Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
[Pathfinder] Nehmt mir die Angst vor Pathfinder
Little Indian #5:
Hallo.
Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Fantasy-Rollenspielsystem, um mal wieder eine entsprechende Kampagne mit "klassischem" Feeling zu spielen.
Ich habe durchaus erhebliche Rollenspielerfahrung (knapp 30 Jahre werden es mittlerweile so etwa sein) und - vor allem in den 80ern und 90ern - so ziemlich alles an Fantasy-Systemen gespielt, was damals auf dem Markt war (inkl. AD&D). Nach einer längeren Pause habe ich vor ein paar Jahren wieder mit dem Spiel(leit)en angefangen. Da ich aber mittlerweile einen sehr zeitaufwändigen Job und eine Familie habe, fehlt mir immer etwas die Zeit, die Rollenspielsysteme und -sitzungen mir der Intensität vorzubereiten, mit der ich das als Teenager getan habe. Deshalb habe ich bisher eher regelleichte Systeme und/oder solche Regeln verwendet, die ich noch kannte (insb. Savage Worlds und Cthulhu).
Bereits vor ca. einem Jahr hatte ich die Idee, Pathfinder als Regelsystem zu verwenden. Mit D&D 3.X habe ich zwar keine aktiven Erfahrungen, aber mir gefällt der Pathfinder-Hintergrund sehr und die Abenteuerpfade halte ich für die (aus Spielleitersicht) optimale Gestaltung einer Kampagne. Außerdem hört man ja viel Gutes über das System. Ich habe dann auch mit dem Studium des Regelbuches begonnen, dies aber nach kurzer Zeit wieder abgebrochen. Die unglaubliche Menge an rassen - und klassenspezifischen Sonderfähigkeiten, an Talenten und Zaubern (von den besonderen Eigenschaften der verschiedenen Monster einmal ganz abgesehen) haben mich einfach erschlagen. Da ich leider kein fotografisches Gedächtnis besitze und befürchte, einfach nicht genug Zeit zur Verfügung zu haben, um alle Sonderregeln auswendig zu lernen (mal ganz abgesehen davon, dass das Regelstudium auch nicht unbedingt der Teil des Spieles ist, der mir am meisten Spaß macht), habe ich mein Vorhaben dann wieder aufgegeben. Deshalb habe ich auch in einem anderen Thread (http://tanelorn.net/index.php?topic=74778.msg1530855#msg1530855) nach einem regelleichteren System gesucht. Nachmals Danke an alle, die mir dort Tipps gegeben haben.
Durch diesen Thread habe ich die Microlite-Version des D20-Systems entdeckt, die eine stark abgespeckte, aber kompatible, Version dieser Regeln darstellt (eine Pathfinder-Version gibt es da übrigens auch). Nachdem ich erst Feuer und Flamme für diese Regeln war, habe ich im Rahmen einer eigenen Übersetzung festgestellt, dass die Regelkonzepte, die aus D&D 3.X/Pathfinder übernommen wuden, gar nicht so komplex sind, sondern eine sehr einheitliche Struktur aufweisen, die bei Pathfinder nur mit sehr viel Details gefüllt ist als bei Microlite.
Deshalb möchte ich hier um ein Feedback von den aktiven Pathfinder-Spielern bitten (besonders gerne von solchen, die ohne größere Vorkenntnisse zu D&D oder Rollenspielen insgesamt mit Pathfinder eingestiegen sind):
Ist es ohne extremen Zeitaufwand machbar, die Pathfinder-Regeln zu beherrschen und eine Kampagne vernünftig zu leiten, ohne dass man von den Spielern mit besserer Regelkenntnis (von meinen Spielern kennt das System zur Zeit noch keiner) über den Tisch gezogen wird oder ständig Regeln nachschlagen muss?
Inwieweit kann man Aufgaben auf die Spieler übertragen, um sich zu entlasten?
Kann man ggf. spielstörende Regelelemente weglassen, um das Spiel zu vereinfachen?
Welche Regeln muss der Spielleiter auf jeden Fall präsent (oder auf einem Spickzettel) haben?
Sind einige Klassen deutlich "arbeitsintensiver" als andere?
Für Eure Meinungen wäre ich sehr dankbar. Den Hinweis, ich möge doch erst einmal mit der Einsteigerbox anfangen, möchte ich gleich zurückweisen. Eine vereinfachte, kompatible Version der Pathfinder-Regeln habe ich schon (nämlich die oben bereits erwähnten Microlite-Regeln, die ich bereits übersetzt und schon etwas "gepimpt" habe). Entweder nehme ich jetzt also das ganze Ding oder etwas ganz anderes.
LöwenHerz:
--- Zitat ---Deshalb möchte ich hier um ein Feedback von den aktiven Pathfinder-Spielern bitten (besonders gerne von solchen, die ohne größere Vorkenntnisse zu D&D oder Rollenspielen insgesamt mit Pathfinder eingestiegen sind):
--- Ende Zitat ---
Ich spielte in den 90ern AD&D 2nd und ab 2005 D&D 3.5 und seit dem Betaplaytest damals nun auch PF.
Okay, ich habe mittlerweile aufgehört, PF zu leiten, aber das sind meine eigenen Problemchen it dem System.
Ich versuche also nicht objektiv, sondern völlig voreingenommen positiv über PF zu palavern ;D
--- Zitat ---Ist es ohne extremen Zeitaufwand machbar, die Pathfinder-Regeln zu beherrschen und eine Kampagne vernünftig zu leiten, ohne dass man von den Spielern mit besserer Regelkenntnis (von meinen Spielern kennt das System zur Zeit noch keiner) über den Tisch gezogen wird oder ständig Regeln nachschlagen muss?
--- Ende Zitat ---
Eindeutig: jein!
Als SL solltest Du die Regeln schon im Griff haben... aber...
Ich habe es so gemacht, dass wir ein kurzes, knackiges Einführungsabenteuer gespielt haben. Als Einführung ins System! Wir haben gemeinsam Charaktere erschaffen und uns gemeinsam peu-a-peu an weitere und tiefere Regeln herangewagt. Man muss ja nicht gleich zu Anfang einen auf Zerschmettern spezialisierten Kämpfer spielen.
--- Zitat ---Inwieweit kann man Aufgaben auf die Spieler übertragen, um sich zu entlasten?
--- Ende Zitat ---
Jeder Charakter sollte die zu seiner Klasse gehörigen Regeln kennen. Damit sollte es zügig funktionieren.
--- Zitat ---Kann man ggf. spielstörende Regelelemente weglassen, um das Spiel zu vereinfachen?
--- Ende Zitat ---
Was stört Dich explizit? Wir haben diverse Kampfmanöver weggelassen, weil wir alle kein Interesse an ihnen haben.
--- Zitat ---Welche Regeln muss der Spielleiter auf jeden Fall präsent (oder auf einem Spickzettel) haben?
--- Ende Zitat ---
Der Grundmechanismus (hast Du ja schon geblickt) ist einfach. Angriffe, Rettungswürfe und vor allem die Regeln für Magie (alles auf zwei Tabellen!) solltest Du drauf haben. Da ist etwas Blättern aber auch okay. Gerade die Regeln für das Überwinden von Zauberresistenz und Co sind wenig eingängig.
--- Zitat ---Sind einige Klassen deutlich "arbeitsintensiver" als andere?
--- Ende Zitat ---
Ja klar. Magiere und Druiden sind aufwändig. Kleriker und Hexenmeister etwas eingängiger und die mundaneren Klassen werden immer einfacher. Der Schurke ist mit dem Thema Heimlichkeit und Hinterhältiger Angriff immer so ein Thema... aber das Fass machen wir hier mal lieber noch nicht auf ;)
Ich würde Dir empfehlen, eine recht einfach strukturierte Gruppe zu erstellen. Weniger Zoffpotential innerhalb der eigenen Leute, Gesinnungen vorgeben und erstmal locker losspielen. Das Kennenlernen der Regeln sollte mit einem Abenteuzer auch durch sein und erst danach würde ich einen Abenteuerpfad leiten. Die Mühe wäre zu schade für ein missglücktes Experiment.
Halys:
Hallo Little Indian,
Pathfinder ist ein sehr gutes, solides System, welches nur wenige Macken besitzt. Ich versuche mal
ein paar aufzuzählen und eventuelle Lösungsvorschläge:
Als Spielleiter können Monster und NSCs enorme Rechenarbeit verursachen, besonders solche, die Klassen-
stufen haben, ich habe allerdings schon von Programmen gehört, die das enorm erleichtern, bzw. alternativ
kannst du die deutschen, z.T. sehr guten Abenteuerpfade nehmen, die bereits alle Monsterwerte besitzen.
Zauberlisten fand ich auch immer hilfreich, denn die Anzahl der Zauber ist doch sehr, sehr hoch, die Zauber des
Grundregelwerks reichen jedoch in 95% aller Fälle.
Die Kampfregeln sind der mit Sicherheit größte Teil und mit manchen kannst du deine Freude haben (siehe den derzeitigen
Beitrag zu "Ergreifen/Grapple" im Forum), allerdings hilft hier zur Veranschaulichung bereits ein Rasterbodenplan (entweder
abwaschbar oder die vielen Produkte von Paizo oder WotC) und etwas Übung, den guten Spielleiterschirm empfehle ich dir übrigens gerade am Anfang. Besonders die Effekte hatte ich lange Zeit griffbereit (Blindheit, Taubheit etc.).
Die Klassen haben deutliche Unterschiede im Arbeitsaufwand, am einfachsten sind die Klassen, die ohne viel Magie auskommen, die Magieanwender deutlich schwerer, dazu gibt es eine ganze Reihe von Prestigeklassen mit Sonderregeln. Mein Rat ist da erstmal das Grundregelwerk auszuschöpfen, die Klassen, Völker, Talente, Zauber etc. reichen völlig aus für den Anfang.
Im Ulisses Forum gibt es übrigens Material für die Abenteuerpfade, Charakterbögen etc. zum kostenlosen Download.
Tim Finnegan:
--- Zitat von: Little Indian #5 am 2.07.2012 | 08:44 ---Hallo.
Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Fantasy-Rollenspielsystem, um mal wieder eine entsprechende Kampagne mit "klassischem" Feeling zu spielen.
--- Ende Zitat ---
Da muss ich dich doch glatt fragen: Warum nimmst du nicht einfach einen Retro-Klon von einem deiner damaligen Systeme? Gerade wenn du wenig Zeit hast, solltest du wohl kein System nehmen dass wegen seiner Balance und der einhergehenden Rechnerrei sehr zeitaufwändig sein kann. Ich würde z.B. vorschlagen einen Blick auf Labyrinth Lord mit Advanced Edition Companion zu werfen.
kalgani:
ich leite PF gerne, warum? kein ahnung xD
ich würde vorschalgen ihr spielt ersmal nur mit dem grundregelwerk und beastiary I.
es gibt auch bei ulisses 1-2 einführung abenteuer die man kostenlos runterladen kann.
vor der mechanik brauchst du keine angst zu haben, denn 1w20+x gilt immer.
und was die klassen und moster besonderheiten angeht, schau dir doch einfach erstmal
alles bis lvl5 an und lass den rest bei seite.
denn bis dahin sind die kampfregeln auch nochmal etwas einfacher, da man nur eine attacke hat.
dadurch geht das ganze einiges flüssiger.
zu den monstern: schau dir man die monster bis cr6 an... soviele mit speziellen besonderheiten gibt es da dann gar nicht mehr.
standard monster wie goblin, hobgoblin, ork, oger & eulenbär habe acuh wenig sonderfähigkeiten und hauen einfach nur zu.
zauber schleuderende Dämonen mit x resistenzen und spezialfähigkeiten haben nicht umsonst cr10+
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