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[WtA] Werwolf ohne Gaben?

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Jiba:
Hallo Leute,

letztens kam mir da so ein Gedanke. Ich hatte mich wieder ein wenig mit dem alten Werwolf beschäftigt und festgestellt, wie cool doch die ganzen Riten aus den verschiedenen Büchern so sein können. Und dann habe ich mal überlegt wie häufig Riten in meinen Runden von Spielern eingesetzt wurden. Und wie oft Gaben.

Ergebnis: Gaben werden von Spielern in meiner Umgebung häufig eingesetzt... Riten selten bis nie. Hitritus ist ohne Zweifel der "Ritus der Talismananeignung" und manchmal macht mal einer den "Suchstein". Das war's im Großen und Ganzen. Gaben werden fast inflationär eingesetzt, weil ständig schmeißt irgendwer eine Gabe an, besonders die ohne Aktivierungskosten sind beliebt.

Nun bin ich jemand, der an Werwolf ganz besonders den mystischen-animistischen Aspekt besonders schätzt - Werwölfe sind zur Hälfte Geisterwesen und damit mit dem Umbra verbunden. Diesen Aspekt betonen Riten meiner Meinung mehr, weil man immer etwas an die Geister zurückgeben muss, damit sie einem helfen und zwar in Form von ritualisierten Praktiken. Bei Gaben ist dieser Austausch von Gefallen nur beim Lernen der Gabe relevant (welcher Spielleiter macht schon beim Erlernen jeder kleinen Gabe ein Riesenbohei darum - besonders bei den Startgaben überspringt man das gerne mal). Damit stehen Gaben für mich auf dem Charakterbogen für den punktuellen Kontakt mit der Geisterwelt (man muss sich nicht groß drum kümmern), während Riten einen wirklich gesuchten Kontakt erfordern - die Geister sind irgendwie präsenter dabei.

Fazit, das ich für mich daraus ziehe: Riten sind so viel cooler, Gaben sind lahm. Deshalb werde ich bei Gelegenheit mal versuchen, "Werwolf" ohne Gaben und nur mit Riten zu spielen. Gaben mit interessanten Effekten werden dann in Riten, je nach Stärke der Gabe auch ruhig in kleinere Riten umgesetzt. Ich erhoffe mir dadurch einen Gewinn, weil die Spieler sich mehr Mühe geben, ihre Rituale zu beschreiben, sie sich auch mal durchlesen und die Geisterwelt eine größere Rolle spielen muss.

Wie sieht es mit euch aus? Haltet ihr das für sinnvoll?

Holothuroid:
Das wertet das Spiel sicherlich um 300% auf.

Gorbag:
Ich denke das bringt den Fokus etwas weg von den Regeln und mehr zum Erzählen. Damit gefällts mir die Idee ziemlich gut, weniger stumpfes Gewürfel, mehr cooles Spiel mit der Geisterwelt.

Nin:
Ist schon lange her, dass ich WtA gespielt oder gelesen hätte und die Bücher habe ich jetzt auch nicht mit ... aber war das nicht so, dass du auch für Rituale ziemlich viel würfeln mußt / Erfolge anhäufen mußt?

Terrorbeagle:
Ich bin jetzt ehrlich übbberascht, weil ich es eher so kenne, dass die Gaben kleine Zaubertricks sind, die man so nebenbei macht (und die ja auch in aller Regel einen eher kleinen Rahmen haben) während Rituale einfach praktischer sind und viel, viel flexibler. Mit genug Zeit an der Hand und einfachen Bindungs- und Beschwörungsritualen ist ein halbwegs talentierter Meister der Mysterien was die magischen Möglichkeiten angeht ein durch die Gegend rollendes Arsenal (man nehme eine Blendgranate, anderthalb Stunden Omna Omna Beschwörung Fidibus, opfere genug Gnosis und binde einen Helios Avatar kurzfristig an das Ding. Und der Vorsinntflutliche, der gestern noch so bedrohlich aussah, ist morgen schon ein formschöner Rösti.
Dabei hilft übrigens auch das Gegenstück mit einer verzauberten Sonnenbrille. Also, wenn man die eigene Sehkraft mag, zu mindest.

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