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[FAE] Approaches: Fehlt euch was?

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Molcho:
Hallo zusammen,
fallen euch Situationen und vorallem Aktionen ein, für die bisherige Approaches eurer Meinung nach eher weniger anwendbar wären? Oder sich andere (Vorschläge?) geradezu aufdrängen?

Zur Erinnerung: Careful, Clever, Flashy, Forceful, Quick und Sneaky.



P.S.: Ist sonst noch wem aufgefallen, dass die Approaches ein bisschen den üblichen D&D-Attributen ähneln? (Careful=Wisdom, Clever=Intelligence, Forceful=Strength, Flashy≈Charisma, Quick+Snekay≈Dexterity)

Kampfwurst:
Ich denke die Approaches bilden alles ab was so passieren kann, da fehlt meiner Meinung nach nichts.

Vorsicht jedoch mit der Aussage, dass die Approaches Attributen ähneln. Ja, ein bisschen tun sie das von den Worten her, aber sie sind alles andere als diese Attribute, und FAE funktioniert wesentlich schlechter, wenn du die Approaches als Attribute interpretierst.

Forceful bedeutet eben nicht Stärke, sondern einen kraftvollen/brutalen/brachialen Problemlösungsansatz. Das kann der Magier sein der Probleme hat seine Bücher zu tragen, aber im Kampf mit Feuerbällen um sich wirft, bevor er Fragen stellt. Oder der schmächtige Hacker, der Firewalls immer mit Brute Force Attacken angeht. Oder der Schachmeister, dessen liebste Taktik es ist den Gegner mit aggressiven Spielzügen in die Enge zu treiben. Keiner dieser Charaktere ist in irgendeiner weise stark, und doch sind sie Forceful.

Gleichzeitig muss der stärkste Mann der Welt nicht den höchsten Forceful Wert haben. Er kann seine Kraft genau so gut Careful, Quick oder Flashy einsetzen. Er ist deshalb stark, weil er den Aspekt "der stärkste Mann der Welt" hat, nicht wegen seinen Approaches. Das ist bei FAE eine wichtige Unterscheidung.

Molcho:

--- Zitat von: Kampfwurst am 13.08.2013 | 16:00 ---Vorsicht jedoch mit der Aussage, dass die Approaches Attributen ähneln. Ja, ein bisschen tun sie das von den Worten her, aber sie sind alles andere als diese Attribute, und FAE funktioniert wesentlich schlechter, wenn du die Approaches als Attribute interpretierst.

Forceful bedeutet eben nicht Stärke, sondern einen kraftvollen/brutalen/brachialen Problemlösungsansatz. Das kann der Magier sein der Probleme hat seine Bücher zu tragen, aber im Kampf mit Feuerbällen um sich wirft, bevor er Fragen stellt. Oder der schmächtige Hacker, der Firewalls immer mit Brute Force Attacken angeht. Oder der Schachmeister, dessen liebste Taktik es ist den Gegner mit aggressiven Spielzügen in die Enge zu treiben. Keiner dieser Charaktere ist in irgendeiner weise stark, und doch sind sie Forceful.

Gleichzeitig muss der stärkste Mann der Welt nicht den höchsten Forceful Wert haben. Er kann seine Kraft genau so gut Careful, Quick oder Flashy einsetzen. Er ist deshalb stark, weil er den Aspekt "der stärkste Mann der Welt" hat, nicht wegen seinen Approaches. Das ist bei FAE eine wichtige Unterscheidung.
--- Ende Zitat ---

Das sollte ja eigentlich klar sein, aber gut, dass du das noch mal aufgezeigt hast.


--- Zitat von: Kampfwurst am 13.08.2013 | 16:00 ---Ich denke die Approaches bilden alles ab was so passieren kann, da fehlt meiner Meinung nach nichts.
--- Ende Zitat ---

Ist das dann nicht unglaublich beeindruckend? Jahrzehntelang haben viele Rollenspiele versucht alle möglichen Aktionen der Charaktere durch Attribute und Fertigkeiten abzudecken und plötzlich ist das möglich, einfach weil man aus den Nomen (Kraft, Klugheit etc.) nun Adjektive (kraftvoll, klug etc.) gemacht hat und damit vom Was-tun zum Wie-tun gewechselt ist? Ich bin da irgendwie skeptisch.

Mir ging es bei dem Vergleich mit den D&D-Attributen eher darum zu überlegen, warum es denn nun gerade sechs Approaches gibt. Hat das irgendeinen nachweisbaren psychologischen Hintergrund? Oder folgt es eben vielleicht eher einer alten Rollenspiel-Tradition?

Azzu:

--- Zitat von: Molcho am 13.08.2013 | 14:59 ---Hallo zusammen,
fallen euch Situationen und vorallem Aktionen ein, für die bisherige Approaches eurer Meinung nach eher weniger anwendbar wären? Oder sich andere (Vorschläge?) geradezu aufdrängen?

Zur Erinnerung: Careful, Clever, Flashy, Forceful, Quick und Sneaky.

--- Ende Zitat ---

Die Approaches funktionieren gut mit Settings, in denen die Charaktere so ziemlich alles können. Bei Star Wars z.B. können in den Filmen alle Protagonisten Raumschiffe fliegen, Speeder steuern, Blasterpistolen und Raumschiffgeschütze benutzen, Droiden programmieren und Sturmtruppen übertölpeln. Dann stellt sich nicht die Frage, was der Charakter überhaupt kann, sondern wie er an eine Aufgabe herangeht - Approaches eben, passt perfekt.

Sobald sich die Charaktere über Spezialfähigkeiten hervortun sollen, reichen die Approaches nicht mehr aus. Ich würde z.B. kein Shadowrun mit FAE spielen. Wenn der Troll-Samurai erklärt, jetzt "forceful" und ohne Rücksicht auf Verluste durch eine Firewall zu hacken, weil die Regeln das eben hergeben, begeht meine Suspension of Disbelief weinend Harakiri.

Es gibt im Netz viele FAE-Hacks mit anderen Approaches, die aber bei näherem Hingucken oft wieder Fertigkeiten oder breite Fertigkeitsgruppen sind. Da spiele ich dann lieber Core.

LordBorsti:

--- Zitat von: Azzu am 14.08.2013 | 07:56 ---...
Sobald sich die Charaktere über Spezialfähigkeiten hervortun sollen, reichen die Approaches nicht mehr aus. Ich würde z.B. kein Shadowrun mit FAE spielen. Wenn der Troll-Samurai erklärt, jetzt "forceful" und ohne Rücksicht auf Verluste durch eine Firewall zu hacken, weil die Regeln das eben hergeben, begeht meine Suspension of Disbelief weinend Harakiri.
...

--- Ende Zitat ---

Bei FAE wird die Frage "Was kannst du?" über das High Concept beschränkt/beantwortet. Für viele dürfte das aber wohl zu schwammig sein.

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