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[Aus Supernatural]Synchronisierungen Pro - Kontra

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Callisto:

--- Zitat von: Teylen am 12.11.2010 | 17:50 ---Ich habe geschrieben das es mich irritiert wenn die Figuren aus der Perspektive des Zielpublikum in einer Fremdsprache sprechen die verwendete Sprache jedoch keine Fremdsprache ist.

--- Ende Zitat ---

Hä?

Bad Horse:
Wenn ich irgendwie kann, schaue ich das Original - wenn ich die Sprache nicht verstehe, dann eben mit Untertiteln. Erstens lerne ich dabei ein paar Brocken Fremdsprache (ja, minimal, schon gut, aber trotzdem) und zweitens höre ich gern auch mal einen anderen Sprachklang. Und eine japanische Serie mit kulturell japanischem Hintergrund klingt auf Deutsch oder Englisch einfach komisch.

Bei Fernsehserien ist außerdem meistens nicht genug Geld für die Synchro vorhanden, und die englische Sprachmelodie ist einfach anders als die deutsche - das führt dazu, dass Charaktere an Stellen Pausen machen, wo man im Deutschen zwar Pausen machen kann, aber eigentlich nicht machen würde. Das ist mir bei Scott Pilgrim aufgefallen; grade im Abschlußdialog haben die einen ganz typischen Synchrorhythmus geredet, den ich seit Buffy unglaublich grausam und zum Davonrennen finde.

Ranor:

--- Zitat von: Callisto am 12.11.2010 | 15:54 ---USA synchronisiert doch kaum etwas. Lola rennt, der für einen Oscar nominiert war, lief dort auch nur im Original mit Untertiteln.
--- Ende Zitat ---
Richtig. Die synchronisieren eher nicht sondern drehen lieber gleich ganz neu. Beispiel "Departed" - "Infernal Affairs" oder jetzt ganz aktuell die Millenium-Trilogie Filme.

Ergänzung: Das wird immer wieder damit begründet, dass untertitelte Filme kommerziell keine großen Chance haben.

Ranor:

--- Zitat von: Teylen am 12.11.2010 | 17:50 ---Ich habe geschrieben das es mich irritiert wenn die Figuren aus der Perspektive des Zielpublikum in einer Fremdsprache sprechen die verwendete Sprache jedoch keine Fremdsprache ist.
--- Ende Zitat ---
Also so was wie: Ein Charakter ist Russe und der andere Engländer. Der Russe spricht eigentlich nur Russisch, aber spricht im Film dann trotzdem Englisch damit das Kinopublikum ihn versteht.

korknadel:

--- Zitat von: Callisto am 12.11.2010 | 17:56 ---Hä?

--- Ende Zitat ---

Ich glaube, ich verstehe, was Teylen meint.

Bei einem amerikanischen Film sei das Zielpublikum der Amerikaner (der als Muttersprache, so nehmen wir an, "Amerikanisch" spricht, auch wenn seine Muttersprache in Wahrheit vielleicht Spanisch, Chinesisch oder Jiddisch ist, aber auf Minderheiten soll hier zu Beispielzwecken keine Rücksicht genommen werden).

Nun tauchen in diesem amerikanischen Film japanische Touristen auf, die japanisch sprechen, was für das angenommene Zielpublikum total krass ist, weil unverständliche Fremdsprache.

Wird dieser Film nun vor einem anderen Zielpublikum gezeigt, entsteht laut Teylen eine Irritation, wenn der Film im Original läuft. Also wenn der Film unsynchronisiert in Japan läuft, dann ist das Japanisch der japanischen Touristen ja nicht mehr total krass, sondern stinknormal und verständlich, während vielmehr das Amerikanisch total krass ist, weil unverständliche Fremdsprache.

Um diese Irritation zu vermeiden, müsste man in diesem Fall also das Amerikanische vertraut machen, indem man es japanisch synchronisiert. Wollte man das Touristenjapanisch des Originals analog dazu verfremden, müsste man es streng genommen amerikanisch synchronisieren. (Oder man müsste es kursiv sprechen, um anzuzeigen, dass es im Original auch japanisch war).

So jedenfalls habe ich das Argument verstanden.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Die Schwierigkeit dieses Arguments ist, dass es überhaupt von einem Zielpublikum ausgeht, und nicht davon, dass ein Film vielleicht einfach zeigen will: Schaut an, Italiener sprechen italienisch und Ukrainer Ukrainisch, und zwar egal, vor welchem Publikum der Film läuft, weil er nämlich von Italienern und Ukrainern handelt. Auch in dem Beispiel Band von nebenan würde man den Inhalt verändern, wenn man die Ägypter und Israelis Deutsch miteinander sprechen ließe, denn der Film erzählt eben auch, dass diese Leute (mehr oder weniger) Englisch können, aus unterschiedlichen Gründen und in einem unterschiedlichen Maße. Die Art, wie und was sie sprechen, zeigt, wo und wie sie es gelernt haben: Entweder überhaupt nicht, die Israelin eher von Film und Popkultur amerikanisch beeinflusst, der agyptische Kapellenchef hat ein beinahe gesteltztes Englisch, das er in der Schule gelernt hat und das noch von den britischen Kolonialherren stammt.

Man könnte das nun synchronisieren, damit sich das liebe Publikum die Mühe sparen kann, Untertitel zu lesen. Und dabei könnte man den Unterschied zwischen gesteltzt und flapsig auch darstellen. Aber das Argument mit einem Zielpublikum zählt überhaupt nicht, weil das den Machern völlig egal war. Der Film handelt von diesen Personen, die diese Sprachen sprechen, was kümmert uns, wo der Film läuft? Auch wenn er in Japan läuft, handelt er doch noch immer von diesen Leuten.

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