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Was macht gute Science Fiction aus?
Urias:
Heya!
In letzter Zeit gehen mir immer wieder mal, wahrscheinlich aufgrund meines übermäßigen Kontaktes mit Filmstudenten, Gedanken durch den Kopf für einen Science Fiction Plot, den ich persönlich zwar geil fände, aber wo ich mir nicht sicher bin ob es wirklcih zündet. Jetzt wollt ich mich mal erkundigen was für euch gute Science Fiction Literatur (oder auch Serien/Filme) ausmacht. Was macht Blade Runner und Battlestar Galactica so gut? Was machen Asimov und Dick richtig (Und nein, ich will jetzt keine Diskussion über die Qualität dieser Beispiele)? Was braucht Science Fiction um packend zu sein und was darf oder soll es nicht haben?
Mich persönlich reizt ja immer dieser leicht philosophische Ansatz den viele der "oldschooligen" Autoren reinpacken um eine Message zu vermitteln, die aber nicht mit dem Holzhammer reinprügeln, sondern so diskret dass man auch beim mehrmaligen Lesen auf was neues steht. Bin da wohl wirklich von Philipp K. Dick vorbelastet, da ich momentan echt alles von ihm lese was so gibt und grade die Valis-Trilogie beendet hab (Jup, ich hab nicht aufgegeben wie die meisten :P ). Und auch BSG, die in meinen Augen beste Science Fiction Serie fand ich erst ab der zweiten Staffel gut, eben weil sie da etwas metaphysischer und weniger standardmäßig wurde. Aber das ist nur mein Ansatz.
Kurz gefasst? Was macht gute Science Fiction aus? Discuss!
SSK
YY:
Faulheit siegt... ;D
--- Zitat von: YY am 15.03.2010 | 18:55 ---Gute SF dreht sich nicht um Technik, sondern um das Zusammenspiel von Mensch und Technik bzw. um die Art und Weise, wie der Mensch mit der jeweiligen Technologie umgeht.
Sie erzählt Geschichten über Menschen und das Menschsein vor dem Hintergrund neuartiger Technologie und ist daher in meinen Augen entfernt mit der Fabel verwandt.
Gute SF verpackt abschreckend komplexe, hoch philosophische und auch einfach staubtrockene Themen auf eine Weise, dass man einfach nicht davon lassen kann.
Interessanterweise sind es mMn oft Werke, denen man keinen besonderen "Anspruch" zuordnen würde, die das Interesse an den jeweils relevanten Themen im Leser wecken.
Eben, weil nicht abstrakt und auf theoretischer Ebene am Kaminfeuer über etwas diskutiert wird, sondern weil SF mit diesen Ideen und Fragen arbeitet, sie in einen Kontext setzt.
--- Ende Zitat ---
"Echte" SF ist undenkbar ohne entsprechende moralische oder philosophische Fragestellungen.
Vieles, was einem heute als SF verkauft wird, sind bei Licht betrachtet nur völlig anders gelagerte Geschichten vor einem futuristischen Hintergrund.
Ich bin übrigens trotz einer Handvoll Gegenbeispiele der Ansicht, dass sich "richtige" SF eher schlecht verfilmen lässt bzw. das Medium Film im SF-Kontext so seine Tücken hat.
Ein ganz großer Faktor dabei ist, dass in einem Buch ellenlange Exkursionen kein Problem sind.
1984 zum Beispiel - das Buch ist großartig.
Der Film setzt die Handlung ziemlich 1:1 um und ist sterbenslangweilig, weil all die kleinen und großen Erläuterungen fehlen, die das Buch ausmachen.
Und gerade in diesem Fall ließe sich auch mit Erzähler, Rückblenden etc. nichts mehr retten - dafür ist es einfach viel zu viel.
Funktionalist:
Bin zu faul, meinen Text dazu rauszusuchen, aber YY trifft es schon sehr gut. ;)
Die Technik ist nicht Selbstzweck (wie beim Gunporn), sondern dient dazu, entweder den Menschen oder die Gesellschaft vertrautfremd betrachten zu kännen und die gewünschten konflikte hervorzuheben.
(Beispiel: Solaris)
Ein:
Dinge explodieren.
Lyonesse:
Ich mochte immer auch den ethnologischen Aspekt - also die Beschreibung von teilw. abgefahrenen menschlichen Kulturen, die sich auf den fernen Planeten ansiedelten, da selbstständig entwickelten und vor deren Hintergrund interessante Geschichten spielen können.
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