Medien & Phantastik > Multimedia - Spiele

Torment: Tides of Numenera

<< < (5/5)

Moonmoth:
T:TN hat einiges an Glanzpunkten im Detail zu bieten - die gekonnt umgesetzte Spielwelt in all ihren bizarren Eigenheiten, die vielen Lösungsmöglichkeiten für Probleme und Konflikte, viele, viele kreative Charaktere. Es hat neben seiner enormen Textlastigkeit vieles vom dem, was sich die alten CRPG-Hasen oft wünschen (Rundenkampf, Inventory-Management, mehr als ein mögliches Ende…) , dazu auch noch Tonnen von Ideen wie Rätsel, die sich erst lösen lassen können, wenn man stirbt. Der Umgang mit Fehlschlägen, die oft interessanter sein können als Erfolge.

Was aber die Charaktere und die Story angeht, bleibt T:TN merkwürdig blass und verkopft und vermag mich nicht groß zu berühren - Spiele wie das alte Torment, Pillars of Eternity, die Dragon Age Reihe, die Baldur's Gate Serie, die hatten einfach mehr Herzblut und Charme.

Das Spiel hätte ein Klassiker sein können - es beweist, dass ein sehr gutes Computerrollenspiel als Ganzes doch mehr ist als die Summe seiner großartigen Details. So bleibt es ein gutes, innovatives hochinteressantes Spiel, das sein enormes Potential leider nicht vollständig ausschöpfen kann. Vielleicht liegt es ein wenig an der blassen Heldenfigur, deren Schicksal mich komplett kalt gelassen hat.

Crimson King:
Die Hauptstory finde ich sehr gelungen. Die NSCs sind sicherlich ein Schwachpunkt, wobei das vornehmlich im Vergleich zum geistigen Vorgänger oder der Witcher-Reihe gilt. Gegenüber der Masse heben die sich immer noch positiv ab. Speziell Baldur's Gate 1 ist auf der Ebene ziemlich mau, die Fortsetzung macht es besser, aber da hält Tides of Numenera noch locker mit.

Die Heldenfigur ist konzeptionell schon sehr eng am Nameless One aus Planescape: Torment.

Moonmoth:

--- Zitat von: Crimson King am 23.01.2018 | 16:42 ---Die Heldenfigur ist konzeptionell schon sehr eng am Nameless One aus Planescape: Torment.

--- Ende Zitat ---
Stimmt, guter Punkt. Ich habe das Spiel inzwischen durch und bin gespannt, wie du am Ende urteilst. Ich fand es nämlich auch etwas kurz :)

Crimson King:
Jo, etwas länger hätte es sein dürfen. Aber gut und kurz ist mir allemal lieber als schlecht und lang. Die ersten beiden Max Payne-Spiele sind jeweils nur 10 Stunden lang und für mich immer noch die besten Actionspiele überhaupt.

Das allerendigste Ende ist aus meiner Sicht auch ein echter Schwachpunkt. Die letzte Konfrontation wirkte etwas antiklimaktisch auf mich. Klar, da kann man in den Infight gehen, aber man kann auch einfach nett sein. Insgesamt bin ich mir unschlüssig, ob das Spiel eine 8 oder 9/10 ist.

Navigation

[0] Themen-Index

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln