Medien & Phantastik > Sehen
[Film] SKYFALL - Bond 23
Darius der Duellant:
Unrealistischer als die Realität - check
realistischer als viele alte Bonds - check
ein Film der mich sehr gut unterhalten hat - check
>;D
Sashael:
--- Zitat von: C am 13.12.2012 | 00:30 ---Pistole mit Fingerabdruckscanner am Abzug - check
--- Ende Zitat ---
Und das wars. Eine Pistole mit einem technisch machbaren defensiven AddOn. Haaaallo, BOND! Da will ich aggressive Gadgets, die mindestens in den Bereich Weird Science fallen!
--- Zitat von: C am 13.12.2012 | 00:30 ---Auffliegen lassen aller Geheimagenten - check
--- Ende Zitat ---
Das ist nicht mal neu. Und laaaangweilig. Warum macht der das denn? Um eine persönliche Rache an einer Einzelperson durchzuführen. Wenn das Ausschalten der Agenten wenigstens seinen eigenen finsteren Plänen(tm) gedient hätte, aber das war nur schnöder Terrorismus um des Kaputtmachens willen. Nochmal: Laaaaangweilig!
Dabei hätte die Figur mit nem anderen Plot soviel Potential gehabt! Der war eigentlich ein richtig cooler Bösewicht. Nur dass er permanent gegen die erste Regel des Oberschurkentums verstoßen hat: Der Boss macht sich nicht die Finger schmutzig! Blofeld streichelt seine Katze und der Typ rennt mit ner Pistole durch London und ballert rum wie in nem schlechten Egoshooter. Bäh. Der hatte nicht einen bemerkenswerten Handlanger. Beißer, der Voodootyp, der Chinese mit dem Klingenhut, der große Blonde von dem Medienmogul ... solche überzeichneten Charaktere passen zu einem Bond.
--- Zitat von: C am 13.12.2012 | 00:30 ---Verlassene Japanische Insel als Basis - check (gut, zerstört ist die schon. Aber immerhin wird später das Anwesen Skyfall zerstört)
--- Ende Zitat ---
Was haben eine verlassene zerstörte leere Insel mit nem halben Dutzend Hanseln drauf und eine Geheimbasis, vollgestopft mit Equipment und Personal, die theoretisch Jahre für die Errichtung gebraucht hätte, gemeinsam? Richtig! Gar nichts.
Und das Wayne-Manor für Arme mit "Endkampf" zwischen 10 Möchtegernsöldnern vs. Der alte Mann und der Bond war nochmal so eine un-bond-ige Kulisse.
Nochmal: Hallo!!! Bond!
Bond macht die Aufklärung und dann kommt das Militär und liefert sich ne fette Schlacht in ner absurden Kulisse!
Crimson King:
Die einen regen sich über mangelnden Realismus auf, die anderen darüber, dass die Sci-Fi Gadgets fehlen. Das ist irgendwie drollig.
Grundsätzlich zeigt das aber, dass man sich, wenn man eine bestimmte Erwartungshaltung hat, wie der Film sein sollte, eine Menge kaputt machen kann.
Auf der anderen Seite regt man sich darüber auf, dass der Oberschurke unplausibel handelt. In einem Bond-Film. Aber gut, man weiß ja, von wem's kommt.
alexandro:
--- Zitat von: Crimson King am 13.12.2012 | 10:05 ---Sashael regt sich über mangelnden Realismus und darüber, dass die Sci-Fi Gadgets fehlen auf. Das ist irgendwie drollig.
--- Ende Zitat ---
Fixed your post.
@Sashael:
Schauen wir uns doch mal die letzten Filme vor Craig an:
GoldenEye:
Böser Plan: Mithilfe eines Computerhackers Geld stehlen und anschließend das Londoner Bankenviertel in die Luft sprengen, um "die Spuren zu verwischen" ... laaaaangweilig.
Böse Basis: Eine 08/15-Militärbasis. LAAANGWEILIG.
Böser Wicht: Profillos. Wahrscheinlich der einzige Film, in dem man sich wünscht dass Sean Bean früher stirbt. Nicht zu vergessen, dass er den ganzen Aufwand nur betreibt, um sich an einer einzelnen Person (Bond) zu rächen. Kein Handlanger.
Der Morgen stirbt nie:
Böser Plan: Einen Krieg zwischen China und den USA provozieren. Nette Idee, aber viel zu realistisch umgesetzt (Pressekritik) und keine Gemeinsamkeit mit den Weltherrschaftsplänen der alten Bonds.
Böse Basis: Größtenteils 08/15-Wolkenkratzer. Das Stealth-Schiff hätte interessant sein können, wäre es nicht so beengt, dass Bond dort nur gegen (gefühlte) drei Gegner antritt.
Böser Wicht: Carver ist irgenwie skurril, irgendwie wie Steve Jobs, aber der Comic-Bösewicht steht ihm nicht gut. Götz Otto ist doof, profillos und langweilig (die Zwillinge aus "Kiss of the Dragon" haben mit dieselbe Grundidee besser umgesetzt).
Die Welt ist nicht genug (a.k.a. "Der schlechteste Bond aller Zeiten")
Böser Plan: Irgendwie zu konfus, um dazu wirklich was zu sagen.
Böse Basis: Ein türkischer Palast, der nur unwesentlich größer als Bonds Skyfall-Anwesen ist, aber im Film deutlich kleiner rüberkommt.
Böser Wicht: Marceau hat zumindest etwas Profil, allerdings ist sie als Schurkin nicht "bondig" genug, weil sie die ganze Zeit in der Hinterhand gehalten und dann sinnlos verbraten wird. Außerdem hat sie keinen interessanten Handlanger, der für sie kämpfen könnte.
Die Welt ist nicht genug (a.k.a. "Der zweitschlechteste Bond aller Zeiten")
Böser Plan: Vom nordkoreanischen Überläufer zum Milliardär werden, um dann einen Satelliten zu kapern (hatten wir das nicht schonmal?) und das Minenfeld zwischen Nord- und Südkorea wegzubrennen (was irgendwie gut für Nordkorea sein soll). Das ist kein Plan (nichtmal für den Schurken eines Saturday-Morning-Cartoons), das ist ein Autounfall!
Böse Basis: Die Eisbasis ist cool, aber zu leer. Man spürt keine wirklich Bedrohung, wenn Bond sich durch bessere Kellner und ein paar drittklassige Sicherheitsleute metzelt (zumal die Stunts grausig schlecht sind). Zu allem Überfluss wird der Showdown noch auf ein Transportflugzeug (der wahrscheinlich un-bondigste Ort) verlegt, was dem Film den Rest gibt.
Böser Wicht: Profillos mit profillosen Handlangern.
Insgesamt muss ich sagen, dass sich der 60er Bond überlebt hat. Blofeld kann heute keiner mehr ernst nehmen, der ist einfach nur noch Witzfigur mit Null Bedrohungsfaktor.
Die Gadgets in den alten Bonds (frühe Connery-Ära) waren interessant und haben sich organisch in den Film eingefügt. Irgendwann (so ab "Feuerball") kam dann allerdings der Trend auf, möglichst viele Gadgets in den Film zu packen und dann absurde Situationen zu konstruieren, wo diese Gadgets wichtig werden. Da sich diese Situationen aber auch konstruiert anfühlen, stört das den Erzählfluss des Films. Bei Dalton wird die Gadget-Fixierung wieder zurückgefahren (und die wenigen Gadgets sind tatsächlich sinnvoll), aber die Brosnan-Ära betreibt den ekelhaftesten Fanservice in dieser Richtung (und Fanservice ist niemals gut - siehe "Attack of the Clones", dem schlechtesten Star Wars Film aller Zeiten).
Genauso will ich eine Hauptfigur, die mir nicht komplett am A**** vorbeigeht (und "Kleiderpüppchen" wie Moore oder Brosnan sind dafür nicht geeignet). Dafür muss ich zumindest ansatzweise den Eindruck haben, dass etwas auf dem Spiel steht, was bei den letzten Bonds einfach nicht mehr der Fall war (bei Connery gab es wenigstens noch Momente, wo Bond mal Fehler gemacht hat - Brosnan dagegen ist einfach nur aalglatt und unsympathisch). Die Szene in der schottischen Kirche war so eine Situation - wer da nicht mitgefiebert hat, der hat kein Herz.
Taschenschieber:
Der Aufhänger von "Casino Royal" ist übrigens ziemlich direkt aus dem Roman entnommen. Allerdings verliert Le Chiffre sein (geliehenes) Geld im Buch nicht durch einen schiefgegangenen Terroranschlag, sondern durch Investitionen im Rotlichtmilieu, die dann durch ein neu eingeführtes Verbot in die Binsen gehen. Das gesamte Kartenspiel sieht im Buch ziemlich 1:1 genauso aus.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln