Medien & Phantastik > Hören
Was hört Ihr gerade so?
Lyonesse:
;D
Ayou:
Smash Into Pieces - Wake Up
Wäre gut, wenn das auch direkt mal klappen würde. Ich bin nämlich so gar nicht wach, nachdem mein Wecker mich die letzten drei Tage 9 mal aus dem Tiefschlaf gerissen hat. :(
Chiarina:
Ich höre Musik von Gottfried Michael Koenig, einem Pionier avantgardistischer Elektromusik, der etwa von Mitte der 50er Jahre bis Anfang der 80er Jahre Musik gemacht hat.
Zu hören sind elektronische Sounds, die meinem Ohr wenig Halt bieten. Im Begleitheft finden sich immerhin ein paar Erklärungen. Seine „Klangfiguren“ bestehen aus verschiedenen Tonmaterialien, die hinsichtlich ihrer Geschwindigkeit und Tonhöhe vordefiniert sind und dann zu kürzeren Abschnitten ausgeweitet werden. In den verlinkten „Klangfiguren II“ soll es fünfzehn dieser Abschnitte geben. Ich kann sie mit meinem Ohr nicht auseinanderhalten. Interessant ist vielleicht, dass jedes dieser Materialien auf eine von vier Arten im Verlauf eines solchen Abschnittes „zerstört“ wird (das Begleitheft verwendet das Wort „destruction“), und zwar entweder durch Zersplitterung des Materials, Überlagerung des Materials in mehreren Schichten, Mutation des Materials hinsichtlich seiner Geschwindigkeit bzw. Tonhöhe und Vereinzelung der einzelnen Bestandteile des Materials.
Ich kann das Begleitheft lesen und in etwa nachvollziehen, wie Koenig vorgegangen ist. Ich kann es aber weder mit meinen Ohren nachvollziehen, noch kann ich das Ergebnis durch einen Blick in eine Partitur überprüfen. Kurz gesagt: Ich kann diese Musik nicht verstehen.
Natürlich kann ich sie trotzdem hören. Also versuche ich die Erklärungen zu vergessen und einfach zuzuhören.
Manchmal versuche ich Assoziationen zu vermeiden. Ich will den reinen Klang wahrnehmen. Das funktioniert. Hin und wieder merke ich auf. Dann ertönt ein überraschend lauter Klang, eine besonders hohe Klangdichte oder irgendein Klang wandert von einem Lautsprecher zum anderen und fesselt so für einen Moment meine Aufmerksamkeit. Ich mag auch manchmal die leiser werdenden Klänge, die im Nichts verschwinden. Dennoch kommt mit vieles auch beliebig vor.
Manchmal lasse ich Assoziationen zu. Dann denke ich an Science Fiction, an verrückte Wissenschaftler in ihren Labors, an splitternde Metallwände und implodierende Computer. Leider spüre ich keine ironische Distanz. Das Ganze wirkt daher eher unangenehm.
Musik, mit der ich meine Schwierigkeiten habe.
Gottfried Michael Koenig: Klangfiguren II
General Kong:
Das Palästinalied von Walther von der Vogelweide in einer Version von Annwn Orbis Alia
Chiarina:
Eine Chance hat Koenig noch bei mir.
Ich habe neben ein paar weiteren elektronischen Werken auch ein paar Kompositionen für traditionelle Instrumente von ihm gehört.
Die Asko-Stücke sind für das gleichnamige Instrumental-Ensemble komponiert. Zu hören sind eine Querflöte, zwei Klarinetten, ein Fagott, zwei Posaunen, ein Saxophon, ein Marimba, ein Klavier und ein Streichquartett.
Koenig hat die Partitur über irgendwelche Computerprogrammierungen erstellen lassen.
Wie genau das funktioniert, habe ich leider nicht herausgefunden.
Das Ergebnis klingt nach Avantgarde - aber nicht unbedingt nach computergenerierter Avantgarde.
Die Soundkombinationen sind für mein Ohr jedenfalls nicht allzu aufsehenerregend.
Bringt die Verwendung des Computers hier in irgendeiner Form so eine Art transhumane Ästhetik?
Wenn ja, wie äußert sich diese?
Oder ist der Computer einfach nur eine Komponierhilfe?
Wie schon beim letzten Stück habe ich hinterher mehr Fragen als Antworten.
Gottfried Michael Koenig: Three Asko Pieces I
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