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Filme und Serien - Smalltalk
Lyonesse:
Kapitalverbrechen im Dutzend, die aber keinen interessieren. Ist das möglich?
In der Tat. Zumindest in den Vereinigten Staaten der 20er Jahre, als ein Ölboom
in Oklahoma im Reservat der Osage dafür sorgt, dass der Stamm sehr reich wird,
und deswegen vor allem weiße Glücksritter, Tagediebe und Halunken anzieht, die
den lieben langen Tag nach Möglichkeiten suchen, sich an den Ureinwohnern zu
bereichern. All das ist machbar, weil die Taten im quasi rechtsfreien Raum statt-
finden, der außerdem noch unterfüttert ist von strukturellem Rassismus. Außer-
dem ließ man die Osage weitgehend entmündigen, damit sie bei findigen Anwäl-
ten um jeden ihrer Dollar betteln gehen müssen.
DiCaprio spielt in Killers of the Flower Moon einen solchen Tunichtgut, der sich,
fast immer gesteuert von seinem Onkel, zu einem der perfidesten Helfershelfer oder
Go Betweens der jüngeren Filmgeschichte aufschwingt. Das ganze Geschehen ist
jedenfalls zutiefst unmoralisch, verkommen und widerlich.
Und auch hier, wie in vielen seiner Filme, stellt Scorsese die Vorgänge, die (Befehls)gewalt,
das Vertrauen und den Verrat in einer Familie in den Mittelpunkt.
Und die Osage? Sie sehen zwar weitgehend was vor sich zu gehen scheint, stehen den
Vorgängen aber ziemlich ohnmächtig gegenüber, und von den Behörden werden sie wohlweislich
im Stich gelassen.
Der Ensemblefilm ist stellenweise etwas fahrig inszeniert und streckenweise nichtlinear erzählt,
aber er bietet großartiges Kino, und zeigt, wie in einem Brennglas, was in der amerikanischen
Geschichte und Gesellschaft alles im argen lag und bis heute liegt.
Sehenswert, allein schon wegen Leo und den Fliegen. 8/10
Ludovico:
Nachdem ich neulich auf YT wieder an diese unglaublich bekloppte Serie aufmerksam gemacht wurde, habe ich mir nun Best of Brainiac Science Abuse bestellt.
Die Serie ist mit Richard Hammond (bekannt als Teil des Dreiergespanns aus Top Gear) und praktiziert alle möglichen durchgeknallten Experimente wie etwa:
-Kann man Bier trinken, wenn man Stromstösse bekommt?
-Ist die Wirkung von Akupunktur psychosomatisch? (Ein Mitglied des Teams wollte sich das Rauchen abgewöhnen und wollte das durch Akupunktur erreichen. Das Team heuerte hinter seinem Rücken den Besitzer eines Asia-Imbisses an als vermeintlichen Arzt und gab ihm einen Zirkelkasten)
-Wie viele Handies benötigt man, um eine Explosion an einer Tankstelle zu erzeugen.
Beispiel:
https://youtu.be/zH9n1NKxhds?si=6c7O4EaGCYrTAD_z
Es ist um einiges durchgeknallter als das ebenfalls großartige deutsche Nicht Nachmachen mit Hoecker und Boning:
https://youtu.be/4RJN94eE700?si=aibZ8QID5fIzKvcc
Wer Spass an sinnloser Zerstörung und sonstigen Blödsinn hat, wird das lieben
KhornedBeef:
Die Feinheit bei "Nicht Nachmachen!" bestand ja darin, dass explizit die Warnhinweise auf den Produkten als Handlungsaufforderung interpretiert wurden. Das begrenzt die Durchgeknalltheit natürlich, hatte dafür aber echten kindlichen Charme :)
BBB:
Habe gestern angefangen GenV zu schauen und werde wahrscheinlich heute die letzte bisher veröffentlichte Folge schauen. Bin allerdings sehr hin und hergerissen.
Die Show ist definitiv gut. Aber nach allem was ich im Vorfeld gehört hatte... hatte ich mir ein bisschen mehr erhofft. Ich finde sie bisher nicht sehr gut, leider.
Irgendwie setzt sie mir zu sehr auf Showeffekte. Ich mag die Showeffekte und ich hab nichts dagegen, aber irgendwie fehlt mir mittlerweise das Kreative in ihrem Einsatz. Das eingebettete.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Beispiel Soldier Boy. Der ganze Einsatz war ein reiner Showeffekt. Beispiel die MiniFrau-RiesenPenis-SexSzene in Folge 1. Usw.
Ist das gleiche Gefühl, das ich bei Game of Thrones irgendwann ab Stafel 4 oder 5 hatte, dass die Story in den Hintergrund tritt und das durch Effekthascherei aufgefangen wird. Nur noch bei weitem nicht so schlimm.
Ich bin weiterhin ganz gut unterhalten und freue mich auch drauf, wenn es mit The Boys weitergeht. Aber ich fürchte, die Serie hat ihren Zenit überschritten.
BBB:
So, mal ein etwas abwechslungsreicheres Update.
Zunächst habe ich endlich "Marvelous Mrs. Maisel" beendet. Und ich muss sagen: Ich bin sehr enttäuscht.
Die Serie war soooooooo gut in der ersten Staffel. Und ist dann mit jeder Staffel schlechter geworden. Und in der finalen, fünften Staffel, ist die Serie einfach nur noch... konfus.
Das Ende hat mich leider wirklich enttäuscht.
Sehr schade.
Dann hab ich die ersten zwei Folgen von "The Consultant" gesehen. Arbeite ja selber in der Beratungsbranche und hab deswegen ein sehr offenes Ohr für sowohl Drama-Serien in dem Milieu, als auch Komödien (denn über uns kann man sich hervorragend lustig machen).
Aber die Serie werde ich nicht fortsetzen.
Irgendwie kann sich die Serie nicht entscheiden, ob sie Drama, Mystery oder Comedy sein will... das gefällt mir einfach nicht.
Stattdessen hab ich "The Continental" angefangen. Da hatte ich große Sorge, dass sie das verhunzen - aber zumindest die erste Folge hat mir ganz gut gefallen, werde ich weiter schauen.
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