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Christian Schmidt rechnet mit der dt. Spielekritik ab

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killedcat:
Es ist immer leicht auf einen einzuschlagen, der am Boden liegt. Das widerliche an der Diskussion sind die Leichenfledderer, die nun, da das Kind in den Brunnen gefallen ist, über die Unfähigkeit der anderen schimpfen. Wo waren ihre goldenen Ratschläge, als die Branche noch im Wandel war? Eben.

Der Umkehrschluss, der hier geführt wird, ärgert mich auch. "Schau, du liegst am Boden, also habe ich mit meiner Methode recht" ist ebenso falsch wie unnütz. Da wird eine ganze Branche verurteilt, ohne darüber nachzudenken, ob sie überhaupt gerettet werden kann und sollte. Als das Automobil kam hätten die Kutscher viel tun können, aber ihr Berufsstand war nunmal zum Scheitern verurteilt. Nun, da das Internet mit Youtube und kostenlosen Zeitschriften allgemein verfügbar ist und die Generation iPad heranwächst muss man sich eventuell damit abfinden, dass das Printmedium zum Nischenprodukt wird. Der Mainstream liegt woanders. Und das muss nicht am Format der Testberichte liegen. Aber die Blogosphäre ist nunmal ein Haufen Schreihälse, die "kritisch" wissen, was die anderen falsch machen, ohne selbst Erfolge vorweisen zu müssen. Da - nun beteilige ich mich selbst daran.

Die Zeiten ändern sich. Das kann jeder sehen. Nicht alle Formate werden diesen Wandel überleben. Da muss man weder die Moral- noch die Besserwisserkeule schwingen. Wer Ideen hat, der möge sie vorbringen. Aber bitte ohne zu verurteilen oder anzufeinden. Das geht nämlich auch ohne selbstgerechte Besserwisser.

Was zu beweisen wäre.

Darius der Duellant:

--- Zitat von: Mick Schnelle ---Für die meisten Spieler sind 40 bis 70 Euro kein Pappenstil. Und wer kauft schon gern einen hochgradig beworbenen Mist, bei dem der Marketingabteilung mal wieder der Gaul durchgegangen ist? Und genau da sind Fachmagazine nach wie vor unendlich wichtig.
--- Ende Zitat ---

Da hats mich als jemanden der über lange Jahre Print-Spielemagazine gelesen hat, fast zerrissen  ;D
Als feinsinnige ironische Spitze wäre das beinahe schon preiswürdig, aber leider meint der gute Junge das ja ernst  :q

Ranor:

--- Zitat von: killedcat am  9.09.2011 | 15:34 ---Es ist immer leicht auf einen einzuschlagen, der am Boden liegt. Das widerliche an der Diskussion sind die Leichenfledderer, die nun, da das Kind in den Brunnen gefallen ist, über die Unfähigkeit der anderen schimpfen. Wo waren ihre goldenen Ratschläge, als die Branche noch im Wandel war? Eben.
--- Ende Zitat ---
Die "goldenen Ratschläge" gibt es seit Jahren - und zwar von den "Schreihälsen der Blogosphäre". Seit Kieron Gillen im Jahr 2004 den Begriff des "New Games Journalism" prägte, haben die dt. Videospielblogger (d-frag, SpielerEinsZweiDreiVier, etc.) auf die Mißstände der klassischen dt. Spielemagazine aufmerksam gemacht. Immer und immer wieder. Die Ratschläge gab es also schon lange, es hat nur niemand prominentes aus der Branche (wie jetzt Schmidt) sie vertreten.

--- Zitat ---Die Zeiten ändern sich. Das kann jeder sehen. Nicht alle Formate werden diesen Wandel überleben. Da muss man weder die Moral- noch die Besserwisserkeule schwingen. Wer Ideen hat, der möge sie vorbringen. Aber bitte ohne zu verurteilen oder anzufeinden. Das geht nämlich auch ohne selbstgerechte Besserwisser.
--- Ende Zitat ---
Ich versteh´ dich nicht. Wo sind denn die "selbstgerechten Besserwisser"?

Edit: Natürlich kann man Schmidt vorwerfen das er nichts geändert hat als er die Möglichkeit dazu hatte. Trotzdem ist seine Kritik richtig und wichtig, auch wenn sie in bestimmten Bereichen über das Ziel hinaus schießt.

Sashael:

--- Zitat von: killedcat am  9.09.2011 | 15:34 ---Es ist immer leicht auf einen einzuschlagen, der am Boden liegt. Das widerliche an der Diskussion sind die Leichenfledderer, die nun, da das Kind in den Brunnen gefallen ist, über die Unfähigkeit der anderen schimpfen. Wo waren ihre goldenen Ratschläge, als die Branche noch im Wandel war? Eben.
--- Ende Zitat ---
Oft genug wurden die Ratschläge von denen überhört, die dann irgendwann am Boden liegen. Das kenn ich auch aus ganz anderen Branchen.
Da ist gar nichts widerlich dran, da will man sich einfach nur endlich mal Luft machen. Ich habe selbst mehr als einmal erlebt, wie Analysen des Kundenkreises ignoriert wurden, weil man in der Chefetage eine "Vision" hatte wie denn alles läuft, die dann mit Scheuklappen durchgeprügelt wurde. Und zum Schluss? Ging es den Bach runter bis die Firma (Firmen, um genau zu sein) nur noch so vor sich hindümpelte(n) und zuviel Umsatz machte(n) um zu sterben, aber zu wenig, um sich nochmal nach oben zu kämpfen.

Wenn ich mir angucke, wer in dieser Diskussion sich wie äußert, dann sehe ich deutliche Parallelen.

Btw: Ich kaufe mir mittlerweile auch nur noch Spielezeitschriften, auf denen eine Vollversion eines Spieles drauf ist, die ich haben möchte. Und meistens liegt das dazugehörige Magazin ungelesen in der Ecke, bis es entsorgt wird. Einfach weil es einen objektiven(!!!), informativen und lesbaren Spielejournalismus leider nicht (mehr?) gibt.

killedcat:
Den gab es nie. Ich benutze inzwischen aber auch nur noch die Internetseiten, einfach weil es bequemer und vielfältiger ist. Aber die PC-Games Hardware ist immer noch gut.  ;D

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