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[Vorstellung] Fiasco
Daniel:
--- Zitat von: Fredi der Elch am 16.11.2010 | 10:24 ---Das einzige Problem, dass sich bei uns im Spiel ergab, war die Tatsache, dass man im zweiten Akt den Würfel selber behalten kann. Das führte dazu, dass plötzlich jeder nur noch die anderen Spieler die Szenen framen ließ und sich dadurch den Würfel selber aussuchen durfte. So wurden die Szenenausgänge im zweiten Akt leider etwas vorhersehbar und das Spiel strukturell etwas eintönig.
--- Ende Zitat ---
Dass es im zweiten Akt besonders attraktiv wird, die Mitspieler die Szene framen zu lassen, gefällt mir eigentlich ziemlich gut, da man hier vor die Wahl gestellt wird, ob es einem wichtiger ist, das Schicksal seines Charakters zu bestimmten (Resolve) oder stärkeren Einfluss auf die Szenen, in denen der Charakter agiert, zu nehmen (Establish). Die Herausforderung besteht doch darin, die Szenen so zu framen und auszuspielen, dass die Mitspieler in deinem Sinne resolven wollen.
Enkidi Li Halan (N.A.):
@Fredi: Ja, das Problem kenne ich. Hab ich auf der letzen Runde auf dem Treffen selbst betrieben, shame on me ;)
Da muss man vielleicht auch ein bisschen an die Spieler appelieren, der Geist des Spiels ist schließlich, die Charaktere schlimmstmöglich reinzureiten.
Andererseits muss ich sagen: gerade im zweiten Akt ist es aus zwei Gründen reizvoll, die anderen die eigene Szene framen zu lassen. Erstens: Fiasco ist anstrengend, wie jedes reine Erzählspiel. Man kann sich da nicht einfach mal zurücklehnen und sich berieseln lassen, sondern muss jederzeit konzentriert dem Spielverlauf folgen und dazu beitragen. Da kommt es schon vor, dass man im 2. Akt ein bisschen einen Durchhänger hat, rein Konzentrationstechnisch. Habe ich letzens bei unserer Runde wieder so bemerkt. Da ist man dann als Spieler auch durchaus dankbar, wenn mal die anderen mal für dich übernehmen
Zweitens, auch im actual play bestätigt: es ist oft so, dass die anderen coole Ideen für Szenen haben, in denen sie deinen Charakter reinreiten können. Vielleicht viel bessere als die, die du dir überlegt hattest. Gerade gegen Ende, wenn das Spiel richtig gut lief und die Spieler sich für den 'Endkampf' oder das Finale gegenseitig hochputschen, fliegen einem coole Vorschläge von Mitspielern nur so um die Ohren. Da sag ich als Spieler dann auch gerne mal: "Ja, das machen wir so, framt mal eben!"
Wenn du im 2. Akt die Würfel auch verteilen lässt, hast du halt wieder ein anderes Problem: so kannst du als Spieler die Charaktere der anderen richtig reinreiten, ohne dass sie eine Möglichkeit haben, was dagegen zu unternehmen.
Enkidi Li Halan (N.A.):
--- Zitat von: Daniel am 16.11.2010 | 11:19 ---...da man hier vor die Wahl gestellt wird, ob es einem wichtiger ist, das Schicksal seines Charakters zu bestimmten (Resolve) oder stärkeren Einfluss auf die Szenen, in denen der Charakter agiert, zu nehmen (Establish). Die Herausforderung besteht doch darin, die Szenen so zu framen und auszuspielen, dass die Mitspieler in deinem Sinne resolven wollen.
--- Ende Zitat ---
Wahr gesprochen ;)
Fredi der Elch:
--- Zitat von: Daniel am 16.11.2010 | 11:19 ---Die Herausforderung besteht doch darin, die Szenen so zu framen und auszuspielen, dass die Mitspieler in deinem Sinne resolven wollen.
--- Ende Zitat ---
Stimmt. Nur leider unterstützt das System es eher, es sich leicht zu machen und sich den Würfel zu nehmen, den man braucht. Und das fand ich bei unserer Runde etwas schade.
--- Zitat von: Enkidi Li Halan am 16.11.2010 | 11:27 ---Da ist man dann als Spieler auch durchaus dankbar, wenn mal die anderen mal für dich übernehmen
--- Ende Zitat ---
Das kannst du ja immer machen. Mein Problem ist, dass das Sytem einen aktiv davon abschreckt, es wenigstens zu versuchen, die Szene selber zu framen. Es ist eben so viel leichter anders rum: man kann sich zurücklehnen und bekommt noch den passenden Würfel.
Außerdem werden eben die Szenenausgänge ein bisschen lahm, weil man immer schon vorher weiß, ob es gut oder schlecht ausgehen wird (kann man ja an der Würfelfarbe, die gesammelt wird, ablesen).
--- Zitat ---Wenn du im 2. Akt die Würfel auch verteilen lässt, hast du halt wieder ein anderes Problem: so kannst du als Spieler die Charaktere der anderen richtig reinreiten, ohne dass sie eine Möglichkeit haben, was dagegen zu unternehmen.
--- Ende Zitat ---
Man könnte auch sagen: "Die Herausforderung besteht doch darin, die Szenen so zu framen und auszuspielen, dass die Mitspieler einem die richtigen Würfel geben wollen." ;)
Kurz: aus meiner Sicht ist der zweite Akt kreativ zu stark eingeschränkt. Das Spiel verschenkt hier was, was nicht sein müsste. Aber vielleicht sind wir einfach so böse Powergamer und andere Gruppen haben das Problem gar nicht so sehr.
Joerg.D:
--- Zitat ---Kurz: aus meiner Sicht ist der zweite Akt kreativ zu stark eingeschränkt. Das Spiel verschenkt hier was, was nicht sein müsste. Aber vielleicht sind wir einfach so böse Powergamer und andere Gruppen haben das Problem gar nicht so sehr.
--- Ende Zitat ---
Nein, das Problem haben auch andere Gruppen gehabt.
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