Pen & Paper - Rollenspiel > Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau

Transhuman Swashbuckling....

(1/4) > >>

Waldviech:
Ich weiß noch nicht ganz, ob diese Idee funktioniert, aber probieren wir´s einfach mal. :) Man nehme:

- Transhumanistische Technologie im Stil von Eclipse Phase und Transhuman Space.
- Exotismus wie in diversen Moorcock und Jack-Vance-Romanen oder in Desolation Road, Krieger der Stille, Dune, Star Slayer und Konsorten.
- Eine Epoche irgendwo um 10.000 Jahre in der Zukunft
- eine überdreht-barocke Ästhetik des Ganzen

Nun stelle man sich Folgendes vor: Vor 10.000 Jahren hat die Menschheit angefangen, das Sonnensystem zu besiedeln und war erfolgreich. Nicht nur auf den größeren Planeten und Monden etablierte man Kolonien, sondern man errichtete natürlich auch unzählige Weltraumhabitate und erfand diverse transhumanistische Technologien. 10.000 Jahre sind natürlich mehr als genug Zeit, damit sich auf den ehemaligen Kolonien ganz eigene Kulturen entwickeln konnten. In unserer "jetzigen" Epoche mischen sich nun transhumane Supertechnologie mit barockem Glanz:
Die synthetischen Handelsherren des Mars entsenden Solarsegler in alle Teile des Systems.
Die unsterblichen Adeligen der Aerostatstädte der Venus liefern sich einen Erbfolgekrieg nach dem anderen.
Die körperlosen Infomorph-Priester der ehrwürdigen Kirche des Ökologismus versuchen sich mit religiösem Eifer an der Re-Vitalisierung der Erde, während in den 1000 Legrange-Habitaten Terras Hedonismus und Dekadenz in geradezu spätrömischem Ausmaß herrschen
ect.pp.
Man stelle sich die technischen Möglichkeiten von Eclipse-Phase mit Degen und einer dicken Schicht barockem Geschnörkel, mit versailschen Intrigen, kristallenen Minaretten und Galeonsfiguren an Raumschiffen vor.
Halbgare Erklärungen für sowas wären unter anderem, dass vormoderne Duellkulturen in einer Welt, in der viele praktisch unsterblich sind, vielleicht eine Art Sport darstellen oder das eine Post-Scarcety-Gesellschaft sich auch stärker der Kunst widmet und dabei kleckert und nicht klotzt.

Jiba:
Ich weiß nicht wieso, aber das gefällt mir. Noch Musik von Meat Loaf drunter und dann passt das.  ;D

Waldviech:
Meat Loaf? Auf jeden Fall  ;D.

blut_und_glas:
Letztlich hast du den ersten Punkt doch bereits mit dem zweiten erschlagen - es sei denn du willst nicht nur die Technologie sondern auch die Ideenwelt dahinter, oder?

mfG
jdw

Waldviech:

--- Zitat ---es sei denn du willst nicht nur die Technologie sondern auch die Ideenwelt dahinter, oder?
--- Ende Zitat ---
Ziemlich richtig. Genau das war die Idee dahinter. Einer der Grundgedanken ist, dass sich Quasi-Unsterbliche mit transhumanen technischen Möglichkeiten einen ziemlich dekadenten Lebensstil erlauben können und irgendwann aus purer Langeweile mit dem Intrigieren anfangen. Ein weiterer Gedanke wäre, dass die Kontrolle außerirdischer Lebensräume mittlerweile so perfektioniert ist, dass man seine Ambitionen in andere Richtungen lenken konnte. Planeten, die man terraformieren kann, SIND terraformiert, Habitate funktionieren so gut, dass man sich keine großartigen Gedanken mehr darum machen muss - Zeit, die tristen Weltraumkolonien mit einer gehörigen Packung Zierrat ordentlich aufzupeppen.
Oder, in andere Sonnensysteme zu ziehen und dort eigene Reiche zu gründen - was im Laufe der letzten 10.000 Jahre fraglos passiert ist. Die Menschheit könnte die lokale Blase besiedelt haben, was durchaus "entfernte Reiche" ermöglicht, da es aber kein echtes FTL gibt, sind diese Reiche wirklich weit entfernt. Über die Jahrtausende haben sich, auch bei den Uralten die unsere Nahzukunft noch erlebt haben, neue Verhaltensweisen und kulturelle Praktiken entwickelt - ja, sogar ganze "neue" Kulturen. Aus den Führungsriegen antiker Konzerne wurden echte "Adelsdynastien", manch eine Republik ist in überbordenen Konventionen erstarrt, unter einigen "Kampfcyborgs" haben sich (dank kultureller Rückgriffe auf die irdische Vergangenheit) diverse Ehrencodices entwickelt, Raumfahrer die seit unzähligen Generationen Raumfahrzeuge bemannt haben, sind tatsächlich sowas wie eine "Navigatorengilde" geworden, etc.pp.
Stellt sich die Frage, ob in dieser Umwelt tatsächlich JEDER irgendwie in unglaublichem Reichtum lebt, oder ob es auch "gemeines Volk" gibt. Klassensysteme erlaubt Transhumanismus ja durchaus. Diejenigen, die sich die besseren Bodymods leisten können, SIND eben besser als der Pöbel auf der Straße. Wenn sektenartige Gruppierungen den "Ego-Fluss" im Mesh kontrollieren, könnten "gottgleiche" KIs tatsächlich darüber befinden, wer als was wiedergeboren wird. usw.
Im Übrigen würde ich in diesem Setting echte Außerirdische weitgehend ausklammern wollen. Mag sein, dass man in den "Fernen Reichen" anderer Sonnensysteme auf irgendwas getroffen ist, aber in den uralten, verehrungswürdigen Reichen Sols spielen diese Wesen keine Rolle. Die Exotismen des Settings kämen aus rein menschlichen Quellen (Wenn man Leute 9000 Jahre lang auf den Saturnmonden herumpusseln lässt, kommt da zweifelsfrei was aus heutiger Sicht Exotisches raus).

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln