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Was hört Ihr gerade so?

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Crimson King:
Jazzrock, als Jazzrock noch nicht wirklich ein Ding war. 1969, etwa zeitgleich mit den Experimenten von Miles Davis, dem ersten Album der Soft Machine und dem ersten "echten" Prog-Album von King Crimson brachte eine Band namens Colosseum eine flockig fließende Melange aus Jazz, Rock und Blues heraus, die in den folgenden zwei Jahren noch verfeinert wurde. Diese Band, die zu den Pionieren des Progressive Rock zählt, war bis heute eine meiner Bildungslücken.

Colosseum - Those who are about to die salute you

Chiarina:
Ich höre eine CD von Angrusori. Das ist eine Kollaboration von norwegischen und Sinti Musikern. Das Album "Live at Tou" ist neu erschienen und enthält Elemente aus der traditionellen Sinti-Musik, erweitert durch experimentellere Klänge... erstaunlicherweise wirkt das gar nicht aufgesetzt. Die Live-Atmosphäre ist intensiv spürbar und liefert nicht den brillantesten Sound, zeigt aber gleichzeitig, wie großartig diese Musiker, Musikerinnen, Sänger und Sängerinnen sind.

Angrusori: Pre Ada Baro Svetos

Crimson King:
Weather Report - Heavy Weather

Einer der großen Fusion-Klassiker. Und wieder eine Bildungslücke geschlossen.

Chiarina:
Es gibt ein neues Album von Isaiah Collier & the Chosen Few ("Cosmic Transition"). Das zweite, wenn ich richtig informiert bin. Ich finde es wirklich großartig und bin an die geilsten Momente Coltranes erinnert - nur dass die Spannungsbögen ein bisschen allmählicher auf- und abgebaut werden. Das abwechslungsreiche Album ist so intensiv, dass ich nur knapp verhindern konnte stellenweise laut loszubrüllen.

Das Album enthält eine Suite aus fünf Teilen. Man kann es sich komplett auf der Bandcamp-Verkaufsseite gratis anhören (Kann man das? Vielleicht kann auch nur ich es, weil ich das Ding gekauft habe? Probiert es aus!). Eine knappe Stunde spannender, zeitgenössischer Jazz vom Feinsten. Crazy Shit, wie ich ihn mir wünsche!

Isaiah Collier & the Chosen Few: Cosmic Transition

Crimson King:
Ich finde es immer wieder interessant, zu sehen, welche brillianten Musiker Miles Davis immer wieder um sich versammelt hat. Für Kind of Blue saßen und standen da mit John Coltrane, Bill Evans und Cannonball Adderley drei der herausragenden Musiker der Hardbob- und Modaler Jazz-Ära um ihn herum. Noch heftiger ist die All-Star-Sammlung bei In a Silent Way, wobei da anzumerken ist, dass Davis' Begleitband größtenteils aus Talenten bestand, die *noch* keinen großen Namen hatten. Die Band bildete aber die Keimzelle für die gesamte Fusion-Szene. Herbie Hancock (der war schon ziemlich bekannt) verschrieb sich selbst dem Funkjazz, John McLaughlin gründete Mahavishnu Orchestra, Joe Zawinuk und Wayne Shorter wiederum Weather Report, Chick Correa und Dave Holland spielten zunächst gemeinsam in einem Quartett, bevor Correa Return to Forever gründete.

Im Vergleich zum doch sehr anstrengenden, zumeist als bedeutender eingestuften Nachfolgewerks Bitches Brew empfinde ich In a Silent Way auch als angenehm fließend und deutlich zugänglicher. Außerdem klingt die Band einfach sehr tight. Während ich bei den älteren Jazzaufnahmen immer den Eindruck habe, dass die stärker in Rhythmussektion und Solisten zerfallen, wirkt das Klangbild auf In a Silent Way geradezu sinfonisch. Ich bin mir nicht sicher, ob man In a Silent Way mit der Bewertung der beiden Alben gerecht wird.

Miles Davis - In a Silent Way

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