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Fantasy-Setting nach Akkadischer Art

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Khouni:
Die wichtigste Frage ist ja eigentlich immer, was für Abenteuer man in einem derartigen Setting bestreiten möchte.
Willst du eher Heldenepen oder doch lieber grimmigere Sword & Sorcery? Was wären die Schurken, wie sehen Helden aus? Gibt es genug Abwechslung?

Waldviech:
Also die Helden würde eindeutig aus irgendwelchen Fürsten- und Königsfamilien rekrutieren und sie auch mal für die eigene Stadt Armeen führen lassen. In einem antiken Fantasysetting, das einschlägige Mythen umsetzen soll, den Löffelschnitzer Popel zu spielen würde sich irgendwie falsch anfühlen...die Schurken wären natürlich gegnerische Stadtgötter, andere Adelige usw.

Feuersänger:
Das ist wirklich ein wichtiger Punkt.

Erstens kommt ja das älteste überlieferte Heldenepos der Welt aus dieser Ecke -- Gilgamesh war sozusagen der Prototyp der epischen Helden. Er hat sowohl menschliche wie auch übernatürliche Gegner besiegt (das Monster im Zedernwald von Libanon erinnert mich ein wenig an Jabberwocky), ist in die Unterwelt und wieder zurück und schließlich ans Ende der Welt gereist. (Man könnte die beschriebene Reiseroute so interpretieren, dass er erst über den Himalaya gewandert und dann nach Japan gefahren ist.)

Übrigens fällt mir daraus auch noch ein Punkt zum Thema Menschenopfer ein: relativ am Anfang des Gilgamesh-Epos war dieser als junger Mann auch für eine Opferung vorgesehen. Er war zwar "nur" der Ziehson eines Schmieds (wobei Schmied damals vermutlich das exklusivste Handwerk überhaupt war), aber der beste Freund des Königssohns, und iirc hätte er dadurch als Opfer fast den gleichen Wert gehabt wie der Königssohn selbst. Ich weiß jetzt grad auch gar nicht mehr, wie er aus der Nummer rausgekommen ist, muss die Story wohl wieder mal lesen.

Sword & Sorcery wäre aber genauso gut möglich. Und wahrscheinlich deutlich einfacher umzusetzen.

Ein wichtiger Unterschied zwischen diesen beiden Ansätzen ist ja die Präsenz der Götter. Gibt es sie wirklich, und mischen sie sich in die Geschicke der Menschen ein? Oder sind sie "transzendent", was soviel heissen soll wie "Existenz unklar". Bei der klassischen Sword & Sorcery à la Conan ist es ja oft so, dass sich hinter dem vermeintlichen Gott in Wahrheit ein scheusslicher Dämon verbirgt.

Ich persönlich mag grundsätzlich S&S sehr gerne, aber inzwischen hab ich das schon so lange gespielt, dass ich daran übersättigt bin und Abwechslung brauche. Ich würde es also lieber als "fantastisches" bzw. High Fantasy Setting spielen wollen.

Waldviech:

--- Zitat ---Ich persönlich mag grundsätzlich S&S sehr gerne, aber inzwischen hab ich das schon so lange gespielt, dass ich daran übersättigt bin und Abwechslung brauche. Ich würde es also lieber als "fantastisches" bzw. High Fantasy Setting spielen wollen.
--- Ende Zitat ---
Na dann nehmen wir doch glattweg die Variante mit den existierenden, physisch präsenten Göttern. Das macht die Sache dann auch gleich viel interessanter.... :D
Der Heilige Hain in XYZ ist nicht nur im übertragenen Sinne das Heim des großen Gottes Dingsviech....der lebt wirklich da! Und wenn man in den Heiligen Hain hinein geht, dann kann man ihn treffen. Körperlich und nicht transzendent. Und wehe, man verärgert ihn dann. Die Unterscheidung zwischen "Gott" und "Dämon" würde ich mir hier im Übrigen schenken. Ob Gott oder Dämon, das ergibt sich aus der Sichtweise auf die fragliche Wesenheit (und nicht zuletzt auch aus deren Tageslaune. Selbst der netteste Gott der Frühantike war unter Umständen zu fiesiglichsten Katastrophen und Gemetzeln fähig, wenn er wütend wurde)

Skele-Surtur:
Das finde ich ganz gut. Das könnte z.B. in einem D20 Setting auch die Magie-Supermärkte ersetzen. Richtig dicke, magische Gegenstände äußern sich dann in Form von Segen durch einen lokalen Gott, der natürlich eine saftige Opfergabe dafür haben will. Also verkaufen die Helden einen Teil ihes Loots, um die Opferlämmer für den Gott zu besorgen, der dann im Gegenzug seinen Segen ausspricht. Natürlich ist die customization des Segens eine Sache der Metaebene. Man geht nicht zu einem Gott und bestellt sich einen +2 Flaming Kopesh.

Wobei ich vom reinen Stil her, das Setting einfach in Sword&Sorcery einordne. Dafür ist es schon wegen der Optik her prädestiniert.

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