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[BaBü] Handelskrieg - aber wie?
Holothuroid:
Moin,
ich überlege gerade meine Orga-Regeln "Banden & Bürgerschaften" um ein weiteres Feature zu erweitern: Handelskrieg.
Status Quo:
BaBü ist ein Regelmodul, um die Interaktion von Gruppierungen, Organisationen, Staaten ins Spiel zu bringen. Die Orgas können miteinander handeln, gegeneinander Krieg führen etc. Grundlegende Werte einer Organisation sind ihre Bevölkerung und ihre Vorzüge. Vorzüge kommen in verschiedenen Kategorien vor (Militär, Geheimdienst, Forschung, Infrastruktur, Autorität...). Daneben hat eine Organisation noch Geld, mit denen sie ihre Vorzüge unterhält, neue bauen und kurzfristig Vorzugseffekte mieten kann.
Beim Design war mir vor allem wichtig, dass das Modul schon Abenteuer-Ideen und Probleme für die Protagonisten bietet. Deswegen gibt es eine Zufallstabelle. Weiterhin hat mir bei verwandten Produkten wie z.B. Reign nicht gefallen, dass die Regeln keine räumlichen Grenzen kennen. Deshalb sind Organisationen immer in einer oder mehreren Regionen ansässig. Letzlich skalieren die Werte relativ linear, man kann daher Orgas einfach zerlegen und fusionieren.
Problem:
Eine Vorzugssorte ist Handel, welche das Einkommen einer Organisation erhöhen kann. (Grundeinkommen entspricht der Bevölkerung.) Bis jetzt ist die Regel, dass man nicht mehr Handelsvorzüge benutzen kann, als man Bevölkerung hat: Irgendwer muss das Zeug schließlich kaufen.
Ich möchte nun, dass man auch die Bevölkerungseinheiten anderer Organisationen für Handel benutzen kann, und zwar auch gegen deren Willen. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, wie ich nun quasi den Kuchen verteile.
Dabei könnte man für feindliche Übernahmen beispielsweise entweder würfeln, offen mit Geld bieten oder versteckt bieten. An anderen Stellen, wo gewürfelt wird (z.B. Geheimdienste), nimmt man die Vorzugsstufe in W6 und zählt Erfolge.
Vielleicht habt ihr ja Ideen dazu oder noch ganz andere Ansätze.
rettet den wald:
Sehr interessantes Thema... Mit dem ich mich zwar auch irgendwann mal näher beschäftigen will, aber momentan bin ich noch meilenweit davon weg. Hier meine Ansätze (wobei ich von Nations-artigen Gebilden ausgehe):
Handel findet nur dann statt, wenn er einen gegenseitigen Vorteil bietet. "Handelskrieg" im Sinne von "ich nehm dir einseitig dein Einkommen weg" sollte daher nicht möglich sein. Wenn du jemand anderem einseitig sein Einkommen wegnimmst, ist das möglicherweise "Tribut", "Schuldenrückzahlung" oder etwas ähnliches, aber kein "Handel".
Das was man in RL unter "Handelskrieg" versteht, ist entweder eine Beschränkung des Handels, wodurch der Gegner in irgendeiner Form ökonomischen Schaden erleidet (Embargo, Zölle, etc.), oder ein Versuch, einen bestimmten Industriezweig des Gegners aus dem Geschäft zu drängen, indem man ihren Markt mit Billigprodukten überschwemmt (Exportsubvention). Letzteres bringt dir aber nicht wirklich einen monetären Vorteil (du musst die Subventionen bezahlen und verlangst einen niedrigeren Preis als du müsstest), sondern einen Vorteil am Arbeitsmarkt: In deinem Land gibt es durch den starken Export mehr Arbeitsplätze, die im Zielland aufgrund des Konkurrenzdrucks verloren gehen... Wobei die niedrigeren Preise für diejenigen Leute im Zielland, die nicht ihren Job verlieren, aus monetärer Sicht sogar von Vorteil sind.
...Ein System für Handelskrieg muss also sowohl die Preise verschiedener Güter in verschiedenen Regionen berücksichtigen, abhängig von Produktionskosten, Handelspartnern, Zöllen, Subventionen, Steuern, etc., als auch die sich daraus ergebende und darauf Einfluss nehmende Arbeitsmarktsituation. An dem Punkt hab ich mir dann gesagt, dass mein Wirtschaftswissen nicht ausreicht, um für das ganze Zeugs auch nur grob realistische Formeln aufzustellen.
Anmerkung: Das Konzept der "feindlichen Übernahme" existiert soweit ich weiß nur im Rahmen von Aktiengesellschaften. Wenn das Unternehmen dir direkt gehört, kannst du unabhängig von der gebotenen Summe immer ablehnen.
Holothuroid:
Ja, die Bezeichnung "feindliche Übernahme" meinte ich nicht wörtlich. Es soll halt darum gehen, dass ich gegen den Willen der anderen Regierung, meine Waren an ihre Bevölkerung verkaufe. Die Waren existieren dabei für die Regeln nicht. Womit gehandelt wird, ist also Fluff.
Gasbow:
Spricht etwas dagegen, dass über einen vergleichenden Wurf zu machen?
Also die angreifende Partei würfelt (mit Handel?) und die verteigende Seite (auch mit Handel?) dagegen.
Nettoerfolge sind dann zusätzliches Einkommen. Wenn der Verteidiger Nettoerfolge hat macht man Verlust.
Das ganze ist natürlich ein aggressiver Akt, was ja gegenenfalls auch regeltechnische Konsequenzen hat, wie Änderung des Rufes.
rettet den wald:
--- Zitat von: 1of3 am 27.02.2013 | 18:47 ---Ja, die Bezeichnung "feindliche Übernahme" meinte ich nicht wörtlich. Es soll halt darum gehen, dass ich gegen den Willen der anderen Regierung, meine Waren an ihre Bevölkerung verkaufe. Die Waren existieren dabei für die Regeln nicht. Womit gehandelt wird, ist also Fluff.
--- Ende Zitat ---
...Ok, wie willst du das tun? Die andere Regierung kann immer den Markt schließen und Schutzzölle aufstellen, und wenn du ihnen dann nicht mit militärischen Mitteln drohen willst, hast du wenig Möglichkeiten. Du kannst natürlich auf Schmuggler zurückgreifen, aber das wäre sehr wahrscheinlich erstens noch teurer als Exportsubventionen und würde nur relativ kleine Warenmengen transportieren können (je nachdem wie gut die Grenzen bewacht sind).
Die Waren selbst als Fluff zu lassen würde mir hier übrigens Konterintuitiv vorkommen. Ohne Waren macht das Konzept von "Geld" überhaupt keinen Sinn: Der Welt von Geld ergibt sich ja erst daraus, was man sich damit kaufen kann. Diesen Zusammenhang absolut abstrakt zu lassen wäre nicht nach meinem Geschmack.
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