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D&D Next
Wisdom-of-Wombats:
--- Zitat von: WitzeClown am 13.07.2012 | 14:10 ---Danke, genau den Eindruck eines vom sozielen Druck umgebürsteten und um Appeasement bemühten Mearls hatte ich auch beim lesen der Artikel. :D
--- Ende Zitat ---
Naja, was erwartet man? D&D4 fällt hinter Pfadfinder auf Platz 2 zurück. Da gehört einiges zu... natürlich muss WotC schauen, dass sie (a) die verlorene Marktmacht zurückgewinnen und (b) einen Weg finden, die Retroclones auszutrocknen, die ja auch an den Umsatzzahlen nagen. Im nachhinein war die OGL ein GAU für WotC. Kein Wunder, dass Dancey nicht mehr bei der Firma ist. OGL/D20 war seine Idee.
La Cipolla:
Zwischen den Zeilen sagt er ja auch überdeutlich: Wizards und D&D haben viel Mist gebaut über die letzten Jahr(zehnt)e, und jetzt versuchen wir, die Wogen zu glätten, damit sich wieder möglichst viele Leute damit identifizieren können und zumindest mal reinschauen.
Und ganz ehrlich, für DAS große archetypische Rollenspiel überhaupt ist das imho auch die einzig vernünftige Option, von den Verkaufszahlen mal ganz abgesehen. Das ist nicht irgendein kleines Indie-Franchise, das true zu irgendeiner abgefahrenen Ideologie bleiben sollte, das ist fucking Dungeons & Dragons, das Spiel, das man nennt (außerhalb Deutschlands zumindest ;D), wenn man jemandem erklären will, was Rollenspiele sind.
Zumal ich sagen muss, dass sie meiner Meinung bisher sehr, sehr smooth daran arbeiten, die Fraktionen in ein Boot zu kriegen, was bei der abgehobenen Shitstorm-Maschinerie, die das Internet darstellt, doch schon ziemlich Wahnsinn ist. Speziell, weil die Fraktionen zwischen Strategiejunkies, Storytelling-Fanatikern und Oldschool-Anbetern auch ziemlich weit auseinander liegen. Die Transparenz und vor allem die Offenheit für Feedback müssen da Wunder gewirkt haben. Speziell in den amerikanischen Foren nimmt man Mearls seine Ziele -- und die Änderungsbereitschaft -- inzwischen ziemlich gut ab, und zwar an allen Fronten, so mein Eindruck.
Was ich in diesem Kontext übrigens noch sehr interessant finde, ist die Produktpolitik. Denn während die Wizards den Regelkram wahrscheinlich einfach als notwendiges Übel abnicken, werden sie bei der Aufteilung in Bücher, Boxen, digital, Zubehör und Co. definitiv ihre Finger mit im Spiel haben, und das könnte sich natürlich mit dem Rollenspiel beißen, das da verkauft werden soll. Mal sehen.
Wisdom-of-Wombats:
Ja, das ist auch gut so. Ich selber habe D&D4 komplett ignoriert und hoffe auf D&D Next. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob es tasächlich ein schlechtes Zeichen war, dass Monte Cook gegangen ist. Immerhin ist er einer der Urväter der verregelsten und komplexesten Versionen von D&D.
Robert:
Also ich würde nicht sagen, das die OGL schlecht für Wizards war.
Ohne die OGL und die ganzen 3rd Party Publisher hätte es ja nur Wizards und die paar richtigen Lizenznehmer(MWP für Drachnlanze, wer sonst?) gegeben und D&D 3.x/D20 wäre nie so marktbeherrschend geworden.
Meiner Ansicht nach war die restriktivere Lizensierung einer der Gründe, warum D&D 4 gefloppt ist.
Wäre vielleicht sinnvoll die "Basic"-Regeln von D&D Next ebenfalls unter Creative Commons zu veröffentlichen.
Den großen Umsatz macht man eh mit Sourcebooks(Regelerweiterungen, Monster, sonstiger Kappes) und Settings(Forgotten Realms/Eberron/whatever sind IMHO als IP wertvoller für Wizards, als die settingneutralen D&D-Regeln).
Wisdom-of-Wombats:
--- Zitat von: Robert am 14.07.2012 | 14:16 ---Meiner Ansicht nach war die restriktivere Lizensierung einer der Gründe, warum D&D 4 gefloppt ist.
--- Ende Zitat ---
D&D4 ist gefloppt, weil es mit Pathfinder eine Alternative zu Regeln von WotC gab. Ohne die OGL hätte es keine Alternative gegeben.
Paizo hätte nur mit Einverständnis von WotC publizieren können und dadurch hätte WotC zumindest einen Anteil an den Paizo Umsätzen sichern können.
Ohne OGL wären alle Quellenbücher von WotC gekommen und damit auch das Geld dorthin geflossen.
Durch die restriktive Lizensierung wollte WotC genau den Konstruktionsfehler der OGL ausgleichen. Damals war der Plan, selber Regeln und Regelerweiterungen zu produzieren und das "schmutzige" und wenig einträgliche Geschäft, Abenteuerbände zu produzieren, an Drittanbieter auszulagern. Durch die OGL und D20 waren die Drittanbieter aber in der Lage, komplette Regelerweiterungen und sogar eigenständige Regelwerke zu produzieren (Mutants & Masterminds, True 20, OGL Ancients, Babylon 5 Second Edition, FantasyCraft, Pathfinder und der ganze Strauß der Retrosysteme). Damit wurden die Verlage vollkommen von WotC unabhängig.
Hätte WotC alleine entscheiden können, wann sie D&D3 einstampfen, dann hätte jeder D&D4 gespielt - weil es das einzige aktuelle System auf dem Markt gewesen wäre. Nur ein paar versprengte Häuflein hätten mit ihren alten Regeln weitergespielt.
Also nicht Ursache und Wirkung vergessen. D&D4 wirkt nur restriktiv, weil D&D3 viel zu weit gegangen ist.
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