Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
[PF] Kritikpunkte aber auch Lob
Darius:
Ich spiele ja jetzt seit fast 3 Jahren Pathfinder und habe nun nach 2 1/2 Jahren den AP Schlangenschädel fertig geleitet.
Es kam dann nun in den letzten beiden Bänden etwas Unmut auf meinerseits. Ich muss voranstellen, ich hatte vorher in 25 Jahren RPG noch nie D&D oder andere Systeme aus der Richtung gespielt und kannte mich also nicht aus.
Jetzt war ich zu Beginn (erste 3 Bände) sehr begeistert von Pathfinder. Ich fand die Abenteuer und die Aufmachung einfach toll. Die Ausarbeitung der Monster/Encounter im Allgemeinen fand ich einfach nur klasse. Auch die Mechanismen des Spiels an sich finden ich und meine ebenfalls sehr unerfahrenen Spieler (was D&D betrifft) toll. Wir waren also voll angefixt und haben sehr viel PF gezockt.
Dann kam jedoch ein Bruch. So ab Level 10 etwa. Das Spiel fing an wirklich anstrengend zu werden. Die Gegner wurden auf einmal nur noch so im Vorbeigehen weggemacht. Wir bekamen einen neuen Spieler in die Runde, der sich wirklich absolut super im System auskannte und seine SC wirklich richtig effektiv baute.
Ich möchte zuerst sagen, dass dieser neue Mitspieler immer noch dabei ist und wir Freunde wurden. Er hat seine SC nie bis ins Maximum gebaut. Er kennt sich einfach so gut aus und hat schon so viele SC gebaut, dass seine SC einfach wirklich gut waren. Also von einem 100% ausreizen ist noch nicht mal die Rede.
Trotzdem übertrumpfte dieser Spieler sämtliche anderen Spieler um Längen. Das war echt sowas von krass. Zudem wurde das Leiten der Kampagne immer mehr zum Stress. Die Verwaltung der NCS/Encounter, die Dauer der Kämpfe bis alle Boni/Mali eingerechnet wurden, die Überlegungen, bis Zauber rausgesucht waren, das Nachschlagen der Zauber/Effekte/Zustände/Buffs/Klassenfertigkeiten usw. hat mich genervt. Es wurde langsam und es wurde immer absurder.
Zudem waren Enconuter dann einfach nur noch schlecht gebaut. Endgegner konnten nicht mal 2 Runden standhalten. Obwohl ich versuchte dagegen zu steuern (Mehr Gegner, bessere Gegner) wurde es nicht besser, sondern noch mehr Arbeit.
Dann kam der letzte Band des AP. Und ich versuchte nach 2 1/2 Jahren spielen und allerlei Spaß und Mühe Spannung aufzubauen. Ich arbeitete noch etwas am Endgegner und verbesserte den deutlich, weil ich wusste, der wäre etwas schwach auf der Brust. Und was ist passiert? Er hat genau 1 Runde gehalten. Unser neuer Mitspieler gewann die Ini, hat seine Angriffe gewürfelt und dem Vieh mal locker in seiner ersten Kampfrunde ungefähr 380 Schaden reingehauen. Das wars! Alle saßen da und schauten doof. Das hat mich gefrustet.
Mein Fazit: PF funktioniert gut auf Level 1-8. Danach fängt es an ziemlich unübersichtlich zu werden und bricht bei einigen KLassen vollkommen zusammen auf hohen Stufen. Das System ist vollkommen unbalanciert zwischen den verschiedenen Klassen, wobei Magiewirker immer mächtiger sind als mundane Klassen. Der Schurke war die letzten beiden Bände des AP nahezu nutzlos. Was jucken die Spieler noch Fallen bei 200 Hitpoints und gepowerten Save- Werten? Der Schurke konnte dann einfach nix mehr und das kann nicht sein, dass ein System ganze Klassen einfach nur noch scheiße werden lässt. Genau wie der Kämpfer.
Ich habe mich sehr geärgert zum Ende hin und werde PF nie wieder auf hohen Stufen spielen, weil es da einfach grottenschlecht designt ist. Zudem wird es mir da zu krampfig und einfach zu langsam. Zudem ärgert es mich, dass es powergaming und minmaxing so sehr fördert. Kannte ich bis dahin nicht und finde ich einfach total schlecht. Ich selbst spiele jetzt noch bei 2 Kampagnen mit und schaue mir das mal aus Spielersicht an. Aber ich weiß jetzt schon, dass ich mich ärgern werde, weil ich beide SC nach Coolness und Spaß gebaut habe und nicht auf MinMaxing. Der Frust wird sicher bald kommen. Noch sind wir im 2. Band Kadaverkrone und im 3. Band Kingmaker. Noch geht es.
Sorry für meinen Frust. Ich möchte nicht als verbitterter Mensch rüberkommen, aber ich war wirklich sehr enttäuscht von PF auf den hohej Stufen und vom Design her, was Balance betrifft.
Luxferre:
+1
Rhylthar:
Ich habe mich gerade mal im Netz informiert und "Serpent Skull" scheint nicht der beste der Adventure Paths zu sein, was Vorbereitung für den SL angeht.
Ansonsten das "alte" Problem, das auch schon bei D&D 3.5 auftrat:
Der Verwaltungsakt bei hochstufigen Kämpfen kommt einer Steuererklärung mit 4 potentiellen Einnahmequellen gleich. Und trotz bester Vorbereitung durch den SL können sie trotzdem ruckzuck vorbei sein.
Wirklich Abhilfe kann man da pauschal gar nicht schaffen, außer den üblichen Ratschlägen. Bei mir hat damals geholfen, dass ich mich bei Endgegnern immer gefragt habe: "Was wissen sie über die Abenteurer?"
In den meisten Fällen bleiben diese ja im Laufe einer Kampagne nicht "unsichtbar", sondern erregen Aufmerksamkeit. Intelligente Gegner studierten sie also und waren dementsprechend in einigen Bereichen auf sie vorbereitet.
Darius:
Ich habe ja sogar versucht den/die Endgegner (Ich habe 3 weitere Bossgegner mit rein gesetzt in den finalen Schauplatz) zu verbessern und logisch aufzuarbeiten. Also mit Wissen über die SC. Nur war es mir unnmöglich die SC zu überblicken in ihrer Gänze. ;)
Und das ist ja auch so ein allgemeiner Punkt. Wenn ich ein System habe, dass dann so komplex wird auf Level 14 der SC, dann macht mir das zu viel Arbeit als SL. Ich bin wirklich bereit mich vorzubereiten und mal vorher alles durchzulesen. Aber wie gesagt: Bitte nicht noch den/die Encounter komplett umbauen müssen. Das wird mir dann zu frikelig.
Bis Level 8 fand ich es ganz locker muss ich sagen. Dann ging es los.
OK, ich würde ein paar Sachen auch anders machen jetzt. Items würde ich nicht mehr so großzügig verteilen, bzw. erlauben einzukaufen. Evtl. langsamer Stufenaufstieg, evtl. sogar ansagen, wann aufgestiegen wird und nicht mehr XP verteilen. (Um eine Steuerung nach Anforderung rein zu bekommen).
Die SC waren im Übrigen Level 14 anstatt vorgesehen Level 16. Also nicht mal am gedachten Powerniveau angekommen. Ich frage mich halt, wie die den Pfad gebaut haben und warum es so ist. Man kann doch durchaus mehr Balancing rein bringen finde ich.
Rhylthar:
--- Zitat ---Und das ist ja auch so ein allgemeiner Punkt. Wenn ich ein System habe, dass dann so komplex wird auf Level 14 der SC, dann macht mir das zu viel Arbeit als SL. Ich bin wirklich bereit mich vorzubereiten und mal vorher alles durchzulesen. Aber wie gesagt: Bitte nicht noch den/die Encounter komplett umbauen müssen. Das wird mir dann zu frikelig.
--- Ende Zitat ---
Das ist eben der springende Punkt. "Durchlesen" reicht (leider) in den meisten Fällen nicht. Da kamen bei mir dann Taktiküberlegungen, Zauberauswahl, Vorbereitung, "Wenn...Dann..."-Ketten und ähnliches dazu...nur um dann im eigentlich Kampf natürlich nochmal zu improvisieren. :D
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