Pen & Paper - Spielsysteme > Weitere Pen & Paper Systeme
[erzählt mir von...] airship pirates
Waldviech:
So, jetzt habe ich das Büchli vor Kurzem bekommen und zitiere mal meine eigenen Beiträge aus dem Fundus Ludi:
--- Zitat ---Prinzipiell gefällt mir das Ganze recht gut (mit Luftschiffen und Piraten kann man eigentlich ohnehin wenig falsch machen Freude ) Das sich das Setting nur auf Nordamerika beschränkt, ist in der Tat ein bisschen schade, aber aus meiner Sicht letztlich nicht sooooo tragisch, da die Welt von Airship-Pirates mit der realen wohl ohnehin nur noch sehr bedingt etwas zu tun hat. Neben den Großstädten des Kaisers schwebt über Nordamerika auch eine große Anzahl sogenannter "Skyloft-Cities", künstliche schwebende Inseln, die sich, ähnlich wie Planeten bei Traveller, auch per Zufallsgenerator erstellen lassen.
Der Grund für die Apokalypse ist auch recht putzig - im Grunde ging die alte Welt unter, weil die Grünen (bzw. ein "grüner" Diktator) an die Weltregierung kamen, und aus Umweltschutzgründen begannen die menschliche Bevölkerung zu reduzieren. Das hat es so sicherlich auch noch nicht gegeben. fröhlich
--- Ende Zitat ---
--- Zitat ---Airship-Pirates spielt nicht nur in der Zukunft, sondern auch in einer alternativen Zeitlinie. Seit 1751 griff wiederholt ein mysteriöses Luftschiff in den Lauf der Geschichte ein, dessen Besatzung sich für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt einsetzte. Daher kam es im Laufe des 19. Jahrhunderts zum Weltfrieden und einem goldenen Zeitalter voll Freiheit und Fortschritt. Während es für die Menschheit immer weiter bergauf ging, ging es für den Planeten leider bergab, denn die massive Überbevölkerung und die starke Industrialisierung sorgten zunehmend für Umweltkatastrophen. Um das Jahr 2000 herum tauchte schließlich der charismatische "Naturschützer" Victor Hypocrates auf, der sich massiv für die Rettung des Planeten einsetzte. Victor wurde zunächst zum Präsidenten der USA und später zum Weltpräsidenten gewählt (noch etwas später krönte er sich zum Kaiser) und hatte Millionen von Anhängern. Dummerweise ging denen erst zu spät auf, dass Victor Hypocrates nicht annähernd so altruistisch war, wie er tat - es ging ihm nämlich wirklich nur um das Wohlergehen des Planeten und nicht um das der Menschheit. Seine "Naturschutzprogramme" umfasste nicht nur die Konzentrierung aller Menschen in abgeschottete Megametropolen (damit sich draußen wieder eine "Neue Wildnis" entfalten konnte), sondern auch die Reduktion des Technologielevels auf den "unbedenklichen" Stand des späten 19. Jahrhunderts (zumindest für die breite Öffentlichkeit) und die Erschaffung diverser genmanipulierter Mistviecher, um die "Neue Wildnis" zu bewohnen. Dank des über 150 Jahre währenden Weltfriedens verfügte um die Jahrtausenwende niemand mehr über Waffen oder Militärequipment, so das Victors im Geheimen ausgerüstete Armee den ganzen Schwachsinn problemlos durchprügeln konnte.
Heute ist der Großteil der Menschheit in 17 Megametropolen eingepfercht (von denen drei in Nordamerika stehen) und der Planet wieder "gesund". Mittlerweile herrscht der Enkel des Victor Hypocrates von seinem Palast im Yellowstone Nationalpark aus über die Erde. Das neovictorianische Empire ist eine ultratotalitäre Gesellschaft, in der der Löwenanteil der Bevölkerung in bitterster Armut lebt. Die Oberschicht bilden die Nachkommen von den Unterstützern und Kampfgenossen des Victor Hypocrates. Auf jegliche Innovation, unerlaubtes Reisen und das Essen von Fleisch steht die Todesstrafe oder die lebenslängliche Inhaftierung im "Change-Cage", einem gigantischen Gefängnis im Zentrum jeder Megametropole. Ausgeklügelte Systeme sorgen dafür, dass die Schadstoffe der primitiven Industrie des Empires in den Megametropolen bleiben, weswegen die Städte, ganz im Gegensatz zur intakten Wildnis, die letzten Drecklöcher sind. Der technologische Stand ist generell der des späten 19.Jahrhunderts, aber es gibt Ausreißer nach oben - so setzt das Empire z.b. Roboter als Polizisten oder Dienstboten ein. Den Bewohnern der Megametropolen wird von der Staatspropaganda weis gemacht, draußen in der Wildnis gäbe es keine Menschen mehr - aber das ist eine glatte Lüge. Neben den Megametropolen gibt es eine ganze Reihe von sogenannten "Skyloft-Cities", schwebenden Inseln die während der "Langsamen Apokalypse" von Regimegegnern und Flüchtlingen gebaut wurden. Jede Skyloft-City ist autonom und bildet einen Mikrokosmos für sich. Am Boden leben die nomadischen "Neo-Beduinen", die aus einer Art Gegenkultur des 20. Jahrhunderts hervorgegangen sind. Diese durchreisen die Wildnis in großen Karawanen aus Lasttieren und Automobilen.
Zwischen dem Empire und der Außenwelt besteht so eine Art "Waffenstillstand". Das Empire hat zwar mehr Manpower und nahezu unbegrenzte Ressourcen, aber die außerhalb der Megametropolen lebenden Völker sind technisch etwas weiter als das Empire (denn denen verbietet ja niemand das Denken!). Daher wäre ein großangelegter Krieg dem selbstzufriedenen Kaiser ein zu großes Wagnis.
Der Verkehr zwischen den einzelnen Siedlungen läuft primär über Luftschiffe ab, weswegen Airship-Pirates auch einiges zu tun haben. Die Megametropolen werden auch über Kanäle und Eisenbahnlinien miteinander verbunden. (Da die Bewohner der Megametropolen so komplett von der Außenwelt abgeschottet werden, dass einem die DDR dagegen geradezu offen vorkommt, sind diese Züge heftigst gepanzert und haben nicht einmal Fenster....)
--- Ende Zitat ---
Kleines Addendum: Gegen die Change-Cage-Megametropolen des Empires kommt einem eigentlich selbst Nord-Korea weltoffen vor....
Blechpirat:
Und die Regeln?
Waldviech:
Sollen wohl die selben sein, wie bei Victoriana. Den Regelpart habe ich allerdings noch nicht so "eingehend" studiert wie den Settingteil über Land, Leute, Technologie und Kulturen. Von daher kann ich über die Regelmechanismen noch nicht so sehr viel sagen.
Edit:
Und ach ja: Es gibt auch ein Kapitel über Zeitreisen! Theoretisch kann die SC-Truppe mit einem mysteriösen "Chrononautilus" zwischen den Zeiten hin und her springen und dabei auch fröhlich die Geschichte verändern. Darauf bezieht sich im Übrigen auch der Teil mit der "Apokalypse von 1906" - in diesem Jahr wurde die Zeitmaschine erfunden, mit der die Band Abney Park dann einigen Unfug angestellt und versehentlich die oben vorgestellte Zeitlinie erschaffen hat (Eigentlich wollten sie die Geschichte korregieren, um der Welt den Weltfrieden zu bringen. Hat auch 150 Jahre lang funktioniert...bis Kaiser Victor mit seinem Umweltschutzfimmel auf den Plan trat....)
Bentley Silberschatten:
Das Regelsystem ist Victoriania 2ed (und Shadowrun 4ed) sehr ähnlich.
Man würfelt eine Menge an W6 die sich aus Attribut und Fertigkeit zusammen setzt.
1er und 6er sind Erfolge, 6er können nachgewürfelt werden (bis keine mehr kommen).
Mali funktionieren etwas anders wie bei SR4. Man würfelt pro Maluspunkt einen "Black Die" dessen Erfolge heben die Erfolge der Normalen Würfel auf. Wenn die Black Dice mehr Erfolge haben als die Normalen ist es quasi ein Fumble.
Es gibt Dramapunkte mit dennen man Erfolge hinzu kaufen kann (vor dem Wurf). Mit dem Einsatz von 6 (von maximal 8 ) Dramapunkten kann man sich einen Skript Die kaufen der die Geschichte Nachhaltig ändern darf.
Im unterschied zu Victoriania gibt es keine Stufen mehr.
Das, würde ich sagen, ist mal der wichtige Kern der Regeln.
Green Goblin:
entschuldigt das offtopic, aber bei diesen kleinen systemen ist das hoffentlich verzeihlich:
@korknadel: über clockwork & chivalry haben wir hier schon gesprochen:http://tanelorn.net/index.php/topic,67787.0.html
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln