Medien & Phantastik > Sehen
[Aus Supernatural]Synchronisierungen Pro - Kontra
Callisto:
Ah, Danke Korknadel, ich seh das so wie du. :)
Jiba:
Zustimmung...
Das hat auch zu der Irritation im "Inglourious Basterds" geführt, als Christoph Walz sich selbst synchronisiert hat und die Lippenbewegungen nicht auf seine Sprache gepasst haben. Auch ist der Film im Original viersprachig (deutsch, englisch, französisch, italienisch), in der deutschen Fassung aber nur dreisprachig (deutsch, französisch, italienisch). Und das nimmt bei dem Film unheimlich viel raus...
Provokanter: Häufig bekommt man gesagt, dass das Original im Zweifelsfall vorzuziehen ist. Finde ich aber nicht. Letztens aufgefallen ist es mir beim "Glöckner von Notre Dame" von Disney, zumindest wenn man die englische
und die deutsche Eröffnungssequenz dieses Films vergleicht. Ich finde die deutsche besser, vielleicht irritiert mich die Stimme des englischen Clopin. Aber wahrscheinlich kommen jetzt auch Leute die sagen, die englische sei besser.
Viel interessanter finde ich die Frage nach Akzenten. Unterschiedliche Akzente kommen in unterschiedlichen Sprachen anders an. Es macht keinen Sinn Willie bei den "Simpsons" einen schottischen Akzent zu geben, weil man den im Deutschen nicht darstellen könnte oder ihn, wenn man ihn darstellt zumindest nicht verstehen würde. Das müsste man, damit man diesen Effekt hat im Deutschen irgendwie dialektal lösen.
Teylen:
Wobei Willie doch wie ein Deutsch-Schotte klingt, iirc?
Nun und mit Irritation meinte ich so etwas wie wenn man sich als deutscher IB im Original ansieht und das Deutsch, das von Tarantino als Fremdsprache eingesetzt wird, dort versteht. Das heisst nicht mehr Englisch + 3 Fremdsprachen gesprochen werden sondern Englisch, Deutsch und 2 Fremdsprachen.
Nun oder wenn sich wer Episode 6 ansieht der die Sprache des Sidekicks von Lando Calrissian spricht (GL bediente sich da afai heard bei einer bestehenden Sprache).
Nun und imho haben Filme ein durchaus sehr konkretes Zielpublikum im jeweiligen Land und mit Bezug zur jeweiligen Mutter Sprache. Das abstreiten zu wollen ist imho recht absurd.
Imo war auch den Machern von Band nicht egal das die Haupt- bzw. Kommunikations sprache des Films, die dann auch fuer gewoehnlich nicht untertitelt wird, englisch ist.
Falcon:
--- Zitat von: Jiba? ---Es macht keinen Sinn Willie bei den "Simpsons" einen schottischen Akzent zu geben, weil man den im Deutschen nicht darstellen könnte
--- Ende Zitat ---
Bitte?
vielleicht hast du noch keine englischen Akzente im deutschen gehört. Ich kann Amis, Engländer und Schotten durchaus im deutschen unterscheiden. Theoretisch geht das sogar mit Yankees und Südstaatlern.
Genauso wie Franzosen, Italiener oder Spanier im Deutschen nebenbei.
Seth:
Ich sehe das nicht ganz so verbissen, auch wenn mir der Hype um Originale mittlerweile ziemlich auf den Sack geht - vor Allem bei all den neuen Sitcoms, auch wenn ich davon ein paar selbst schaue. Manchmal hat das auf mich den Eindruck der Profilierung - ich weiß nicht, fühlt man sich dadurch intelligenter, glaubt man "mehr mit zu bekommen" wenn man Dinge im Original sieht? Vor Allem diese Verdammung der Synchronisation. Offenbar sind viele der letzten Generationen schon mindestens halb-englisch aufgewachsen oder sie werfen das Altbekannte spätestens dann über Bord wenn sie ein paar Brocken Englisch können. Warum? Ist das so eine Art des "Herauswachsens"? Auch hier im Thread wurde schon damit argumentiert, dass Englisch wohl für den "Durchschnittsdeutschen" zu hoch sei. Gehts noch arroganter?
Ich weiß nicht, die Meisten Dinge meiner Kindheit sehe ich allein deswegen auch heute noch auf Deutsch, da das Gefühl beim Anschauen verloren geht wenn Hannibal Smith plötzlich eine andere Stimme hat. Oder Darkwing Duck. Oder Bruce Willis. Wenn ich etwas Neues zuerst auf Englisch sehe, dann kann es sein, dass ich es so weiterschaue. Wenn mir das Deutsche besser gefällt, dann eben das. Oft überkommt mich eher das Gefühl, dass die Synchronisation von Videospielen, Filmen, Büchern und Serien noch vor der Veröffentlichung verdammt wird. Ganz lustig wird es dann, wenn diejenigen, die Stein und Bein auf das Original schwören, die Sprache nicht einmal vernünftig beherrschen. Auf die meisten "How I met your mother" und "Drawn Together"-Kiddies trifft das meiner Erfahrung nach zu. Und auch hier hab ich schon gelesen, dass die Untertitel mangels ausreichender Sprachkenntnisse noch dazugeschaltet werden müssen. Aber Hauptsache Original. Vielleicht erstmal die Sprache vernünftig lernen?
Ich sehe ja ein, dass man aus autodidaktischen Gründen versucht seine Kenntnisse auf zu bessern aber wie bitte soll man denn die tollen Wortwitze, die ja NIE ins Deutsche übersetzt werden können, weil das Deutsche ganz offensichtlich nicht einmal den Bruchteil des englischen Wortschatzes auffassen kann, verstehen, wenn man die Sprache nicht einmal gut genug beherrscht? Daraus erwächst irgendwie auch diese Affinität zur Anglophilie. Warum eigentlich überhaupt noch Deutsch sprechen? Filme, Bücher, Serien und die halbe Verbalsprache sind doch bereits angepasst. Wer braucht denn noch Deutsch?
Ich werf mich auf jeden Fall immer gut weg, wenn Jemand wieder mit nem englischen Zitat aus Two and a Half Man um die Ecke kommt, das er falsch wiedergibt. Großteilig habe ich eher das Gefühl, dass die Meisten glauben, das Englische sei durch Akzente und Wortspiele so viel facettenreicher als das Deutsche, da sie den deutschen Wortschatz nur zu 20% ausgereizt kennen. Natürlich findet man keine vernünftige Übersetzung für Shakespeare. Aber versuch mal E.T.A. Hoffmann oder Adolf Muschg so ins Englische zu übersetzen, dass die Inhalte nicht verloren gehen.
Es ist ja in Ordnung, wenn man die Originalsprache hören möchte und wenn man sich im Lauf der Zeit eher an Englisch bei einigen Serien gewöhnt hat. Es ist allerdings auffällig wie Viele, vor Allem aus dem klassischen "Nerd-Bereich", plötzlich spontane Brechkrämpfe bekommen, wenn sie eine deutsche Synchronisation hören. Kann mir keiner sagen, dass das nicht größtenteils Trittbrettfahrer eines Trends sind.
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