Medien & Phantastik > Hören
Was hört Ihr gerade so?
JAW6:
Hm, irgendwas stimmt nicht, wenn man mit 41 nochmal die gesamte Discographie der Bloodhound Gang aus dem Schrank kramt... Viel Nostalgie vermute ich :cheer:
Chiarina:
Ich habe ein wenig Mauricio Kagel gehört... vielleicht der amüsanteste der Avantgardisten, die in den Sechzigern und Siebzigern hier in Deutschland Musik komponiert hat.
Es gibt ein Hörspiel von ihm, das heißt "Der Tribun". Inhalt: Der Diktator einer Bananenrepublik probt allein in seinem Zimmer eine Rede. Das ist schon sehr komisch. Zwischendurch drückt er hin und wieder auf eines der zwei Abspielgeräte und sorgt so für künstlichen Applaus und für Marschmusik.
Die Musik, die da erklingt, hat Kagel selbst komponiert. Es sind seine "Zehn Märsche um den Sieg zu verfehlen": postmoderne Geniestreiche und schwarzhumorige Parodien gleichermaßen.
Mauricio Kagel: 10 Märsche, um den Sieg zu verfehlen
@ Crimson King: Ich selbst würde es nicht versuchen, "In a silent way" qualitativ mit "Bitches Brew" zu vergleichen. Das ist doch sehr unterschliedliche Musik. "In a silent way" ist auf jeden Fall ein ganz tolles Album. Ja, und warum Bitches Brew dann bekannter geworden ist? Ich glaube, es war einfach aufsehenerregender.
Crimson King:
--- Zitat von: Chiarina am 30.05.2021 | 00:42 ---@ Crimson King: Ich selbst würde es nicht versuchen, "In a silent way" qualitativ mit "Bitches Brew" zu vergleichen. Das ist doch sehr unterschliedliche Musik. "In a silent way" ist auf jeden Fall ein ganz tolles Album. Ja, und warum Bitches Brew dann bekannter geworden ist? Ich glaube, es war einfach aufsehenerregender.
--- Ende Zitat ---
Mir geht es nicht so sehr um Qualität wie um Einfluss. Die Qualität zu bewerten, maße ich mir nur in sehr eingeschränktem Maße zu. Ich finde nur etwas seltsam, dass Bitches Brew oft als quintessenziell für die ganze Fusion-Welle gesehen wird.
Chiarina:
Hier mal wieder Mauricio Kagel... und in gewisser Weise eine andere Art von musikalischem Theater, als bei den "10 Märschen, um den Sieg zu verfehlen."
"Match" ist ein etwas selbstironischer Hieb auf den Hochkulturbetrieb. Zwei Cellisten und ein Percussionist. Machen die Musik? Irgendwie schon, aber in gewisser Weise sind die Cellisten auch allürenbehaftete Tennisspieler und der Percussionist ist der strenge Schiedsrichter. Am Ende kürt er sogar den Sieger.
Sowas ist natürlich als reine Hördatei blödsinnig. Als Liveauftritt kann´s aber lustig sein. Die Aufnahme hier bringt von den bei Youtube verfügbaren schauspielerisch am meisten... allerdings ist sie ein bisschen leise aufgenommen.
Mauricio Kagel: Match
@Crimson King: Ja, Fusion ist oft etwas leichter verdaulich, als das, was du bei "Bitches Brew" aufgetischt bekommst. Insofern kann ich deine Irritation auch ein wenig nachvollziehen.
Crimson King:
Jethro Tull - Living in the Past
Eine Ansammlung von Singles und diversen nicht auf den regulären Alben veröffentlichten Tracks aus der Phase, bevor Tull ihr Meisterwerk Thick as a Brick geschrieben haben. Jethro Tull werden üblicherweise dem Progressive Rock zugerechnet, aber so wirklich passt das meines Erachtens nicht auf das Material, das vor 1971 veröffentlicht wurde. Das ist eher Psychedelic Rock mit Blues- und Folknoten. Einzig das Titelstück verbreitet mit seinem locker-flockigen 5/4-Takt ein entspanntes Jazz-Feeling. Der Qualität der Musik tut das keinen Abbruch.
Zwischendrin gibt es noch zwei Liveaufnahmen, in denen die Band ausgiebig improvisiert.
--- Zitat von: Chiarina am 30.05.2021 | 21:25 ---@Crimson King: Ja, Fusion ist oft etwas leichter verdaulich, als das, was du bei "Bitches Brew" aufgetischt bekommst. Insofern kann ich deine Irritation auch ein wenig nachvollziehen.
--- Ende Zitat ---
Mir geht es vor allem darum, dass In a Silent Way vorher da war und die zentralen Fusion-Bands der frühen 70er allesamt ihre Wurzeln in diesem Album hatten. Hancock war bei Bitches Brew ja schon nicht mehr dabei. Auch stilistisch erscheint es mir eher so, als wäre eher In a Silent Way die Blaupause gewesen als Bitches Brew, wobei das bei der Unterschiedlichkeit der Musik der im Anschluss gegründeten Bands nicht so leicht zu beurteilen ist.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln