Medien & Phantastik > Hören
Was hört Ihr gerade so?
Vash the stampede:
Caribou - Suddenly
Die erste CD seit langem. War aber echt überfällig, mal wieder etwas zu kaufen, und Caribou ist einfach toll.
Update, Edith.
Four Tet - Sixteen Oceans
Wie so oft, ist der Sprung von Caribou zu Four Tet nur ein kleiner. Einzig, Four Tet ist tanzbarer. Geiles Zeug.
Acid Arab - Musique de France
War ein Pflichtkauf, nachdem ich Sayarat 303 schon für einen Mix (city of mISTANBUL) verwendet habe. Coole Mucke!
Infernal Teddy:
Weil ich heute Mittag irgendwann mit Niniane auf Twitter drüber gesprochen habe...
Taylor Swift and Johnny Rzeznik of the Goo Goo Dolls sing "Iris"
Crimson King:
Awaken the Guardian von Fates Warning aus dem Jahr 1986 gilt gemeinhin als eines der essenziellen Progmetal-Frühwerke und heute noch als Meilenstein des Genres. Mitverantwortlich dafür ist Sänger John Arch, dessen außergewöhnliche melodische Kreativität einen beträchtlichen Teil der Faszination ausmacht, den das Album ausübt. Leider verließ Arch nach dem Album die Band und verabschiedete sich für einige Jahre vom Musikbusiness. Die Abstinenz hielt er zu großen Teilen aufrecht, spielte aber 2003 und 2010 zwei großartige Alben gemeinsam mit Fates Warning-Mastermind Jim Matheos und namhafter Verstärkung (unter anderem Mike Portnoy von Dream Theater, Joey Vera von Armored Saint und Fates Warning etc.) ein. Speziell Sympathetic Resonance von 2010 hat es mir angetan und ist wohl das von meinen akkustischen Geschmacksknospen bestgoutierte Album des abgelaufenen Jahrzehnts.
Zu meiner Freude entdeckte ich dieser Tage, dass die Herren Arch und Matheos 2019 noch einmal zur Tat schritten. Das Album heißt Winter Ethereal, und dort wo Sympathetic Resoncance vor allem eine Symbiose aus den aktuellsten Fates Warning-Alben und dem Meisterwerk Awaken the Guardian ist, geht Winter Ethereal meines Erachtens noch einen Schritt zurück, kommt geradliniger und härter daher und ist somit eher als Kreuzprodukt aus dem letzten Fates Warning-Album Theories of Flight und dem Awaken-Vorgänger The Spectre Within anzusehen. Letzten Endes ist das hier weniger Progmetal und mehr angeproggter US-Powermetal. Grundsätzlich ist das wiederum etwas, das mir mehr liegt, als der auf Metal getrimmte Retroprog von Dream Theater oder Ayreon.
Wie gut das Album ist, ist nach dem ersten Durchlauf bei einer gewissen Müdigkeit noch nicht zu beurteilen. Allerdings ist es länger, und John Arch ist deutlich präsenter. Das hat auch seine Nachteile, denn wo Archs Melodien für einen Song absolut faszinierend daher kommen, werden sie reichlich anstrengend, wenn man sie 70 Minuten am Stück in den Gehörgang gehämmert bekommt. Ich vermute aber, das gibt sich mit einem gewissen Gewöhnungseffekt.
Das Stück, das beim ersten Hören am ehesten hängen geblieben ist, ist der Abschlusssong Kindred Spirit, nach eher oberflächlicher Lesart eine dreizehnminütige Ode an einen verstorbenen Hund. Ich wünsche Interessierten viel Spaß.
Vash the stampede:
Pantha du Prince - Conference of Trees
Was für ein Monster! Klicker-Klacker vom feinsten. Mal chillig, mal technoid. Aber immer mit sphärischen Anteil, sodass ich beim Zuhören das Gefühl habe, das Gewicht von Bergen zu spüren, Kristalle glitzern zu hören oder Wurzeln bei wachsen zu fühlen. Und das ganz ohne Drogen. Genial!
Crimson King:
Psychotic Waltz sind eine Progmetal-Band, die Anfang der 90er mit zwei Alben, die leider nie so wirklich über Geheimtipp-Level hinaus kamen, Underground-Legendenstatus erhielten. Stilistisch boten sie einen brettharten und stark vertrakten Progmetal mit unverkennbarer Endsechziger-Retro-Note, der weitgehend ohne Keyboards auskam, dafür aber mit Flötentönen aufgepeppt wurde. Es folgte ein deutlich eingängigeres Album mit Alternative-Anleihen und ein weiteres, das mit Gothic- und Ambient-Elementen angereichert wurde. Dann wurde es erst mal bis 2010 still um die Band, während Sänger Buddy Lackey, nun unter dem Künstlernamen Devon Graves firmierend, den Gothic Progmetal-Stil des letzten Psychotic Waltz-Albums mit seinem Privatprojekt Deadsoul Tribe fortführte und verfeinerte.
2010 gab es dann eine Reunion, was sich jedoch erst mal nur auf Konzertauftritte bezog. Es dauerte tatsächlich bis 2020, bis mit The God-shapeed Void das langersehnte fünfte Album veröffentlicht wurde. Und was soll ich sagen: das Warten hat sich durchaus gelohnt. Die schräge Sperrigkeit der ersten beiden Alben gehört weiterhin der Vergangenheit an, man orientiert sich deutlich an Bleeding, legt dabei aber wieder etwas an Härte zu. Die seltsame Mischung aus Psychedelic- und Gothic-Einflüssen sorgt meines Erachtens aber für einen unverwechselbaren, einzigartigen Stil.
Hörprobe? Psychotic Waltz - Demystified. Aber das Album hat keine Ausrutscher. Das ist durchgängig auf hohem Niveau.
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