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[Strands of Fate] Mein Zugang zu Fate

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Waldgeist:

--- Zitat von: Bombshell am  3.10.2012 | 11:05 ---
--- Zitat von: Waldgeist am  3.10.2012 | 10:26 ---Ich kann die ganzen Unkenrufe bzgl. Strands of Fate nicht verstehen; ich hab erst durch SoF richtig Zugang zu Fate bekommen.

--- Ende Zitat ---
Würdest du das irgendwo erläutern?

--- Ende Zitat ---

Bei mir begann alles mit DSA und Traveller. Ersteres war mir irgendwann "zu eng" und brachte mich u.a. zu D&D. Letzteres brachte mich Dank GURPS Traveller schließlich zu meinem derzeitigen Lieblingssystem, das ich inzwischen für so ziemlich jedes Genre verwende. Daneben gibt es nur noch ein bisschen Savage Worlds und Pathfinder.

Fudge habe ich in der ganzen Zeit ein paar Mal gestreift, aber immer wieder schnell weggelegt. Fate habe ich lange Zeit nicht wirklich wahrgenommen. Das änderte sich erst, glaube ich, als ich die Dresden Files Romane zu lesen begann. Entsprechend musste das passende Rollenspiel her. Das war aber so dick und "anders", dass ich bislang keinen richtigen Zugang dazu gefunden habe. Daneben habe ich noch einige anderen "narrative" Systeme (u.a. PDQ, HeroQuest) angeschaut und teilweise ausprobiert, bin aber nicht glücklich damit geworden, da sie mir irgendwie zu "beliebig" waren.

Zwischenzeitlich habe ich mir dann auch mal Malmsturm zugelegt, in der Hoffnung, über ein vertrauteres Genre Zugang zu finden. Leider machte Malmsturm einige Dinge genauso, wie ich es nicht wollte. Erst mit FreeFate fand ich eine Variante, die meinen Erwartungen nahe kam. Aber irgendwie fand ich immer noch keinen Zugang in der Form, dass ich meine Vorstellung für bestimmte Dinge hätte relativ kompromisslos umsetzen können; Aspekte alleine waren mir einfach zu "beliebig" und Stunts zu wenig verständlich bzw. zu eingeschränkt. Das nächste auf der Liste war Diaspora - selten hab ich ein so trockenes und wenig inspirierendes Regelbuch gelesen; sicher lassen sich damit interessante Ergebnisse erzielen, aber vom "Traveller-Fate" habe ich mir deutlich mehr versprochen.

Tja, und dann las ich irgendwo etwas über Strands of Fate als Ansatz zu einem generischen Fate und hab es mir bestellt. Kurz darauf kamen die ersten Unkenrufe und ich hätte es beinahe schon beiseite gelegt. Gott sei Dank habe ich es nicht getan. Es war das erste Fate-basierte Buch, was sich so richtig von vorne bis hinten weg lesen ließ. Endlich wurden mir die Zusammenhänge zwischen Refresh, Skills und Stunts (hier Advantages genannt) klar. Durch Weglassen bestimmter Regelbegriffe (Tag, Effort, Shift) wurden für mich die Mechaniken im System deutlicher. Abgesehen davon gibt es auch Erweiterungen, die mir persönlich sehr zusagen (persistente Aspekte z.B.). Mit den aufgebohrten Stunts kann ich jenseits der vermeintlichen "Beliebigkeit" von Aspekten Crunch-mäßig Dinge umsetzen, die mir das Gefühl geben, ein Setting "im Griff" zu haben, ohne dass ich auf die Flexibilität der Aspekte verzichten muss. Ich kann je nach Bedarf zwischen Aspekt- und Stunt-lastigem Spiel skalieren und habe auch beim Stress-Handling verschiedene Möglichkeiten, wobei ich das Standard-Stress-Handling für besonders leicht zugänglich halte.

Insgesamt finde ich Strands of Fate leicht verständlich, angenehm modular und skalierbar und nach meinem Geschmack generisch genug, um damit alles mögliche spielen zu können/wollen. Vermutlich ist es tatsächlich nicht so toll in den Augen eingefleischter Fate-Fans, die ja schon "Stunts" doof finden, aber für mich liefert es den optimalen Zugang, gerade wegen der Crunchigkeit der Advantages - ob ich die dann auch so einsetze oder später doch mehr mit Aspekten arbeite, sei mal dahin gestellt - meinem Verständnis des Systems haben sie aber definitiv geholfen.

Zur Relativierung: Bislang habe ich Fate noch mit keiner Gruppe gespielt - der Härte-Test steht also noch aus. Hier geht es entsprechend nur um den "Offline"-Zugang zum System.

@Bombshell: Ich hoffe, ich konnte meine Sicht für dich verständlich ausführen. Falls nicht, frag' einfach nach.

Bombshell:
Vielen Dank für die Ausführungen. Ich kann das nachvollziehen, aber ich kann auch die andere Seite verstehen, die ihre Vision gefährdet sieht. Aber ich sollte mir das auch mal ansehen, um Fate besser zu verstehen.

Imiri:

--- Zitat --- Das nächste auf der Liste war Diaspora - selten hab ich ein so trockenes und wenig inspirierendes Regelbuch gelesen; sicher lassen sich damit interessante Ergebnisse erzielen, aber vom "Traveller-Fate" habe ich mir deutlich mehr versprochen.
--- Ende Zitat ---

Da ist das von dir im ursprünglichen Thread erwähnte Nova Praxis als transhumanistisches FATE Setting schon passender. Und neben Starblazer und Mindjammer nun das nächste scifi Setting.

Interessant fand ich da auch die Idee, dass sich damit auch gut Battlestar Galactica abbilden lassen müsste, wie in der neuen Serie. Also die Zylonen als Bioshells oder kypernetische in die das Bewusstsein geladen oder gar auf mehrere verteilt werden kann.

Strands of FATE macht sicher vielen den Einstieg leichter die aus der klassischen Richtung kommen. Zum Beispiel auch, da es mit zahlen statt den beschreibenden Worten Arbeitet.... es verzichtet halt an vielen Stellen auf die speziellen FATE Worte, die aber für FATE an sich nicht wirklich das wichtige sind. In gewisser weise ist es hier wieder wie auch wenn man mit Rollenspiel überhaupt anfängt... man versteht erst mal nicht, was der mit Attacke, Parade und LE meint. So ist es bei den eingefleischten FATE Spielern halt, wenn sie von Aspekten, taggen und invoken sprechen.

Blechpirat im Urlaub:
Ich finde es extrem ulkig, dass Rollenspielneulinge nach meiner Erfahrung mit FATE gar kein Problem haben. Sie groken das einfach - während erfahrene Rollenspieler oft ernste Probleme haben. Strands könnte hier natürlich eine Brücke sein, da viele bekannte Konzepte mit FATE-Chichi garniert werden .

MSch:

--- Zitat von: Blechpirat am  4.10.2012 | 10:43 ---Ich finde es extrem ulkig, dass Rollenspielneulinge nach meiner Erfahrung mit FATE gar kein Problem haben. Sie groken das einfach - während erfahrene Rollenspieler oft ernste Probleme haben. Strands könnte hier natürlich eine Brücke sein, da viele bekannte Konzepte mit FATE-Chichi garniert werden .

--- Ende Zitat ---

Meinst Du nicht eher Krücke? Das hört sich doch an, als ob jemand mit Mau Mau mit verschärften Regeln den Zugang zu Poker gefunden hat. Strands of Fate, wenn ich das schön höre ... das ist so, als wenn man den Herrn der Ringe mit Rolemaster nachspielt oder Cyberpunk mit Feen und Kobolden, das würde ja auch keiner machen.

Aber ja, schon komisch, daß Frischlinge kaum Probleme mit Fate haben. Ist wohl eher eine Sozialisierungssache und ein Problem der Einstellung. Frischlinge haben unter Anleitung ja auch keine Probleme mit anderen Sachen, an denen liegt es also nicht. Auch ich reize FATE sicherlich nicht so aus wie es ginge, weil ich alter Rollespiesack schon viel zu eingefahren bin mit meiner Erwartungshaltung und mit meinen Handlungsschematas.

Eine Beobachtung bei mir ist, daß es mir FATE-Spielleiten viel einfacher fällt als FATE-Spieler sein.

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