Aaaaber:
Geht mal davon aus, dass 70% der Leute, die diese Filme sehen, das eben NICHT rein als Unterhaltung sehen. Sondern sich hinterher sagen "So war das!"
--- Ende Zitat ---
Oh, ich finde durchaus, dass es so einfach ist. Das Argument verliert ja nicht unbedingt an Wert, nur weil die Medienkompetenz von 70% der Zuschauer mit dem Worte "ungenügend" noch euphorisch beschrieben wäre.
Oder anders: Viele Leute nutzen sowieso nur WD40 und Panzertape, um ihr Weltbild zu zementieren. Egal, ob das Unterhaltungskino, Dokus, Zeitungsartikel, Youtube-Schwurbel-Videos oder blaubraune Kackscheiße von Telegram ist.
Selbst, wenn ein Film dann historisch akkurat ist (was ich immer befürworte!), ändert das nicht unbedingt etwas daran, dass die Leute sich dann nur die ihnen genehmen Dinge entnehmen.
Aber vielleicht ist das nur meine vom linksgrün-intellektuellen Bildungsbürgertum geprägte Brille, dass ich grundsätzlich versuche, erstmal alles, was präsentiert wird, als unbelegt zu nehmen. Egal, woher und was für ein Medium.
("Versuche" ist das Wort. Leider gelingt es mir auch nicht so oft, wie ich das gerne hätte.)
--- Zitat von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 12.12.2023 | 11:31 ---Und genau so ist es mit jedem "Historienfilm", der brutal die bekannten Fakten verbiegt, ohne dass da unbedingt ne ideologische Absicht dahinter steckt. Aber es kommt bei vielen Leuten eben nicht als "Ach, das ist lustiges Unterhaltungskino" an, sondern als Abbild der realen Welt, wie sie einst war. Und die Leute ziehen dann daraus krude Schlussfolgerungen.
Daher sorry, Verteidiger des reinen Unterhaltungskinos: Auch in Zukunft werden Historiker bei Vergewaltigungen überlieferter Geschichte auf der Leinwand das mäkelig anmerken. Den Spaß lassen wir uns doch nicht nehmen! ;D
--- Ende Zitat ---
Glaub mir, ich kenne Deine Position mehr als gut. Als Softwareentwickler mit Schwerpunkten in der IT-Sicherheit ist es für mich auch oft grausam, was die Leute sich für Dinge zurechtlegen. Da ist das klassische "Hackerfoto" in den Medien (der Typ mit Hoodie, Skimaske und Handschuhen, der vorm Laptop hockt) noch das harmloseste Ding ~;D
Der Spaß beim mäkeligen Anmerken ist auch was, was ich mir nicht nehmen lasse :d
Aber manchmal ist es einfacher, es zu ertragen, wenn der Rest stimmt. Solange eine Geschichte spannend und gut erzählt ist, kann ich auch gezeigte Fortschrittsbalken beim Hacking akzeptieren (das wäre dann wohl sowas wie die spätrömische Dekadenz bei Dir ;) )
Isegrim:
Wenn man das gesamte Leben eines Menschen wie Napoleon in einen Spielfilm packen will, muss man naturgegeben sehr viel mehr Abstriche machen, als wenn man nur einen Ausschnitt betrachtet (wie Der Untergang oder Waterloo), oder sich auf einige wenige Aspekte beschränken.
Ich denke, Scott hat sich hier deutlich verzettelt. Die Beziehung zu Josephine scheint die Leitlinie des Films zu sein, aber nicht derart im Fokus zu stehen, als das darauf verzichtet wurde, i-wie alle "wichtigen Episoden" anzuschneiden; und dann bleibt halt nicht genug Zeit, i-was davon richtig zu machen.
Wieso ist ganz Frankreich diesem Mann gefolgt, sind seine Soldaten begeistert zu zig tausenden in den Tod gegangen? Wie hat sich Europa durch seine Herrschaft verändert? Warum wurde Napoleon für den Rest des Kontinents ein Feindbild, dem dann 1815 GB ganz persönlich den Krieg erklärte? Kann man alles ignorieren, und Napoleons Leben als Love Story inszenieren. Aber dann sind die ganzen grandiosen Szenen von Schlachten und Krönungen va Macht & Gewalt-Voyeurismus ohne vernünftigen Kontext.
Lyonesse:
Nachdem ich den Film jetzt auch auf Deutsch gesehen habe, ist mir aufgefallen, dass der
''deutsche'' Napoleon durch die Synchro souveräner wirkt. Es ist die übliche Stimme von
Joaquin, aber seine eigene Stimme ist viel weniger volltönend - wirkt stellenweise sogar
brüchig bis fast piepsig. Die Wirkung ist jetzt zwar nicht enorm, aber schon etwas anders.
Ich mag jedenfalls die ganze Szene auf dem Ball der Überlebenden mit u.a.:
''Was tragen Sie da nur für ein Kostüm?!''
''Das ist meine Uniform.'' ;D
Allerdings hätte ich bei der deutschen Synchro eigentlich ein paar mehr ''Ihrs'' erwartet.
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