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[Europa - alternatives Mittelalter]
Boba Fett:
Rollenspiel ist ja das Spiel um die "was wäre, wenn..." Frage, in der sich dann im Spiel die Mitspieler in die Rollen begeben, die in der Beantwortung dieser Frage eine Geschichte spielen.
Ich möchte mal ein bisschen Brainstorming machen...
Was wäre, wenn...
... Kaiser Konstantin I (der Große) seinerzeit nicht zum Christentum übergetreten wäre und das Christentum entsprechend zur wichtigsten Religion in Europa geworden wäre (und auch der Islam entsprechend keine Rolle spielen würde), sondern höchstens als "kleine Sekte" existieren würde
und
... es übernatürliches geben würde, also Magie, Zauberei, Göttermacht, nichtmenschliche (auch übernatürliche) Wesen (bitte explizit kein tolkieneske Elfen, Zwerge, Hobbits, Orks!) und was man sich noch so vorgestellt hat.
Wie würde Europa dann im Mittelalter aussehen?
Wäre das ein interessantes Setting?
Welche "Epoche" wäre am Interessantesten?
Welche Nationen könnte es geben?
Welche Religionen? Welche würden im Widerstreit miteinander liegen?
Inwiefern würde sich Übernatürliches manifestieren?
Brainstorming eröffnet.
Tobt Euch aus...!
Oberkampf:
--- Zitat von: Boba Fett [away] am 5.04.2011 | 13:39 ---
Wie würde Europa dann im Mittelalter aussehen?
Wäre das ein interessantes Setting?
Welche "Epoche" wäre am Interessantesten?
Welche Nationen könnte es geben?
Welche Religionen? Welche würden im Widerstreit miteinander liegen?
Inwiefern würde sich Übernatürliches manifestieren?
--- Ende Zitat ---
Religion: soweit ich weiß, war der Mithraskult zeitweilig ein echter Konkurrent des Christentums. Den würde ich also auf jeden Fall irgendwie einbauen. Mit dem Mithraskult könnte man evtl. auch Konflikte zwischen weltlicher und priesterlicher Gewalt/Herrschaft begründen, aber dazu kenne ich mich zu wenig mit dem Kult aus. Selbst wenn das Christentum nicht zur offiziellen Staatsreligion würde, könnte es weiterbestehen, vieleicht als eine messianische Strömung innerhalb des Judentums.
Was die Nationen angeht, wäre halt die Frage, inwieweit man ein einheitliches römisches Imperium, ein stark "föderales" römisches Reich oder gar keinen Überrest des Imperiums behalten will. Als ex-Trierer bin ich natürlich dafür, das weströmische Reich in verkleinerter Form bestehen zu lassen.
Übernatürliches würde ich im Stil der "Urban Fantasy meets Warhammer" auftreten lassen: die Menschen wissen zwar, dass es Übernatürliches gibt, aber sie wissen nichts Genaues und sie fürchten sich davor. Mann kann Charaktere spielen, die vom Übernatürlichen berührt wurden, z.B. Wechselbälger, aber die SCs haben keine großartigen Kräfte und müssen ihre übernatürliche Seite geheim halten. Die Priesterschaft hat eine eigenständige Institution entwickelt, um das Übernatürliche zu bekämpfen. Alternativ kann es auch Beschwichtigungszeremonien geben, bei denen Menschenopfer praktiziert werden.
Waldviech:
--- Zitat ---Selbst wenn das Christentum nicht zur offiziellen Staatsreligion würde, könnte es weiterbestehen, vieleicht als eine messianische Strömung innerhalb des Judentums.
--- Ende Zitat ---
Dafür war es zu Konstantins Zeiten schon viel zu stark abgespalten. Darüber hinaus war es da auch ohne Staatsreligion zu sein schon eine Massenreligion. Es wird also auch ohne Konstantin verdammt viele Christen in Europa geben - sehr wahrscheinlich auch als primäre Religion, vielleicht aber ohne große Zentralkirche mit etlichen kleineren christlichen Richtungen.
Belchion:
Ohne die christlichen Klöster mit ihrer europaweiten Verbreitung dürfte es niemanden mehr geben, der das antike Wissen aufbewahrt. Es gibt auch keine Missionare, welche Christentum und Klöster verbreiten. Entsprechend dürfte römisches Erbe die entlegenen Gegenden weniger stark beeinflussen als es in unserer Welt geschah. Auch das Lateinische als "Lingua Franca" fällt weg.
Das römische Reich dürfte ebenso untergegangen sein wie in unserer Welt, allerdings werden sich die nachfolgenden Reiche aufgrund des fehlenden Vorbilds der römischen Kirche und der Klösterverbände weniger stark institutionalisieren. Die uns bekannten Großstaaten würden also niemals entstehen, vielmehr gäbe es immer wieder kurze große Reiche, die nur so lange halten, wie die sie beherrschende Dynastie (und sich aufgrund von Reichsteilungen vermutlich ca. alle zwei bis vier Generationen ändern).
Chrischie:
Religionstechnisch wäre es wohl ein großes Durcheinader geworden, da die verschiedenen Volksstämme an ihren paganen Bräuchen festgehalten hätten. Dies hätte sich auch massiv auf die Bildung von Staaten ausgewirkt, da sich in Europa das Christentum durchsetzte und starken Einfluss darauf hatte wer Monarch wurde. Vergessen darf man auch nicht die verschiedenen Kirchenländereien, durch die die Kirche ebenfalls politischen Einfluss gewann. Eine spannende Epoche wäre wohl irgendwie 600-800 nach Christus. Die späteren Epochen eignen sich nicht so sehr, da politisch dort Kreuzzüge in Richtung der baltischen und slawischen Völker ausgingen, sowie verschiedene Dynastiewechsel in verschiedenen Staaten die auch kirchenpolitische Komponenten hatten.
Ich würde 600 anfangen und die Geschichte neu schreiben.
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