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Französische Rollenspielproduktion

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Terrorbeagle:

--- Zitat von: Jiba am 24.02.2011 | 08:44 --- Das ist aber wohl auch dadurch bedingt, dass die francophone Rollenspielercommunity mit der englischen Sprache vielleicht größere Schwierigkeiten hat als die deutsche (habe ich keine Beweise für, aber ich glaube schon) und daher erstmal ihre eigenen Spiele schreiben. Und ich fände es spitze, wenn in Deutschland deutsche Eigenproduktionen außerhalb der EDO-Fantasyschiene so gefördert und mit soviel professionellem Anspruch gestaltet werden würden. Das wird aber nicht passieren, solange die deutsche Rollenspielszene weiterhin das Englische als die Übersprache betrachtet, die unserem primitiven Deutschen ja in allen Faktoren maßlos überlegen sein muss - wenn man die Wahl, dann spielt man doch das englische und nicht das auf deutsch übersetzte Spiel = weniger Absatz = weniger Budget bei den Verlagen = schlechtere Übersetzungsqualität. Ein Teufelskreis.

--- Ende Zitat ---

Jupp, Frankreich ist jetzt nicht gerade dafür bekannt, Zweitsprachenkenntnis sonderlich zu fördern, und wenn ich mich recht erinnere, ist die allgemeine Englischkenntnis als Lingua Franca in Frankreich im EU-Vergleich ziemlich niedrig.
Und das Problem ist nicht, dass Englisch hier zu Lande mit der größeren Prestige ist (das würde ich gar nicht bestreiten), sondern dass einfach die Auswahl und die Qualität der Übersetzten Werke oft eher mau ist, und viele gute Systeme schlicht nicht übersetzt werden. Würde man sich allein auf deutschsprachige Systeme beschränken, würde man eine ganze Reihe von guten, einflussreichen oder zu Mindest populären Systemen verpassen.
Klar, mehr Übersetzungen wären eine schöne Sache, aber die Ressourcen sind doch eher begrenzt, und so lange man die Sprache beherrscht, ist der Leidensdruck jetzt auch nicht so groß.
In der Hinsicht ist die Anzahl der französischen Eigengewächse auch einfach aus der Not geboren, weil der Zugang zu den Amerikanischen Rollenspielen eben nicht so selbstverständlich ist.

Und als semi-professioneller Übersetzer sollte ich anmerken, dass es verdammt schwer ist, einen Text ohne Qualitätsverlust zu übersetzen. Viele Rollenspielübersetzungen sind dementsprechend auch etwas... holprig - was die Attraktivität der Übersetzungen eher reduziert. Wenn ich die Wahl habe zwischen einer Übersetzung und dem englischen Original, kaufe ich eigentlich immer das Original, weil die textliche Qualität in aller Regel etwas höher ist. Klar, ich bin in der Hinsicht jetzt auch priveligiert, weil ich mir die entsprechenden Sprachfertigkeiten anggeignet habe, aber da bin ich nicht der einzige.

Jiba:
Aber es ist doch nur dann tatsächlich schwer, wenn man krampfhaft versucht so nahe am Wortlaut wie nötig zu übersetzen, und sich nicht die Freiheiten nimmt, die bei der Sprachadaption nötig sind.

Vash the stampede:

--- Zitat von: Jiba am 24.02.2011 | 09:18 ---...wenn man krampfhaft versucht so nahe am Wortlaut wie nötig zu übersetzen, und sich nicht die Freiheiten nimmt, die bei der Sprachadaption nötig sind.

--- Ende Zitat ---

Was aber die häufigste Kritik an englischen Übersetzungen ist. Gerade hier sind die RSPler doch gerne mal dabei und mokieren die "fehlerhafte" Übersetzung. Wenn es nicht 1:1 wie im Original ist, kann es nicht stimmen oder stimmig sein - wie mich das inzwischen nervt. ;)

Terrorbeagle:
Das ist zu einfach. Auch freies Übersetzen ist schwer, wenn nicht sogar schwerer, und setzt vorraus, dass man gut freie Texte schreiben verfassen kann, und den gleichen Gedanken mit anderen Worten in einer anderen Sprache erfassen und verständlich machen kann. Das gehört jetzt nicht unbedingt zu den anspruchslosesten Tätigkeiten.
Und wenn man eine feste Deadline hat, dann hat man auch einfach nicht die Zeit, das alles mit der größtmöglichen Sorgfalt und rhetorischen Finesse zu betreiben.

Bombshell:
Hallo,


--- Zitat von: Vash the stampede am 24.02.2011 | 09:24 ---Was aber die häufigste Kritik an englischen Übersetzungen ist. Gerade hier sind die RSPler doch gerne mal dabei und mokieren die "fehlerhafte" Übersetzung. Wenn es nicht 1:1 wie im Original ist, kann es nicht stimmen oder stimmig sein - wie mich das inzwischen nervt. ;)
--- Ende Zitat ---

Das ist das gleiche Problem, das der Bundestrainer hat. Es gibt einfach zu viele Hobbyexperten da draußen.

@topic: Könnte es einen Zusammenhang zw. Abneigung ggü. Englisch und dem höheren Rate an Übersetzungen aus dem Englischen ins Französische geben? Ich habe den Eindruck, dass in Frankreich ebenfalls mehr übersetzt wird als hier bei uns. Und dann wird auch noch mehr selbst produziert. Verdammt, da wird man richtig neidisch.

MfG

Stefan

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