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[V:tM] 1e-Campaign (Hintergrund)

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Archoangel:
Aloah zusammen. Aus Nostalgie plane ich eine neue Kampagne V:tM 1e, die ich jedoch mit guten Ideen anderer Editionen und eigenen Eindrücken "aufmotzen" möchte. Daher frage ich mal die liebe Gemeinde was ihr so für Hausregeln verwendet, bzw. was ihr an Eigenkreationen eingebracht habt.

Auf jeden fall werde ich die Disziplins-Progression ändern und zwar:

(lesser) ehemalige Level 1-3

(higher) ehemalige Level 4-6

(great) ehemalige Level 7-9 [für Sc eher unrelevant)

Will bedeuten: wenn ein Vampir eine Kraft entwickelt kann er diese aus den ersten drei Leveln auswählen, anstatt statisch von eins zu zwei zu drei zu gehen. Wenn alle drei gewählt (erworben) wurden kann aus dem nächst höheren Bereich gewählt werden (wenn es die Generation zulässt). Das mal in kürze.

Auch werde ich auf jeden Fall eine weitere klassische Disziplin (die mir immer fehlte) hinzunehmen, wahrscheinlich nenne ich sie "Motus" oder so: die Fähigkeiten von Vampiren sich an Wänden wie eine Spinne zu bewegen, zu leveitieren und später dann gar zu fliegen.

1er negieren haben wir noch nie gespielt, wird also auch fallen.

Habt ihr weitere Ideen/Vorschläge?

Wellentänzer:
Hm, bei Vampire habe ich als Kern ehrlich gesagt nie die Regeln empfunden, sondern die Atmosphäre am Tisch. Eher als über Regelüberarbeitungen würde ich mir also an Deiner Stelle Gedanken über die zu evozierende Stimmung machen. Daran krankte Vampire nach meiner Ansicht immer.

Dargestellt und als Spielsetting suggeriert wurden immer irgendwelche weinerlichen, selbstbezogenen, hoffnungslos uncoolen Gothgören mit massiver Selbstbild-Fremdbild-Diskrepanz. Gespielt wurde dann am Tisch aber wahlweise Superheroes with Fangs oder Intrigen- und Charakterdrama. Macht ja auch mehr Spaß (mir zumindest).

Die zentralen Fragen in der Vorbereitung einer klassischen Vampirerunde wären nach meiner Ansicht deshalb viel eher sowas wie:

- In welcher Stadt wollen wir spielen bzw. wie statisch soll das Setting in räumlicher Hinsicht überhaupt sein?
- Auf welchem Powerniveau sollen die SC angesiedelt sein? Fußabtreter und Speichellecker? Hoffnungslos unterlegene Anarchen? Ancilla? Elder? Primogene?
- Wie stark soll der Bezug zur weltlichen Geschichte ausfallen? Wie stark wird die Realwelt "vampirisiert" und zitiert?
- In welchem Ausmaß werden Details wie das Jagen oder der Einfluss kainitischer Wirkfaktoren auf die Welt dargestellt?

Ich würde da entweder mit mehreren SL in gemeinsames Setting entwerfen, um den Spielern möglichst viel Sense of Wonder zu ermöglichen. Alternativ würde ich ein Vorgehen analog zur Stadt- und Charakterentwicklung bei Dresden Files empfehlen, denn so wird nicht nur direkt die Stadt eingeführt, sondern auch Verbindungen zwischen den (N)SC hergestellt.

Wenns Dir um Regeln geht: als SL würde ich Celerity einschränken und Fortitude etwas aufwerten. Bei Celerity hat sich bei uns die Hausregel bewährt, dass für jede zwei Punkte in Celerity eine Extraaktion ermöglicht wird, wenn zugleich pro Runde so viele Blutpunkte aufgewendet werden. Celerity gibt außerdem einen Bonus auf die Ini. Die ursprüngliche Regel ist vollkommen over the top (für einen Blutpunkt eine Anzahl an Extraaktionen in Höhe von Celerity). Für Fortitude würde ich einfach die benötigten Erfahrungspunkte drastisch reduzieren und pro 2 Punkte im Charakterbau einen kostenlos dazugeben.

Archoangel:
Danke für die Antwort. Ich für meinen Teil emfinde Regln als sehr wichtig: sie definieren für mich einen Teil des Flairs und geben auch Hinweise für Hintergrund und Spielweise.

Mein momentaniges Setting an das ich dachte:

USA um ca. 1848, der Mexikanische Krieg steht an, der Bürgerkrieg ist nicht weit entfernt und es gibt noch Flecken auf der Landkarte Amerikas. Ich denke ich werde in New Orleans/St. Louis anfangen und dann (da ich die Kampagne nach und nach in die moderne führen möchte) in Richtung Norden ausweichen (Chicago/Boston/Washington/New York - mal schauen wohin genau).

Der vampirische Hintergrund wird sich an V:tM 1e orientieren und sich von da ab mehr an mein eigenes heutiges Bild von vampiren anpassen, also aus meinem Fundus von Vampirliteratur Anregungen aufnehmen; so möchte ich zum Beispiel die Kains-Geschichte nicht überbewerten und damit die Kain/Antediluvian-Geschichte nur als eine von vielen Vampirentstehungsmythen haben. Gerade die Vampire unter den Ureinwohnern Amerikas - und die wird es auf jeden Fall geben - soll die Kainslegende ziemlich unbrauchbar machen. Und ja: die Herkunftsfrage sehe ich als einen zentralen Punkt jeder Vampire-Story. Gerade auch eine stärkere Neuorientierung an Anne Rice und Laurelle K. Hamilton wird in dieser Kampagne mit einbezogen.

Momentan schwebt mir daher eher eine Erklärung ähnlich wie in Requiem vor: es gibt/gab in der menschlichen Historie bestimmte Individuen, die durch bestimmte Ereignisse zu Vampir-Gründern wurden. Das kann immer wieder aufs Neue passieren, ist jedoch ein sehr seltener Prozess. Allen Vampiren gemein sind bestimmte Kräfte, die sich aus dem "Fluch" ergeben. Das wären also die klassischen Blutkräfte (Heilung/Steigerung physischer Attribute [und Wahrnehmung]) sowie die Disziplinen Potence, Fortitude, Celerity, Motus und Auspex, die sogenannten "verstärkenden Kräfte". Alle Vampire können diese Kräfte aus sich selbst heraus ausbilden/entwicklen. Darüber hinaus gibt es Kräfte welche potentiell im Blut schlummerten, aber erst durch einen Gründer "entwickelt" wurden. Somit gibt es eine Reihe von Disziplinen welche die Anzahl der Gründer auszeigt, namentlich Dominate, Presence, Animalism, Protean, Obfuscate, Bloodsorcery und Necromancy, was die Zahl der bisherigen Gründer auf sieben begrenzt. Diese Kräfte können nach einer gewissen Anleitung von jedem Vampir gelernt werden, den Nachfahren der Gründer fällt es jedoch leichter als anderen (Stammesdisziplin). Innerhalb eines Stammes gibt es Clans, die sich auf mindestens ein Kind eines Gründers berufen. Ein Clan hat eine weitere besondere Disziplin, die schlimmstenfalls von anderen nur unter ständiger Anleitung gelernt werden kann. Zum teil, bei besonders alten Linien, kann diese Kraft auch eine eines anderen Gründers sein.
Beispiel: die Blutlinien der Ventrue und Lasombra gehören dem selben Clan an, haben also beide Dominate als Clansdisziplin. Die Ventrue sind eine uralte Blutlinie, aus einer zeit, da es nur wenige Vampire gab und haben sich im Laufe des Zeit die Kräfte eines anderen Stammes zu eigen gemacht: Presensce, wohingegen die (in Zivilisationszeit gemessenen) jüngeren Lasombra eine völlig neue Kraft entwickelt haben: Obtenebration. Wahrscheinlich hat sich der Gründer des Stammes deshalb für den Lasombra-Urvater entschieden: er zeigte eine außergewöhnliche Eigenschaft Schatten zu manipulieren und diese wollte sich der Gründer aneignen.
Somit haben wir also den Vampirstamm Lucians (Dominate) mit den Blutlinien Ventrue (Presence) und Lasombra (Obtenebration). Ein Ventrue könnte also zusätzlich zu den 5 Basiskräften noch zwei weitere, nämlich Dominate und Presence aus sich selbst heraus entwickeln, letztere Beiden sogar kostengünstiger.

Das aber erst mal nur in Kürze. Meinungen?

Samael:
Hört sich gut an finde ich. Geht ja schon in Richtung "Requiem wie Archoangel es gerne gehabt hätte..."

Wellentänzer:
Jo, ich find das auch nicht schlecht. Startort und -zeit sowie Längsschnittperspektive finde ich attraktiv, die Mystifizierung der Herkunft und Kräfte klasse.

Zwei Dinge würde ich ändern. Erstens wären mir das zu viele verfügbare Disziplinen pro Clan/Blutlinie, denn das könnte den Wiedererkennungswert der jeweiligen Kainiten verwässern. 3 Clansdisziplinen finde ich wunderbar. Da kann dann mal was anderes dabei sein, wenn es dafür eine gute Ingame-Begründung gibt. Die Regel wäre das dann jedoch keinesfalls. Zweitens liegt auch in dem Post wieder der Fokus auf den Regeln bzw. den Kräften. Nach meiner Erfahrung waren bei Vampire viele komplett würfellose Abende zentral für tolle Kampagnen. Legt man als SL so großen Wert auf tendentiell kleine, regelseitige Überarbeitungen, beeinflusst das sicherlich auch die Wahrnehmung der Spieler in Richtung regellastigen Denkens als Spieler - und das kollodiert schnell mit dem Geist von Vampire und seinem Storytellingansatz. Ich werde das aber versprochener Weise kein drittes mal in nochmalig verklausulierter Form wiederholen ;-)

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