Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
[Ernst gemeinte Frage] Führt Pathfinder zum Munchkin-Gaming?
Archoangel:
Das soll kein System-gebashe werden und auch nicht zum Frustabladen dienen, aber ich möchte diese Fragen wirklich ernst beantwortet bekommen:
Wer denkt sich den Scheiß eigentlich aus und wozu soll das gut sein?
Ich habe versucht in einer eingefleischten Pathfinder-Runde eine Kampagne zu leiten und habe nach grobem Überfliegen die Online-Regeln zur Charaktererstellung freigegeben. Was soll der ganze Blödsinn? Sind diese Regeln geschaffen worden um ernst zu nehmende Spielleiter an den Rande der Verzweiflung zu stürzen? Feats, Talents, Archetypes, Heritages, Traits ... was soll das? Wo wird dadurch das Rollenspiel besser? Was bringt mir eine Gruppe, die auf Stufe zwei ein Rudel Oger tötet und ab Stufe 5 auf Drachenjagd geht?
Auch wenn ich gerade oben ein wenig harte Sprache verwendet habe ... mir fehlen einfach die sanften Worte ... bitte ich wirklich um ernst gemeinte Kommentare ... dient Pathfinder letztlich vor allem zur Egobefriedigung der Spieler? Sollte nicht mal alles einfacher werden mit dem System, also einfacher gegenüber den Auswüchsen der 3.X?
Mir zumindest ist die Lust auf Pathfinder momentan echt vergangen. ich sage ja nichts gegen Powergaming, aber DAS DA hat mMn mit PG nichts mehr zu tun - das ist eher Größenwahn.
Bitte überzeugt mich vom Gegenteil.
1of3:
Im Vergleich zu 3.5 kommt mir Pathfinder immer wie Fahren mit angezogener Handbremse vor.
Slayn:
Tja, Archo...
Die ernst gemeinte Antwort ist, das man im PF System stellenweise noch deutlich stärker als in der vorherigen 3,5 Encounter nach bestimmten Mechanismen und vorher austarierten Schwerpunkten designed und spielt. Die Erwartungshaltung hierbei ist wesentlich strenger formalisiert wurden und diese muss man kennen, sonst wirds eben unbefriedigend.
Der Größenwahn liegt nicht im Kampf gegen den Drachen oder die Oger-Horde, das kommt nur wenn kein Druck da ist und die Leute Ressourcen ohne Ende verpulvern können, sondern viel mehr darin "eine Ebene eines Dungeons" oder "einen Abschnitt der Story" am Stück ohne Pause durchzuziehen.
Archoangel:
Ja aber - ist das dann überhaupt noch ein Rollenspiel, oder eher eine Art von Brettspiel-Resourcenmanagenent-Simmulation? Klar - für gutes Rollenspiel braucht es keine Regeln, aber wenn ich mir gerade so vorstelle, dass es da draußen doch wohl einige Leute gibt, die außer Pathfinder keine Rollenspiele kennen ... da graut es mir irgendwie. Wo ist den bitteschön der Mehrgewinn zu den Klassen auch noch X Unterklassen anzulegen, die zum Teil noch allmächtiger (im Kampf) wirken als ihre Grundklasse? Von Feats und Traits mal ganz zu schweigen. Die Onzepte, die ich vorgestellt bekommen habe, ... erschrecken mich doch sehr.
Wellentänzer:
Gamismus. Kann man Freude dran haben. Ich würde dafür immer D&D 4E bevorzugen, weil ich das designtechnisch in quasi allen Belangen schlicht für überlegen und intelligenter halte als 3.5 bzw. PF. Aber die grundsätzliche Richtung ist selbstredend die gleiche. Wer nicht auf Dungeoncrawling in Verbindung mit Ressourcenmanagement steht, sollte da seine Finger davon lassen. NATÜRLICH ist auch mit PF oder 4E vollkommen problemlos "tolles Rollenspiel" möglich. Der Fokus ist jedoch ein anderer, nämlich die von Dir etwas überspitzt angeführte "Brettspiel-Ressourcenmanagenent-Simulation".
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