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Ewoks - niedlich oder bäh? (war: Letzte Worte und Ankedoten)
Thandbar:
Das mag schon alles stimmen, aber Täuschung ist eben eine Methode der dunklen Seite.
Dem Film, in dem die Helden ja tatsächliche Helden sein sollen, fehlen die Mittel, um das Dilemma und die Folgen, die sich aus einer solchen Manipulation heraus ergeben, darzustellen, weswegen dieser moralische Konflikt anschließend einfach mit sehr viel Zucker eskamotiert wird.
Und das stört mich.
Gerade Pulp-Filme sollten sich bewusst sein, welche Themen sie aufgreifen können und welche nicht. Und die Behandlung dieses Themas ist nun einmal gründlich misslungen, weil so getan wird, als gäbe es da nichts aufzulösen: "Es gibt keinen Konflikt!"
Waldviech:
--- Zitat ---Gerade Pulp-Filme sollten sich bewusst sein, welche Themen sie aufgreifen können und welche nicht.
--- Ende Zitat ---
Sollten. Sind sie aber so gut wie NIE (und wenn, dann erst seit relativ kurzer Zeit). ;) Hängt vielleicht aber auch damit zusammen, dass die ganze Soße letztlich von Groschenromanen der 20-40 abstammt und einige Denkweisen der selben eben auch unreflektiert übernimmt. Star-Wars war ja schon zu Entstehungszeiten keine moderne SF mehr, sondern mehr oder weniger eine Verfilmung von Motiven der "Golden Age Science Fiction" von Captain Future bis Northwest Smith. Das merkt man an einigen Ecken und Enden eben auch sehr, sehr deutlich.
Thandbar:
--- Zitat von: Waldviech am 5.10.2013 | 13:01 ---Sollten. Sind sie aber so gut wie NIE (und wenn, dann erst seit relativ kurzer Zeit).
--- Ende Zitat ---
Sicher, und ich bin da auch gewiss ziemlich überempfindlich. Aber ich kann mir auch Indiana Jones 2 aus diesem Grunde nicht mehr ohne ständigen Brechreiz angucken.
Andere Leute können, meiner Erfahrung nach, in den Pulp-Modus gehen und so Dinge dann getrost ignorieren.
Aber das Ende von Episode VI stört mich wirklich sehr.
Übrigens habe ich durch die Bücher den Eindruck gewonnen, dass die Jedi durchaus eine Art von "oberster Direktive" kennen. Gerade als mächtigere und einsichtsvollere Geschöpfe ist es ja besonders schwer, sich aus den Konflikten anderer heraushalten zu können.
Waldviech:
--- Zitat ---Übrigens habe ich durch die Bücher den Eindruck gewonnen, dass die Jedi durchaus eine Art von "oberster Direktive" kennen.
--- Ende Zitat ---
Nur der Rest der Galaxis kennt sie anscheinend nicht. ~;D
Da ist ja im Grunde relativ wenig, was größere raumfahrende Mächte von Kolonialismus nach dem Might-makes-right-Stil abhält. Die alte Republik mag auf dem Papier ja auch diverse (stark verklausulierte) Gesetze gegen intergalaktischen Machtmissbrauch gehabt haben. In der Praxis genutzt haben sie in den meisten Fällen wohl wenig. Insofern ergäbe die Star-Wars-Galaxis auch ohne die Dunkle Seite der Macht an vielen Ecken ein ziemlich finsteres Bild.
Thandbar:
Das ist schon richtig. Aber gerade mit der trostlosen Darstellung Tatooines auf der einen und dem totalitären Imperium auf der anderen Seite erweckt George Lucas die Hoffnung auf ein Drittes, in dem ein menschen- und alienwürdiges Leben möglich ist.
In den ersten drei Episoden verhebt sich die Geschichte an dem Thema "Demokratie vs Diktatur", weil Star Wars einfach nicht der richtige Rahmen ist, um derlei Probleme zu behandeln.
Ich hätte nichts dagegen gehabt, die Instrumentalisierung der Ewoks so rau darzustellen wie die Verhältnisse auf Tatooine am Anfang der Trilogie dargestellt werden. Aber George Lucas scheute davor zurück: Das Ende musste schön sein, und am Merchandising mit Figuren musste verdient werden. Die im ersten Teil angeschlagene ästhetische Grundhaltung bleibt dafür auf der Strecke.
Ich werfe der Star-Wars-Welt nicht vor, dass sie ein kolonialistischer Albtraum ist, sondern dass zugunsten eines tröstlichen Finales diese Eigenschaft mit einem schonenden Zuckerschaum zugedeckt wird.
Eine Erzählhaltung, in der Han Solo ja nicht zuerst schießen darf, die Ewoks indessen ohne ein weiteres Wort für die gute Sache verheizt werden dürfen, ist für mich nicht stringent und, rundheraus gesagt, einfach misslungen. Und an diesem Riss fällt die nachfolgende Trilogie dann eben völlig auseinander.
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