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Rollenspiel möglichst ans Medium anpassen?
Frater Goritz:
Ich hab in letzter Zeit "Drakensang", "Drakensang - am Fluss der Zeit" und "Schicksalsklinge" gespielt bzw mir genau angeschaut und gemerkt, dass mir da - zumindest bei den ersten beiden - irgendwas fehlt:
Die volle Ausnutzung des Mediums PC (welches aber auch jede andere Visualisierung, also Konsolen, etc mit einschließt).
Obwohl die Grafik in Ordnung ist - als Gothic-Fanatiker darf man über Grafik ja wohl eh nicht meckern - und in den Tavernen auch allerlei interessantes Volk zu finden ist, fehlen meiner Ansicht nach doch so wichtige Nebensächlichkeiten, wie eine wuselnde Stadt, viele unterschiedliche (Dialog)stimmen, evtl Schmutz, der die Welt realer macht,...
An der Musik kanns nicht liegen, die würde sich auch im geliebten Gothic gut machen. Ich weiß auch, dass Aventurien nunmal weniger düster ist als "The Witcher 2"s Flotsam, das Minental, Skyrim oder manch andere Fantasywelten. Und das Spiel wurde ohne Bonzenbudget bewusst in direktestmöglicher Anlehnung ans DSA-Regelwerk gestaltet, was ja auch mal was anderes ist.
Für mich persönlich merke ich aber, dass es mir besser gefällt, wenn ein RPG im jeweiligen Medium voll entfaltet, also am PC Boni wie Physik und die Möglichkeit, unnötigen, weltbelebenden Kleinkram hinzuzufügen mitnimmt, statt sich stur an ein Regelwerk zu halten, dass als Pen& Paper den Vorteil einer viel freier gestalt- & ausmalbaren Welt bietet.
Lange Rede, kurzer Sinn, meine Frage an euch:
Wie seht ihr das, bevorzugt ihr an PC/Konsole/Handheld RPGs, die total dafür ausgelegt wurden und entsprechend geniale Graphik, vollen Umfang, Spezialeffekte und Hastenichtgesehen mitbringen, oder darf es gern schon aus reiner Nostalgie ein P&P-Regelwerk vervirtualisiert sein?
Die Welt ist eine ganz andere Sache, ich meine hier nur die reine Spielmechanik...
Für jene, die dieses Textmonstrum überwunden haben: danke dafür und danke für die Antworten ;)
YY:
Das aktuellste Beispiel wäre für mich Shadowrun Returns und da ist es mMn sehr gut gelungen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und ein nostalgisches, eng am P&P orientiertes PC-RPG zu basteln.
Insgesamt habe ich mit solchen Ansätzen die besseren Erfahrungen gemacht.
Die "großen" PC-RPGs ohne P&P-Orientierung machen mir meistens weniger Spaß, weil die mMn sehr selbstverliebt daherkommen und über den ganzen Spielereien und Eigenheiten der Mechanik irgendwie ein ansprechendes Spiel vergessen wurde.
Slayn:
--- Zitat von: YY am 15.02.2014 | 16:37 ---Das aktuellste Beispiel wäre für mich Shadowrun Returns und da ist es mMn sehr gut gelungen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und ein nostalgisches, eng am P&P orientiertes PC-RPG zu basteln.
Insgesamt habe ich mit solchen Ansätzen die besseren Erfahrungen gemacht.
Die "großen" PC-RPGs ohne P&P-Orientierung machen mir meistens weniger Spaß, weil die mMn sehr selbstverliebt daherkommen und über den ganzen Spielereien und Eigenheiten der Mechanik irgendwie ein ansprechendes Spiel vergessen wurde.
--- Ende Zitat ---
+3 oder so.
Gorbag:
Ich für meinen Teil sehe nen klaren unterschied zwischen den Titeln die du da beschreibst.
Ein PC-RPG ist für mich ein RPG das nicht nur P&P-Wurzeln hat sondern die P&P-Elemente noch so integriert hat, dass sie Präsent sind.
Das genannte Shadowrun Returns ist hier ein gutes Beispiel, das Ding ist einfach eine sehr gelungen Umsetzung von Shadowrun, wo man nicht nur merkt das der Hintergrund aus einem RPG kommt sondern auch die Spielmechanik fühlt sich entsprechend an.
Auf der anderen Seite stehen Titel wie z.B. Skyrim. Das ist mehr ein Aktionspiel als ein RPG. Da gibt es für mich wenn überhaupt nur ein schwach erkennbares Regelgerüst im Hintergrund und meistens beschränkt sich das auf "Schmiede 10 Dolche um ein besserer Schmied zu werden". Das Spiel ist super und macht was her, aber außer das es in einer Fantasywelt spielt hat das wenig Bezüge zu klassischem P&P-RPG und wenn man ehrlich ist, dann ist Fantasy ja nichts was knallhart mit RPG verbunden ist sondern ein Genre-Begriff der auch auf andere Medien angewendet wird.
Es gibt sicherlich auch Hybriden, wo man den Regelkern stärker spürt aber der Aktionanteil noch hoch ist. Hier wären z.B. Fallout oder die Witcher-Teile zu nennen (wobei der 2te nicht so meins war). Solche Sachen machen auch Spaß, aber ich kann sie auch nicht wirklich gut mit P&P assozieren.
Für mich gibt es eigentlich nur 2 Digitale RPG-Umsetzungen die sich für mich irgendwie nach P&P anfühlen und das sind solche Sachen wie Shadowrung Returns wo die P&P-Elemente extrem spürbar sind und die Effekte in der Regel sehr dezent gehalten werden und J-RPGs wo epische Geschichten im Fokus stehen. Letztere haben in der Regel auch eine Mechanik dahinter die an P&P erinnert und es werden ausufernde Geschichtsteile durch Aktionlastige Level verbunden wobei man in der Regel Helden selbst steigern kann oder wenigstens die Ausrüstung optimieren muss.
Die ganzen neuen aktionlastigen Titel mit bombast 3D sind super unterhaltsam, aber da ist für mich einfach der Bezug nicht mehr spürbar zum P&P.
Frater Goritz:
Danke euch Antwortern!
--- Zitat von: Gorbag am 15.02.2014 | 16:52 ---
Ein PC-RPG ist für mich ein RPG das nicht nur P&P-Wurzeln hat sondern die P&P-Elemente noch so integriert hat, dass sie Präsent sind.
--- Ende Zitat ---
Okay, ich hatte für mich RPG- obwohl das ja nicht gerade der direkte Sinn des Wortes ist- als eine Möglichkeit definiert, eine fiktive Welt direkt und "hautnah" zu erleben, sowie umfangreich mit ihr zu interagieren definiert.
Und nach der Definition gefallen mir Witcher2, wo man sich dauernd überlegen muss, welche moralischen Entscheidungen man so trifft oder eben TES, wo man in der Welt so frei rumwuseln kann besser, als ein statischer Storyschlauch.
Könnt aber natürlich auch an meinem/ unsrem präferierten allgemeinen RP-Stil liegen, wir interpretieren die Regeln recht offen, haben keine starre Handlung und können uns jederzeit spontan etnschließen, sonstwohin zu reisen/ segeln/etc, da kommt mir natürlich ein entsprechendes Sandbox-PC-Spiel auch gelegener.
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