Pen & Paper - Rollenspiel > Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau

[Science-Fiction] Weltraum-Kolonisation

<< < (2/28) > >>

Feuersänger:

--- Zitat von: Chaos am  9.08.2011 | 00:54 ---Ich stelle mir das so ähnlich vor wie damals in den amerikanischen Kolonien, dass das Mutterland der Kolonie schlicht verbietet, bestimmte Industrien zu betreiben,
--- Ende Zitat ---

In einem modernen Staat mit demokratischem Selbstverständnis wäre das absolut nicht mehr durchsetzbar. Schließlich kann der Machthaber dafür keinen besseren Grund liefern als "Die Wurst bleibt hier". Das mag mit einer chinesischen oder russischen Kolonie durchführbar sein, aber nicht mit einer europäischen oder amerikanischen. Also, damit meine ich nicht, dass es irgendwann zur "Mikrochipparty" kommt, sondern einfach von vornherein kein solches Gesetz erlassen werden könnte.

Kurz, das hängt vom politischen Status der Erde im betreffenden Setting ab. Die groben Optionen sind:
* Vereinigte Erde, demokratisches System
* Vereinigte Erde, Diktatur
* Mehrere Staaten/Blöcke mit unterschiedlichen Systemen (dafür habe ich mich bei Redshift entschieden, nicht zuletzt um eine möglichst große Bandbreite abzudecken.)


--- Zitat ---Und letztlich ist die Erde vermutlich die einzige Quelle für Raumschiffe und moderne planetare Verteidigungssysteme, die man braucht, um sich Piraten, Plünderer und anderes Gesocks vom Leib zu halten.
--- Ende Zitat ---

Ja, mittelfristig. Langfristig werden die Kolonien sich da auch selber einrichten, zumal sie da auch vor Ort die Raumschiffe direkt für ihre Bedürfnisse maßschneidern können.


--- Zitat ---Wäre es nicht sowieso einfacher, den Rohstoffpaketen einen kleinen Stups zu geben und sie dann langsam und unbeaufsichtigt durch das System treiben zu lassen, bis sie am Zielort ein Schlepper "einfängt"? Zeitkritisch sind sie ja nicht, und wenn die Schiffe die Strecke nicht mitmachen müssen, braucht man auch viel weniger von ihnen.

--- Ende Zitat ---

Das hab ich mir auch schonmal überlegt. Möglich wäre es natürlich, auf jeden Fall mit Hohmann-Transfers. Problem dabei ist, dass man zwischen den Planeten nur relativ selten ein Startfenster für einen Hohmann-Transfer hat. Z.B. zwischen Erde und Jupiter nur etwa einmal im Jahr, und die Ladung wäre dann fast 3 Jahre unterwegs.

Vereinfachte Erklärung: Hohmann-Transit heisst, dass man das Schiff / die Ladung zu einem bestimmten Zeitpunkt genau so beschleunigt, dass es später die Bahn des Zielplaneten genau dann tangiert, wenn dieser Planet auch gerade da ist. Das Schlüsselwort ist hier "tangiert", nicht "kreuzt". Hohmann-Transfers zeichnen sich durch minimalen Energiebedarf bei maximaler Zeit aus.

Theoretisch wäre es wohl auch möglich, eine freischwebende Ladung zu anderen Terminen (dann mit höherer Geschwindigkeit) abzuschicken, aber der Capture würde dann einige ziemlich komplizierte Manöver erfordern, bei der das einfangende Schiff mehrmals den Vektor ändern muss. Ob sich das dann noch lohnt, weiß ich nicht, das ist mir zu kompliziert auszurechnen.

Außerdem gibt es noch zwei weitere Probleme: erstens könnte eine solche unbeaufsichtigte Last schon von sich aus eine Gefahr für die Schiffahrt darstellen. Zugegeben, ein sehr geringes Risiko. Zweitens wäre das ein gefundenes Fressen für Terroristen oder Saboteure, die die Last abfangen und mit einem neuen Vektor versehen könnten. Zwar sind auch da die Erfolgsaussichten gering, damit wirklich schweren Schaden anzurichten, aber auf jeden Fall hat man erstmal den Salat und muss die Ladung wieder einfangen.

Hier ist aber noch ein Grund gegen Robofrachter überhaupt: sie bieten ein verlockendes Ziel für "Autodiebe", nur dass die hier kein Auto klauen, sondern einen kompletten nuklearen Antrieb. Denn, das habe ich eben ausgerechnet, mit harmlosen chemischen Antrieben ist bei den angedachten Frachtmengen nichts zu machen.
Das ist jetzt etwas blöd. Sieht so aus, als müsste die Fracht doch vorzugsweise von lebenden Crews befördert werden, oder man spielt doch interplanetares Zuwerfen. Die ideale Lösung ist mal wieder nicht dabei.

Merlin Emrys:

--- Zitat von: Feuersänger am  9.08.2011 | 01:58 ---Kurz, das hängt vom politischen Status der Erde im betreffenden Setting ab. Die groben Optionen sind:
* Vereinigte Erde, demokratisches System
* Vereinigte Erde, Diktatur
* Mehrere Staaten/Blöcke mit unterschiedlichen Systemen (dafür habe ich mich bei Redshift entschieden, nicht zuletzt um eine möglichst große Bandbreite abzudecken.)
--- Ende Zitat ---
Mir fällt vor allem noch eine weitere ein: Eine (ggfs. hinter Marionetten gleich welche Couleur) stehende, strikte Herrschaft der Reichsten, die (oft genug jedenfalls) zugleich auch Händler sind. Die Kaiser hatten ihre Fugger, die EU hat Standard & Poor's. Schon jetzt haben die reichsten Einzelpersonen der Welt Verfügungsmacht über mehr Guthaben als manche Länder. Den "Seeweg nach Indien" zu finden war, wenn ich mich recht entsinne, ein wirtschaftlich inspiriertes Unternehmen. Usw. usf...

Und für Einzelpersonen kann das Kolonisieren von Exoplaneten vom extravanten Hobby über "tue Gutes und sprich darüber" bis zu einer auf Langfristigkeit angelegten Investition alles sein, und sicher noch vieles mehr.

Chaos:

--- Zitat von: Feuersänger am  9.08.2011 | 01:58 ---In einem modernen Staat mit demokratischem Selbstverständnis wäre das absolut nicht mehr durchsetzbar. Schließlich kann der Machthaber dafür keinen besseren Grund liefern als "Die Wurst bleibt hier". Das mag mit einer chinesischen oder russischen Kolonie durchführbar sein, aber nicht mit einer europäischen oder amerikanischen. Also, damit meine ich nicht, dass es irgendwann zur "Mikrochipparty" kommt, sondern einfach von vornherein kein solches Gesetz erlassen werden könnte.

Kurz, das hängt vom politischen Status der Erde im betreffenden Setting ab. Die groben Optionen sind:
* Vereinigte Erde, demokratisches System
* Vereinigte Erde, Diktatur
* Mehrere Staaten/Blöcke mit unterschiedlichen Systemen (dafür habe ich mich bei Redshift entschieden, nicht zuletzt um eine möglichst große Bandbreite abzudecken.)
--- Ende Zitat ---

Ach, das hängt ganz davon ab, wie zynisch die Politiker der jeweiligen Demokratie sind, und wie formbar die Wählerschaft ist. Ich war ja auch mal der Meinung, sowas wie Guantanamo sei in einem "modernen Staat mit demokratischem Selbstverständnis" absolut nicht durchsetzbar. Da salbadert man halt irgendetwas über "Wahrung von Qualitätsstandards", "Betriebssicherheit", "Schutz des empfindlichen planetaren Ökosystems der Kolonie", "Schutz der heimischen Wirtschaft" und so weiter und so fort, da geht das schon. Und die heimische Wirtschaft wird sicher ganz klassisch mit dem Damoklesschwert "Verlust von Arbeitsplätzen" herumfuchteln.

Es muss ja auch kein Gesetz sein, das solche Sache direkt und ausdrücklich verbietet - man muss es nur schwierig und unangenehm und teuer genug machen. Steuern, Sicherheitsvorschriften, Genehmigungsverfahren, fünffache notariell beglaubigte schriftliche Ausführung, persönliches Erscheinen bei der Behörde auf der Erde, etc etc etc.


--- Zitat ---Das ist jetzt etwas blöd. Sieht so aus, als müsste die Fracht doch vorzugsweise von lebenden Crews befördert werden, oder man spielt doch interplanetares Zuwerfen. Die ideale Lösung ist mal wieder nicht dabei.
--- Ende Zitat ---

Klingt nach einer Aufgabe für Leute, die bestraft werden sollen. Also statt als Galeerensträfling verurteilt zu werden, halt als Erzfrachterbesatzung.

Dark_Tigger:

--- Zitat von: Eulenspiegel am  8.08.2011 | 20:43 ---Die Besiedlung eines Planeten ist mit Kosten verbunden, die sich nicht in der 1. Generation und auch nicht in der 2. Generation amortisieren. Aber irgendwann zahlt sich die Kolonisation aus und die Kolonie macht mehr Gewinne als Ausgaben.

--- Ende Zitat ---

Irgendwie muss ich da an den alten Spruch der Moorbauern denken: "Des ersten Tod, des zweiten Not, des dritten Brot".
Ein Spruch der sich auch in der Kolonisation des Weltalls wieder bewahrheiten könnte.
Vor allem wen man eine kolonisation im Stil von Hamiltons Nightdawn nimmt. Da durften sich Siedler praktisch Siedlungsrechte kaufen,
den überflug kaufen, die nötige Ausrüstung kaufen, und bekamen dafür eine grobe Schulung in Agratechnik und ein Stück Land zugewiesen. Das Land durften die dann urbar machen und so langssam die gesellschaftliche Grundlage für eine technologische Gesellschafft hochziehen.

Ach ja und mit Gewinnen war eher so in der vierten/fünften Generation zu rechnen.


--- Zitat von: Feuersänger am  9.08.2011 | 01:58 ---In einem modernen Staat mit demokratischem Selbstverständnis wäre das absolut nicht mehr durchsetzbar. Schließlich kann der Machthaber dafür keinen besseren Grund liefern als "Die Wurst bleibt hier". Das mag mit einer chinesischen oder russischen Kolonie durchführbar sein, aber nicht mit einer europäischen oder amerikanischen. Also, damit meine ich nicht, dass es irgendwann zur "Mikrochipparty" kommt, sondern einfach von vornherein kein solches Gesetz erlassen werden könnte.

--- Ende Zitat ---

Wenn du dich da mal nicht irrst. Der europäische und auch der usamerikanische Markt sind doch recht protektionistisch.
Und "Die Wurst bleibt hier" ist ein Argument, dass immer wieder gerne genutzt wird, wenn es um Wirtschafftspolitik geht.

<Juju>:
Zumal sich das Verhalten der Parteien im Patenrecht und auf dem Finanzmarkt mMn auf Kindergartenniveau bewegt.

"Ich will aber/weil ich kann", "das ist aber/jetzt meins", "der andere hat.. "  und  "dann mach ich aber .. "

sind gültige und weit verbreitete Vorgehensweisen zwischen Staaten und Wirtschaftsunternehmen.

Gute Beispiele dafür sind wie gesagt Patenrechte in den USA, Investmentbanking ( überhaupt alle Ideen aus Gemauschel mit Geld noch mehr Geld zu machen )
und der letzte Irak Krieg.

Außerdem denke ich, das wichtigste Exportgut der Erde werden für lange Zeit Menschen sein, weil das wichtigste Importgut der Kolonien Manpower sein wird.
Und ich glaube auch das diese Manpower zu einem guten Teil aus ungewollten Elementen der Heimatwelt bestehen wird.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln