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[Erzählt mir von] Cthulhutech

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KChronist:
hi zusammen,

wer hat es und kann ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern wie es umgesetzt ist und ob es in sich eine runde Sache ist.
BTW: Es gab ja auch mal Gerüchte um eine deutsche Übersetzung. Das hat sich ja scheinbar erledigt, oder? Naja ist ja auch ein recht spezielles Setting...

blut_und_glas:
Ich stehe dem Ganzen ein wenig ambivalent gegenüber.

Der hin und wieder gehörten Kritik, dass das Grundbuch zu wenig Informationen über die Spielwelt anbieten würde, kann ich mich nicht im Geringsten anschließen. Du bekommst zwar einen "Lückentext", aber der "Rahmen" um diese Lücken herum ist so beschaffen, dass sie sich zumindest für mich quasi von alleine gefüllt haben - oder besser gesagt, dass ich Spaß damit hatte, sie zu füllen (teilweise mehr als mit den Füllungen, die dann später offiziell geliefert wurden) ohne dabei je größere Zweifel zu bekommen, ob und wie das den passen und funktionieren könnte.

Insofern halte ich es schon einmal definitiv für eine runde Sache, und zwar schon ab Grundbuch.

Bei der Umsetzung fallen die vielen - und breit gestreuten - Anime-Anleihen auf, die rein aus dem Titel und einer Kurzvorstellung heraus vielleicht nicht gleich zu erkennen sind.

Cthulhutech ist eben nicht nur Cthulhu mit Mechs. Es ist Cthulhu meets Evangelion meets Macross/Robotech meets Guyver ...

Es wird zwar eine eigene (und wie gesagt runde, geschlossene) Mischung daraus, aber die Bezüge sind doch sehr offenkundig (werden auf den ersten Seiten übrigens auch direkt noch einmal erläutert) und wer schlecht versteckte Eastereggs nicht mag, der ist hier vielleicht nicht so gut beraten.

Die Regeln sind so eine Sache für sich.

Sie unterstreichen unter anderem auch noch ein mögliches Problem beim tatsächlichen Spiel, und das ist die Gruppenzusammenstellung. Dadurch, dass Cthulhutech munter Piloten von Mechs (und Supermechs), Supersoldaten, Hexer, Psi-Begabte, und ganz normale Menschen (mit ganz normalen Berufen) als einen Gemischtwarenladen von Charakteroptionen anbietet, und sich diese (Punktbudgets hin oder her) radikal in ihren Möglichkeiten unterscheiden, ist auf jeden Fall ein Nachdenken/Absprache bei der Planung und Erschaffung gefragt.

(Persönlich bekomme ich die Krätze von den Nazzadi, aber das ist wirklich meine ganz eigene, und letztlich irrationale Abneigung. Der Rest gefällt mir aber gut genug, dass ich darüber hinweg sehen kann.)

mfG
jdw

Waldviech:

--- Zitat ---Cthulhutech ist eben nicht nur Cthulhu mit Mechs. Es ist Cthulhu meets Evangelion meets Macross/Robotech meets Guyver ...
--- Ende Zitat ---
Trifft es, wie ich finde, hervorragend. Wobei man nicht glauben sollte, dass sich der cthuloide Horror erledigt hätte, nur weil man den Migo mit fortgeschrittener SF-Technologie in den chitinösen Bürzel treten kann. Viele CoC-Puristen gehen erstmal davon aus, dass die offene Alieninvasion, die SF-Bestandteile und die Animeanleihen sowas wie "Ketzerei" darstellen. Wenn man sich die Sache aber genauer anguckt, entdeckt man in Cthulhutech nicht nur oberflächliches Monstermoschen, sondern eine ziemlich beklemmende Atmosphäre und grauselige Abgründe unter der Oberfläche. So ist man z.B. nicht nur nicht sicher, ob die Menschheit den Aeonkrieg gewinnen kann, sondern auch unsicher, ob die Menschheit im Falle eines Sieges nicht Grenzen überschritten hat, die man besser nicht überschritten hätte. Die "Engel", sprich die fettesten Supermechs der Menschheit, die man aus irgendwelchem paradimensionalen Viehzeug "hergestellt" hat, sind da nur die offensichtlichste Sache. Die zunächst so glänzend und sauber scheinende NEG macht später noch andere Sachen, die...fragwürdig....sind. Könnte es sein, dass die Menschheit am Ende gar nicht "besser" ist als irgendwelche Mythosrassen?
Der bisher präsentierte Metaplot macht auch Lust auf mehr und ist recht spannend gehalten - einerseits zieht sich die Schlinge um den Hals der Menschheit langsam zu, andererseits geht aber auch den Migo zunehmend die Puste aus. Und dann gibt es da noch die verschiedenen kultischen Fraktionen....

--- Zitat ---
Sie unterstreichen unter anderem auch noch ein mögliches Problem beim tatsächlichen Spiel, und das ist die Gruppenzusammenstellung. Dadurch, dass Cthulhutech munter Piloten von Mechs (und Supermechs), Supersoldaten, Hexer, Psi-Begabte, und ganz normale Menschen (mit ganz normalen Berufen) als einen Gemischtwarenladen von Charakteroptionen anbietet, und sich diese (Punktbudgets hin oder her) radikal in ihren Möglichkeiten unterscheiden, ist auf jeden Fall ein Nachdenken/Absprache bei der Planung und Erschaffung gefragt.
--- Ende Zitat ---
Volle Zustimmung. Noch mehr als bei anderen RPGs ist es bei Cthulhutech angesagt, sich genau zu überlegen, in welche Richtung die Kampagne gehen soll. Von gruseligen SF-Noir-Krimis über geheime paranormale Kultkriege über Military Action bis hin zu Space-Opera im Galactica-Stil (seit der letzten Publikation "Burning Horizon") geht schon ziemlich viel und nicht alles ist untereinander kompatibel.

Quaint:
Bei den Regeln wird man aber ein wenig schauen müssen. Ich weiß jedenfalls, dass ich in einem Begeisterungssturm mal versucht habe, mit ein paar Freunden locker vom Hocker eine Runde Tager zu spielen, also diese Agentenleute, die in so Mythos-Dämonen-Kampfgestalten wechseln können dank Symbiont. Und da empfand meine Runde und ich das Würfelsystem als sehr uneingängig und ferner war auch das Balancing von den Tagern untereinander nicht sauber, schon weil nicht recht offensichtlich ist, was man beim Charakterbau zu beachten hat um nachher im Kampf was zu reißen - daher hatten diejenigen die zum ersten Mal nen Char bauten natürlich das Nachsehen.
Ich will nicht sagen, dass das Regelsystem garnicht geht, aber IMHO gibts da draussen weit besseres und ich würde empfehlen, wenn man das spielen will eher eine Umsetzung mit dem eigenen Haus-Universalsystem zu machen oder so.

LushWoods:
Da waren schon sehr gute Punkte dabei.
Ich bin einer der die Meinung vertritt das das GRW etwas zu wenig Settinginfo beinhaltet, was durch die Quellenbücher aber mehr als wett gemacht wird.
Dafür hab ich wiederum rein gar nichts gegen die Nazzadi (obercoole Drow-artige Humanoide), meiner Meinung nach passen die zu dem ganzen Setting das ja schon irgendwie over-the-top ist.

Gespielt hab ich CT leider bisher noch nie. Vom Lesen her hört sich das System eigentlich ganz brauchbar an, v.a. gefällt mir das Mechkampf ohne eigenen Subsystem auskommt und generell überhaupt (schon im GRW) enthalten ist. Ich verweise da jetzt mal auf Mechwarrior das kein Mechsystem anbietet.
Das System bietet mehrere Möglichkeiten Würfelwürfe zu interpretieren, was ansich ja ganz löblich ist, aber im Spiel dann vermutlich den Spielfluß ziemlich hemmen kann. Dazu ist es insgesamt vom Feeling her etwas ... holprig geraten. Es gibt aber sicher Schlechtere.

Was noch zu sagen wäre ist das die Bücher extrem hohen Standard bieten. Das Layout ist gut, die Illustrationen sind überdurchschnittlich, die Verarbeitung generell hervorragend.
Da es in letzter Zeit massive Probleme gab haben sich die Macher jetzt entschlossen nur noch als PDF bzw. POD zu veröffentlichen.
Was an sich ja voll in Ordnung geht, so lange sie nur überhaupt wieder regelmäßiger was rausbringen.

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